Abtreibung - medizinische & rechtliche Infos

Die Entscheidung für eine Abtreibung fällt keiner Frau leicht. Hier finden Sie die wichtigsten rechtlichen und medizinischen Infos zum Thema.


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Die rechtlichen Bestimmungen für eine Abtreibung in Deutschland


Eine Abtreibung ist nach heutigem Gesetz bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei. Bedingung ist allerdings, dass die Schwangere sich vorher bei einer Schwangerschaftskonfliktberatung beraten lässt. Zwischen dem Beratungstermin und dem Abbruch müssen mindestens drei Tage liegen, damit die Schwangere genug Zeit zum Nachdenken hat und keine Kurzschlussentscheidung trifft. Grundsätzlich müssen Sie vor bzw. für eine Abtreibung zwei Ärzte besuchen: Sie brauchen ein ärztliches Attest für die Indikation und die Abtreibung selbst muss von einem anderen Arzt durchgeführt werden.

Abtreibung: Frauen belastet die Entscheidung oft ihr ganzes Leben


© iStock
Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen finden Sie zum Beispiel über Pro Familia, Caritas und dem Deutschen Roten Kreuz. Aber auch Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin hilft Ihnen mit Adressen und Tipps weiter.
Abtreibung nach der 12. Woche
In Deutschland ist eine Abtreibung auch nach der 12. Schwangerschaftswoche straffrei möglich, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, das heißt, wenn die körperliche oder seelische Gesundheit der werdenden Mutter in Gefahr sind. Zwischen 13. und 21. Schwangerschaftswoche läuft ein Abbruch folgendermaßen ab: Die Geburt wird künstlich eingeleitet und die Mutter entbindet ihr Kind auf normalem Weg. Da der Fötus jetzt noch nicht lebensfähig ist, stirbt er bei der Geburt.
Abtreibung nach der 22. Woche
Wenn ein Baby jetzt auf die Welt kommt, ist es theoretisch schon lebensfähig. Da Ärzte  laut Gesetz verpflichtet sind, das Baby am Leben zu erhalten, geht bei einem sogenannten Spätabbruch / Spätabtreibung ein Fetozid voraus: Der Fötus wird mit einer Kaliumchlorid-Injektion im Mutterleib getötet, dann erst werden bei der Schwangeren die Wehen ausgelöst und die Geburt eingeleitet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.

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Abtreibung - es gibt zwei Methoden
Es gibt zwei Methoden für eine Abtreibung: Absaugen/Ausschabung oder mit der Pille Mifegyne RU-486.

➤ Abtreibung durch Absaugen und Ausschabung

Eine Absaugung wird unter lokaler Betäubung oder auch unter Vollnarkose durchgeführt. Zuerst wird der Muttermund dafür gedehnt. Danach wird ein dünnes Röhrchen, das mit einer Saugpumpe verbunden ist, in die Gebärmutter geschoben. Nach einer Absaugung folgt meist sicherheitshalber eine Ausschabung (Kürretage). Hierbei wird mit einem löffelähnlichen Instrument das entsprechende Gewebe herausgekratzt.
➤ Abtreibung mit der Mifegyne RU-486
Mit dieser Pille darf nur bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche eine Abtreibung durchgeführt werden und auch nur unter ärztlicher Kontrolle. Mifegyne RU-486 bewirkt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut löst und abgestossen wird. Zusätzlich werden für die Abtreibung Prostaglandine verabreicht. Sie fördern Wehen und sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Dies führt meist zu einer Fehlgeburt.
Welche Komplikationen können nach einer Abtreibung auftreten?
Eine Abtreibung mit der Pille Mifegyne RU-486 zieht meist keine Komplikationen nach sich. In wenigen Fällen kann eine Ausschabung notwendig werden. Außerdem können Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, Durchfall und Schmerzen auftreten.

Bei einer Abtreibung durch Absaugung kommt es ebenfalls selten zu Komplikationen. Allerdings ist nach der OP die Gefahr für eine Eileiterentzündung. Bei starken Blutungen, Fieber oder Schmerzen nach einer Abtreibung sollten Sie zu einem Arzt gehen.

Einige Frauen kämpfen nach einer Abtreibung jedoch mit seelischen Problemen. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt professionelle, psychologische Hilfe holen. Fragen Sie auch Ihren Frauenarzt, er kann Ihnen bestimmt einen Ansprechpartner nennen.

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen
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