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Ratgeber > Freizeit > "Familie macht glücklich" mit Bettina Zimmermann

TV-TIPP

"Familie macht glücklich"

v.l.n .r.: Robert (David Rott), Julie (Bettina Zimmermann), Freya (Leslie-Vanessa Lill), Heinrich (Paul F. Gatz), Theo (Gustav-Peter Wöhler), Trudi (Cleo Maria Kretschmer)
Neuanfang in Augsburg: Julie Berg (Bettina Zimmermann) mit ihrer Familie. Foto: ZDF/Barbara Bauriedl

Bettina Zimmermann (36) als chaotische Alleinerziehende in der TV-Komödie "Familie macht glücklich" (am 22. September um 20.15 Uhr im ZDF) und bei uns im Interview.

In diesem Artikel:

Polizeiausbildung, Schuhladen, Schokoladengeschäft - Julie Berg (gespielt von Bettina Zimmermann) hat schon vieles ausprobiert. Leider fehlt ihr das Durchhaltevermögen und das letzte Quentchen Glück. So verschlägt es die alleinerziehende Mutter einer sechszehnjärigen Tochter und eines elfjährigen Sohnes aus der Großstadt Berlin nach Augsburg. Bei ihrem Onkel Theo (Gustav Peter Wöhler) und dessen wahrsagender Lebensgefährtin Trudi (Cleo Maria Kretschmer) möchte sie nochmal neu anfangen. Doch obwohl Onkel Theo ihr einen Job in einer seiner Privatdetektei angeboten hat, soll Julie nun plötzlich als Kaufhausdetektivin einspringen. Eine Aufgabe, gegen die sie sich gleich am ersten Arbeitstag entscheidet. Auch Tochter Freya und Sohn Friedrich fällt der Neuanfang in Augsburg nicht leicht. Julie will schon wieder alles hinschmeißen, da entdeckt sie ihre wahre Berufung als Familiendetektivin. Und dann gibt es da ja auch noch den gutaussehenden jungen Nachbarn, der Julie und Freya gehörig den Kopf verdreht. 

Unser TV-Tipp: "Familie macht glücklich" am 22. September 2011 um 20.15 Uhr im ZDF. Regie: Reinhard Münster, Drehbuch: Rodica Döhnert, Redaktion: Alexander Bickel

"Mein Sohn ist der Mann in meinem Leben"

Im Interview hat uns Bettina Zimmermann verraten, wie sie Kind und Schauspielerei als alleinerziehende Mutter unter einen Hut bekommt.

Bettina Zimmermann als Julie Berg
Bettina Zimmermann als Familien-Detektivin Julie Berg in der ZDF-Komödie "Familie macht glücklich". Foto: ZDF/Barbara Bauriedl

familie.de: Sie haben einen dreijährigen Sohn. Wie läuft das bei Dreharbeiten mit Kind ab?

Bettina Zimmermann: Wenn ich drehe, ist mein Sohn immer in meiner Nähe. Zum Beispiel beim letzten Dreh zu „Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer“ (Anm. d. Red.: Ausstrahlung bei RTL geplant für 2012). Da gab es ja davor schon zwei Teile (Anm. d. Red.: "Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen" , "Die Jagd nach der heiligen Lanze") und wir drehen schon seit vier Jahren mit demselben Team. In dieser Zeit sind neun Kinder im Team geboren worden. Die waren alle beim Dreh mit dabei. Nicht am Set, aber im Hotel, da wurde extra ein familienfreundliches gesucht. Das war unglaublich schön, wie ein kleiner Kindergarten, weil alle ungefähr im gleichen Alter waren. Besser kann es gar nicht sein. 

familie.de: War ihr Sohn denn eifersüchtig, weil Sie im Film „Familie macht glücklich“ die Mutterrolle für zwei andere Kinder übernommen haben?

Bettina Zimmermann: Nein, das kriegt er ja gar nicht mit. Fernsehen darf er natürlich sowieso noch nicht. Wobei, doch, das Sandmännchen, das darf er sehen. Damit bin ich ja auch groß geworden, das gehört irgendwie dazu.

familie.de: Ist Ihnen der Part der Julie Berg  durch ihre eigenen Erfahrungen als Alleinerziehende irgendwie leichter gefallen?

