Organisation und Absprachen wichtig
Urlaub mit anderen Familien ist, wie so vieles, eine Frage der Organisation und der Absprachen. Zwar sollte man so eine Reise nicht durchplanen wie einen Staatsbesuch, aber so manches lässt sich schon lange vorher abklopfen. Die Entscheidung Campingplatz oder Hotel, kuschelige Pension oder All-Inclusive-Anlage, Ferienhaus oder Vollpension hilft ebenso beim Aussieben der möglichen Ferienpartner wie die alles entscheidende Frage: Meer oder Berge? „Oft stellt sich schon bei den ersten Gesprächen heraus, dass die Vorstellungen zu unterschiedlich sind“, sagt die Familie&Co-Expertin Angelika Faas. Wenn sich die einen nach einem Faulenzer-Badeurlaub sehnen, die anderen aber mit Mountainbikes Downhill-Rekorde aufstellen wollen, empfiehlt sich der gemeinsame Urlaub wirklich nicht unbedingt
Ideal ist es hingegen, wenn etwa die Männer vom Freeclimbing träumen, die Frauen aber lieber Segeln wollen. Dann kann man sich nach Interessen aufteilen. „Es müssen ja nicht alle die ganze Zeit zusammen verbringen“, so Faas. „Oft reicht es, wenn man sich nachmittags am Strand trifft oder gemeinsam zu Abend isst.“
Überhaupt seien Freiräume für jeden der beste Garant dafür, dass der Urlaub gelingt, sagt Heinz Bender, Chef des Familienreisen-Veranstalters Bambino Tours. Deswegen sei auch ein gemeinsames Ferienhaus keineswegs immer die optimale Lösung. „Es ist besser, wenn es Rückzugsmöglichkeiten gibt. Wenn mich zwei Familien fragen, ob ich ihnen eine große Gemeinschaftswohnung vermieten kann, rate ich ihnen immer, zwei Wohnungen nebeneinander zu buchen - damit sie als Freunde wieder nach Hause fahren.“ Denn: Auch wenn man sich mit den anderen total gut versteht, manchmal möchte man als Familie auch unter sich sein. Und oft sind es ganz banale Dinge, die in einem gemeinsamen Haushalt zu Problemen führen: Besteht etwa eine Familie aus Frühaufstehern, während die anderen gern ein bisschen länger im Bett bleiben, dauert die Urlaubsharmonie meist nicht lang.
Absprachen verhindern Konflikte
Das heißt nicht, dass gemeinsames Wohnen automatisch Streit bedeutet - es erfordert nur mehr Absprachen. So sollte man klären, wer wann kocht und putzt, damit Haushaltsmuffel keine Chance haben. Auch sollte das Budget für den Einkauf geregelt werden, ebenso die Schlafenszeiten und der Süßigkeitenkonsum der Kinder.
„Die Erziehungsstile der Familien sollten ebenfalls zueinander passen oder angeglichen werden, damit die Kinder wissen, woran sie sind“, sagt Angelika Faas. „Wenn sie nicht wissen, welche Regeln gelten, sind Konflikte programmiert.“ Natürlich muss man nicht jede Kleinigkeit festlegen, aber die Richtung sollte allen klar sein. Und wenn dann noch alle bereit sind, Missstimmungen aus der Welt zu schaffen, ehe sie sich zu einem Konflikt entwickeln, müsste der Urlaub im gemeinsamen Haus eigentlich ganz gut funktionieren.

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