
Praktisch für unterwegs und wenns mal etwas länger dauert - die meisten Sprachspiele können Sie mit Ihren Kindern überall spielen.
Spiele für Einsteiger: Beim Lesen- und Schreibenlernen können Sie Ihr Kind spielerisch unterstützen, etwa indem Sie die phonologische Bewusstheit
Kombiworte: In der deutschen Sprache gibt es viele zusammengesetzte Wörter. Spielerisch können Kinder erproben, welche Wörter sich kombinieren lassen. Dieses Spiel lässt sich zu zweit oder mit mehreren Mitspielern spielen.
Der erste Spieler sucht sich ein zusammengesetztes Wort, etwa Autobahn. Der nächste Spieler versucht nun mit dem Wort „Bahn“ einen neuen Begriff zu bilden, etwa „Bahn-hof“, mit „Hof-tor“, „Tor-schloss“, „Schloss-garten“ ... könnte es weitergehen.
Die Runde ist zu Ende, wenn kein Spieler ein neues Wort bilden kann. Man kann natürlich auch seiner Fantasie freien Lauf lassen und ganz neue eigene Wortkombinationen finden und daraus vielleicht sogar ein ganz persönliches fantastisches Wörterbuch machen.
Bandwurmgeschichte: Schön sind Geschichten, die in der Gemeinschaft entstehen, in diesem Fall sind sie noch mit einer zusätzlichen Aufgabe versehen. Ein Spieler beginnt mit irgendeinem Satz, der ihm gerade einfällt, z. B. Morgen fahren wir zur Oma. Dann kommt der Nächste an die Reihe. Er muss nun mit dem letzten Wort dieses Satzes einen neuen beginnen: Oma backt uns einen Schokoladenkuchen. Der Nächste: Schokoladenkuchen esse ich besonders gern. Der Nächste: Gern gehe ich auch ins Schwimmbad ... Und so weiter, bis die Geschichte zu Ende ist.
Stille Post: Die Kinder sitzen in einer Reihe oder im Kreis. Das erste Kind denkt sich einen Satz aus, den es an das letzte Kind weitergeben will. Der Satz sollte nicht zu lang sein, aber durchaus lustig oder ungewöhnlich. Am besten, die Kinder bekommen vorab ein paar Beispiele, etwa: „Mein karierter Hund fährt am Samstag Schlittschuh und isst sonntags gern eine große Sahnetorte.“ Diese Nachricht flüstert das erste Kind nun seinem Nachbarn ins Ohr, der das so Gehörte dannan seinen anderen Nachbarn flüsternd weitergibt.
Nachgefragt werden darf nicht. Und lustig wird es dann, wenn der letzte Mitspieler laut sagt, was er verstanden hat - denn das weicht garantiert von dem ab, was der erste Spieler auf den Weg geschickt hat
Anagramme: Wenn man aus allen Buchstaben eines Wortes oder Satzes ein neues Wort oder einen neuen Satz bilden kann oder gar mehrere Möglichkeiten findet, dann ist das ein Anagramm. Zwei Beispiele: MEHL - HELM, DEMOKRATEN - MONDRAKETE. Für Leseanfänger mag das noch ein schwieriges Spiel sein.
Machen Sie es einfacher, indem Sie zunächst kurze bekannte Wörter wählen: AMPEL ist ein Anagramm zu LAMPE und PALME. Einfacher wird es, wenn Sie auf die Vorgabe verzichten, aus allen Buchstaben ein neues Wort zu bilden. Probieren Sie einfach aus, wie viele verschiedene Wörter sich aus einem Begriff bilden lassen, auch wenn einige Buchstaben übrig bleiben.
Auch hier können Sie mit einfachen Wörtern beginnen: Wort - Ort - Tor - rot - wo. Anagramm ist ein Spiel für Papier und Bleistift, es geht aber auch ohne.
Beinahe alle Familien haben das Buchstabenspiel Scrabble zu Hause. Sie überlegen sich ein Wort, das Ihre Kinder schon kennen, und legen es in die Mitte des Spielbretts. Jetzt können die Mitspieler reihum versuchen, mit diesen Buchstaben neue Wörter zu bilden. Der Vorteil: Es entfällt das für Leseanfänger noch lästige Schreiben.
Weltreise: Machen Sie mit Ihrem Kind eine Weltreise oder eine Reise in die Natur mit dem Abc. Jeder von Ihnen schreibt auf einem Zettel das Alphabet von oben nach unten auf. Jetzt gilt es, zu jedem Buchstaben einen passenden Ort, ein Land, eine Gegend (erlaubt sind auch Flüsse und Berge), Tiere- oder Pflanzennamen zu finden. Also: Amsterdam, Berlin, Chicago, Düsseldorf oder Affe, Bär, Chamäleon ...
Gewonnen hat, wer seine Weltreise als Erster beendet hat. Kinder und Eltern können sich auch zu Gruppen zusammenschließen und gegeneinander spielen.
L-Sprache: Ein Spiel in Anlehnung an die berühmten "Drei Chinesen mit dem Kontrabass": Sie einigen sich mit Ihrem Kind darauf, welche Buchstaben ausgetauscht werden sollen, zum Beispiel alle Rs durch Ls oder alle Es durch Is. Dann wird entweder ein bekannter (Lied-)Text mit diesen Vorgaben zitiert, oder sie sagen abwechselnd einen Satz.
Hier gibt es keine Sieger oder Verlierer, hier geht es einfach nur um den Spaß mit Sprache. Noch schwieriger ist es, einen Text entsprechend vorzulesen. Geben Sie doch einfach einmal einen Anstoß und lesen morgens aus der Zeitung einen Artikel auf diese Art vor. Bestimmt werden Ihre Kinder versuchen, es Ihnen gleichzutun.
Quelle: Duden Elternratgeber Sprache- und Leseförderung. 48 Seiten.
Download unter www.duden.de/schule

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