Bettina Zimmermann: Nein, eigentlich nicht. Gedreht haben wir schon letztes Jahr, da war die Situation bei mir ja noch anders. Ich kenne viele alleinerziehende Mütter und auch Väter. Julie Berg ist eine Frau, die sich zwar sehr um ihre Kinder sorgt, aber ihr eigenes Leben dabei auch noch entdeckt. Sie hat tolle Ideen, die sie leider wieder aufgeben muss, weil sie Pleite geht. Sie hat viele Träume und das bringt Chaos in ihr Leben. Das kennt aber jeder Mensch - auch ohne Kinder -  in unserer heutigen Gesellschaft. Alles wird schnelllebiger, mit Telefon und Computer wird der Tag auf einmal so voll gestopft, dass ein Domino-Effekt entsteht, wenn einmal ein Glied in der Kette reißt. Da endet der Tag dann schon mal chaotisch. Genauso geht es auch Julie Berg.

familie.de: Weil Sie gerade von Schnelllebigkeit sprechen: Können Sie sich ein Leben ohne Computer und Handy überhaupt noch vorstellen, gerade weil Sie ja viel unterwegs sind?

Bettina Zimmermann: Also ohne Telefon kann ich es mir nicht mehr vorstellen. Wenn ich unterwegs bin denke ich oft: „Oh Gott, wo ist mein Telefon?“ Meine Telefonnummer haben nur die Leute, die mir ganz nahe stehen. Das Telefon habe ich immer dabei, alleine schon wegen meinem Sohn. Und das finde ich völlig okay. Ohne Computer kann ich mir das Leben schon vorstellen. Ich habe zwar jetzt einen Laptop, aber erst seit drei oder vier Wochen. Davor hatte ich auch kaum einen Computer auf Reisen dabei. Ich will mich nicht ganz abhängig davon machen. Außerdem bin ich niemand, der ewig am Computer sitzt. Ich schaffe nicht mal eine Stunde am Tag. Allerdings bestelle ich mittlerweile viel im Internet. Das ist einfach praktisch. Aber grundsätzlich beschäftige ich mich abends und in meiner Freizeit lieber mit anderen Dingen, wie zum Beispiel Bücher lesen.

familie.de: Zurück zum Film: Im Vergleich zu Julie Berg – sind Sie eher der konsequente „Dranbleiber“ oder werfen Sie auch gerne mal schnell die Flinte ins Korn, wenn ein Projekt nicht so funktioniert wie Sie es geplant hatten?

Bettina Zimmermann: In manchen Dingen bin ich schon sehr konsequent. Aber ich finde, es muss nicht alles perfekt sein und funktionieren. Ich finde es eher eine Herausforderung, aus dem was übrig geblieben ist, was zu machen. Zum Beispiel ist einer Freundin ein Kuchen für den Kindergeburtstag nicht gelungen und total zusammengefallen. Dann hat sie ihn einfach komplett zermanscht, und gesagt, so dass ist jetzt einfach der Müllberg. Paar Gummibärchen drauf, perfekt. Die Kinder haben es geliebt. Aus dem Nichtperfekten entsteht eine gewisse Kreativität, die ganz spannend sein kann. Nicht in jedem Bereich, aber man kann immer das Beste daraus machen. Ein Traum von mir ist, Klavierspielen zu lernen. Und natürlich werde ich keine Pianistin mehr, weil ich ja nicht mit sechs Jahren angefangen habe. Aber ich möchte Klavierspielen einfach für mich lernen, nicht um es perfekt zu können.

Julie Berg (Bettina Zimmermann) mit Kindern
Julie Berg (Bettina Zimmermann) mit Tochter Freya (Leslie-Vanessa Lill) und Sohn Heinrich (Paul F. Gatz). Foto: ZDF/Barbara Bauriedl

familie.de: Sie leisten einen Spagat zwischen Schauspielerei und Familie. Und dann gibt es ja auch noch die Boutique „Amber Lounge“ in München, die sie mit Freundinnen gegründet haben. Manch einer Frau reicht schon die Mutterrolle alleine. Wie machen Sie das alles?

