Bindehautentzündung: Was Sie tun können

Hat Ihr Kleinkind gerötete und brennende Augen sollten Sie mit ihm auf jeden Fall einen Kinderarzt aufsuchen, um schwerwiegendere Augenkrankheiten ausschließen zu lassen. Im  Zuge dessen wird er entsprechende Augentropfen verschreiben. Ansonsten sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen.


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Regel Nummer 1 bei Bindehautentzündung: Finger weg



Bindehautentzündung: Was tun?


© Thinkstock
Eine Bindehautentzündung ist in den meisten Fällen harmlos. Da sie brennt und juckt, ist sie sehr unangenehm. Das gilt besonders für Kinder, die sich wegen des komischen Gefühls immer wieder am Auge herumreiben. Das sorgt nicht nur für Schmerzen sondern auch für einen verzögerten Heilungsverlauf. Bei einer infektiösen Bindehautentzündung führt das Reiben zudem für eine Ausbreitung der Bakterien sowie zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Schmierinfektion. Achten Sie also darauf, dass Ihr Kind möglichst wenig an das entzündete Auge fasst. Außerdem sollten Sie Ihr Kind dazu anhalten, sich besonders häufig die Hände zu waschen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Das gilt übrigens auch für Sie, wenn Sie das erkrankte Auge bei Ihrem Kind behandeln.
So reinigen Sie die entzündeten Augen
Ist ein Fremdkörper im Auge für die Entzündung verantwortlich, versuchen Sie diesen behutsam zu entfernen. Nutzen Sie dafür zum Beispiel den Zipfel eines sauberen Taschentuchs: Bitten Sie Ihr Kind, nach oben zu schauen und ziehen Sie gleichzeitig sanft das untere Augenlid leicht nach unten. Mit dem Taschentuchzipfel sollten Sie nun den Fremdkörper entfernen können. Trauen Sie sich das nicht zu oder schaffen es nicht, gehen Sie zu einem Augenarzt.

Verklebte Lidränder und Wimpern reinigen Sie am besten mehrmals am Tag mit einem Mulltupfer: Tauchen Sie ihn in lauwarmes, abgekochtes Wasser und wischen Sie ihn vorsichtig vom äußeren Augenwinkel zum inneren.
Augentropfen bei Bindehautentzündung
Der Arzt wird Ihnen zur Behandlung der Bindehautentzündung sicher Augentropfen oder eine Augensalbe verschreiben. Welche das sind und welchen Wirkstoff sie beinhalten, hängt von der Ursache der Bindehautentzündung ab. Augentropfen aus pflanzlichen Extrakten ohne Konservierungsstoffe sind bei Babys und Kleinkindern die beste Alternative. Sollte die Bindehautentzündung bakterieller Natur sein, können die verschriebenen Augentropfen auch ein Antibiotikum enthalten.

Achtung: Wir raten ausdrücklich davon ab, Augentropfen bei Kindern ohne vorherige Empfehlung eines Arztes anzuwenden! Es ist wichtig, dass die Tropfen auch zur Entzündungsursache passen und in ihrer Zusammensetzung für Babys und Kleinkinder unbedenklich sind.

Anwendung von Augentropfen bei Babys und Kleinkindern: Eltern haben oft Probleme, ihren Kleinkindern Augentropfen zu verabreichen, da die sich meist wehren und anfangen zu weinen. Unser Tipp: Am besten träufeln Sie die Augentropfen dem liegenden Kind direkt in den inneren Augenwinkel. Danach kurz das untere Lid leicht abziehen, dann verteilen sich die Tropfen ganz von alleine.

Muttermilch als natürliche Augentropfen: Hebammen empfehlen bei einer Bindehautentzündung beim Baby, dass die stillende Mutter dem Kind einige Tropfen Muttermilch direkt von der Brust in das entzündete Auge träufelt. Muttermilch wirkt entzündungshemmend und kann daher die Heilung unterstützen.
Wichtig: Den Augen jetzt Ruhe gönnen
Das Auge braucht Ruhe und keine weitere Reizung, um schnell wieder zu heilen. Weil eine Bindehautentzündung häufig mit einer Lichtempfindlichkeit einhergeht, sollten Sie die Wohnung bzw. das Kinderzimmer deshalb ein wenig abdunkeln. Auch Computer- und Fernsehbildschirme sollten aus bleiben. Für die nötige Unterhaltung sorgen jetzt am besten Hörspiele.

Im Freien sollte Ihr Kind eine Sonnenbrille tragen. Sie schützt das angegriffene Auge vor UV-Strahlung und Wind.
So beugen Sie einer Bindehautentzündung vor
Diese Tipps helfen dabei, das Risiko für eine Bindehautentzündung beim Kleinkind zu verringern:

 Mit ungewaschenen Händen nicht ins Auge fassen: So sinkt das Infektionsrisiko.

Regelmäßige Belüftung der Räume: Sauerstoffgehalt der Luft wirkt wie ein natürlicher „Augenbefeuchter“. Aus dem gleichen Grund sollten Kinder auch möglichst oft an der frischen Luft sein.

Sonnenbrille tragen: Schützen Sie die empfindlichen Kinderaugen vor der UV-Strahlung im Sommer, aber auch vor der starken Lichtreflektion des Schnees im Winter.

Zugluft vermeiden: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind z.B. im Auto keine Zugluft abbekommt.

Verträgliche Babypflege-Produkte: Nutzen Sie nur dermatologisch getestete und verträgliche Babyprodukte.

Fernsehen in kleinem Maß: Bildschirme können die Augen schnell überanstrengen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind sich nicht zu lange mit Computer, Fernsehen und Co. beschäftigt.


➤ Auf der nächsten Seite lesen Sie, was es mit der Heilpflanze Augentrost auf sich hat und wie sie bei Bindehautentzündungen helfen kann.


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