
Vielen Kindern wird auf längeren Autofahrten übel oder schwindelig. Ursache für diese so genannte Reisekrankheit (Kineose) ist, dass der Gleichgewichtssinn im Innenohr Schaukeln, Stöße oder Beschleunigungen während der Fahrt anders wahrnimmt, als die Augen sie ans Hirn übermitteln.
Verstärkt wird die Übelkeit beim Fahren, wenn nur ein Punkt, wie etwa beim Lesen, fixiert wird. Das kann auf den Magen schlagen.
Vorbeugend hilft es schon, die Kinder auf erhöhte Plätze zu setzen, so dass ihr Blick nach draußen schweifen kann. Außerdem vergeht den Kindern die Zeit mit Automarkenzählen und ähnlichen Spielen viel schneller.
Damit auch den anderen Passagieren die Fahrt gut bekommt, gilt während der Fahrt: leicht essen, viel trinken und alle zwei Stunden für ein Viertelstündchen die Beine vertreten.
Bei extremer Reisekrankheit helfen Medikamente mit dem Wirkstoff Diphenhydramin. Man nimmt sie als Tablette, Zäpfchen oder als schnell wirkende Kaugummis vor der Abreise ein; die Wirkung hält bis zu vier Stunden an. Allerdings hemmen diese Medikamente nicht nur die Übelkeit, sondern machen auch müde. Homöopathisch hat sich Cocculus D6 bewährt, davon werden stündlich drei Globuli gegeben.
Experten wie Dr. Helmut Jäger, Leiter des Reisemedizinischen Zentrums am Tropeninstitut Hamburg, raten jedoch, möglichst ohne Arznei auszukommen: „Fahren Sie langsam in gleichmäßigem Tempo und machen Sie viele Pausen, dann tritt die Übelkeit meist gar nicht erst auf.“

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