Bettina Zimmermann: Die „Amber Lounge“ gibt es noch, die habe ich aber nicht mehr. Vor drei Jahren habe ich die abgegeben. Auch wenn ich natürlich immer noch gerne da bin. Das war ja anfangs mehr ein Hobby. Der Laden wurde immer größer, hat immer mehr Zeit in Anspruch genommen. Dann noch Schauspielerei, Mutter sein - da musste ich mich entscheiden. So ist eben das „Hobby“ weggefallen. Man muss Prioritäten setzen.

familie.de: Das denke ich mir, das muss ja eine ungeheure Logistik sein, das alles zu wuppen.

Bettina Zimmermann: Ja, die „Amber Lounge“ neben der Schauspielerei war schon viel. Und mit Kind… Jede Mutter weiß, dass man ein kleines Familienunternehmen managt, wie es in irgendeiner Werbung so schön heißt. Übrigens eine Werbung, die einfach mal recht hat. Man ist Vorstand, man ist Chefin, man ist alles. Ein 1-Mann-Unternehmen, das aber großen Spaß macht. Man muss als Mutter einfach zusehen, dass alles läuft. Zum Beispiel, dass genug Essen zu Hause ist. Wenn man alleine ist, dann kommt man nach Hause und sagt: „Ach, komm, lass uns was bestellen.“ Zum Kind kann man ja schlecht sagen: „Schatz, heute Abend habe ich mir überlegt, wir bestellen Thailändisch oder Indisch, schön scharf, was ist dir lieber?“ Es gibt eben leider noch keinen Bringservice für Kinder. Das wäre eigentlich eine Idee. Obwohl, dafür koche ich viel zu gerne.

familie.de: Anderes Thema: Die Kinder im Film sind ja schon voll dabei, wenn es um die Fälle in der Detektei geht und arbeiten fleißig mit. Was wollten Sie denn als Kind später mal werden?

Bettina Zimmermann: Da hatte ich zwei ganz große Berufswünsche. Der eine, da war ich noch relativ klein und meine mittlere Schwester wollte Tierärztin werden, da habe ich  immer gesagt, dass ich ihre Assistentin werden will. Und parallel dazu wollte ich immer Archäologin werden. Dinge entdecken, das hat mich schon immer interessiert. Jetzt nicht so wie bei einem Detektiv, der anderen Leuten hinterher schnüffelt. Das interessiert mich gar nicht. Klatsch und Tratsch interessiert mich nicht, lese ich auch nicht. Archäologie interessiert mich aber nach wie vor, dazu schaue ich mir auch Dokumentationen an. Das finde ich einfach spannend.

familie.de: Kleine Entscheidungsfrage: Berlin oder Augsburg?

Bettina Zimmermann: (lacht) Berlin! Augsburg ist eine schöne kleine Stadt, ein bisschen so wie München, weil sie so eingebettet ist. Ganz anders als Berlin. Berlin ist aber einfach meine Stadt, in der ich lebe, in der ich mich auskenne. Trotzdem: Augsburg ist schön. Und: Das Wetter war bei den Dreharbeiten traumhaft. Aber wir haben dort nur zwei Tage gedreht, das meiste wurde in München aufgenommen.

familie.de: Eine abschließende Frage: In Ihrem Gästebuch auf Ihrer Internetseite sind ja jede Menge Liebesbriefe von männlichen Fans zu finden. Dürfen sich die schmachtenden Verehrer Hoffnungen machen, oder gibt es bereits wieder einen Mann an Ihrer Seite?

Bettina Zimmermann: Ich bin rundum glücklich mit meinem Sohn. Das ist der Mann in meinem Leben.

(Interview: Tanja Thurner)

 

Lesen Sie weiter: Im Interview: Alexander Bickel, Redakteur "Familie macht glücklich"

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