
Ein fulminanter Start der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Ein ausverkauftes Olympiastadion in Berlin und über 14 Millionen Zuschauer sehen das Eröffnungspiel im Fernsehen.
Um 18 Uhr startete gestern in Berlin die erste Frauenfußball-WM in Deutschland. Das Olympiastadion war mit über 73.000 Zuschauern ausverkauft und am Fernseher verfolgten über 14 Millionen Zuschauer das Spiel, zu Hochzeiten waren es über 18 Millionen. Ein fulminanter Auftakt der insgesamt sechsten Frauenfußball-WM. Die Stimmung war grandios, im Stadion jagte eine La Ola die nächste.
Das erste Tor fiel bereits nach 9 Minuten und 35 Sekunden. Kerstin Garefrekes köpft den Ball elegant nach einer Flanke von Babett Peters ins Tor. Das 42. Tor für 1,79 große Frau in ihrem 127. Länderspiel. Angela Merkel hält wie gewohnt nichts mehr auf dem Sitz und lässt ihrem Jubel freien Lauf.
Einsatz von Célia Okoyino Mbabi erweist sich als Treffer
Auch am zweiten Tor ist Garefrekes beteiligt. Sie schießt den Ball nach vorn, der von Célia Okoyino Mbabi souverän weiter ins Tor befördert wird. Célia Okoyino Mbabi, die heute 23 Jahre alt wird, war gestern eher überraschenderweise auf dem Platz zu sehen. Eigentlich überlegte man, ob Inka Grings, 32, oder Alexandra Popp, 20, den Sturm darstellen. Ein Treffer, den Silvia Neid mit dem von ihr ausgeführten Leistungsprinzip erklärt.
Die Deutsche Fußball-Frauennationalmannschaft zeigten trotz solider Leistung einige Hänger gegen die Kanadier. „Ich denke wir sind in der ersten Halbzeit nur schwer ins Spiel gekommen, weil wir zu wenig kombiniert haben“, kritisiert die Bundestrainerin Silvia Neid auf sportbild.de. Ebenfalls missfielen ihr die Lücken zwischen Abwehrreihe und Mittelfeld.
Freistoß-Tor der Kanadier beendet Unbesiegbarkeit von Nadine Angerer
Trotz mehrfacher Chancen schießen die deutschen Spielerinnen in der zweiten Halbzeit den Ball gegen die Latte statt ins Tor. Stattdessen nutzt die kanadische Top-Spielerin Christine Sinclair, 29, die sich während des Spiels die Nase brach, einen Freistoß und versenkt den Ball in der 82. Minute im Tor. Das bedeutet das 2:1, das locker in einem Unentschieden hätte enden können. Das bedeutet auch, dass Nadine Angerer wieder besiegbar ist. Über die gesamte WM 2007, das sind 622 Spiel-Minuten war kein Ball an ihr vorbei ins Tor gekommen.
Die deutschen Fußballerinnen haben 2003 und 2007 den Weltmeistertitel geholt und zählen zu den absoluten Favoriten dieser WM. Silvia Neid weiß dennoch, dass die anderen Nationen nicht schlafen, wie sie im Zeit-Interview sagt. Ankommen muss dieser Gedanke aber offensichtlich noch bei den Spielerinnen. Die Gefahr besteht, an manchen Gegner zu lässig heranzutreten. „Wir haben ein wenig geschlafen und die Kanadier unterschätzt“, gesteht Alexandra Popp auf bild.de.
Unser Frauenfußball-WM Spielplan hält Sie auf dem Laufenden, wann wer spielt.
(leo)

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