Bluttest könnte Risiko für Plötzlichen Kindstod erkennen

Der Plötzliche Kindstod ist unheimlich: Noch immer sterben scheinbar kerngesunde Babys ganz plötzlich und unerwartet nachts im Schlaf. Bei den Ursachen tappten die Mediziner bislang im Dunkeln. Das könnte sich jetzt ändern! Ein Forscherteam der Kinderklinik Boston hat herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen der Serotonin-Konzentration im Blut und dem Plötzlichen Kindstod gibt.


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Plötzlicher Kindstod: Auffallend hoher Serotonin-Wert

Kann bald ein Bluttest das Risiko für den Plötzlichen Kindstod bestimmen?


© iStock
Die amerikanischen Wissenschaftler des Boston Children's Hospital um Dr. Robin L. Haynes haben bei ihren Untersuchungen herausgefunden, dass 31 Prozent der untersuchten Babys, die an SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) gestorben sind, eine auffallend hohe Serotonin-Konzentration im Blut hatten. Das könnte der lange gesuchte Beweis sein, dass die Serotonin-Konzentration mitverantwortlich für den Plötzlichen Kindstod ist! Auf dieser Basis könnte in näherer Zukunft ein Risiko-Bluttest für neugeborene Babys entwickelt werden.
Der Zusammenhang von Serotonin und dem Plötzlichen Kindstod
Serotonin ist bekannt als das „Glückshormon“. Der Botenstoff (Neurotransmitter), der in unserem Nervensystem Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergibt,  ist aber auch verantwortlich für das Herz-Kreislauf-System, den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Atmung. Ist der Serotonin-Wert zu hoch (oder auch zu niedrig), kann sich das auf die Muskulatur der Atemorgane auswirken.
Andere wissenschaftliche Studien haben schon vor einiger Zeit einen Zusammenhang zwischen einem geringen Orexin-Wert im Blut und dem Plötzlichen Kindstod nachgewiesen. Das Neurohormon Orexin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und sorgt dafür, dass man nachts aufwacht – beispielsweise wenn zu wenig Sauerstoff zur Verfügung steht. Aber auch niedrige Serotonin-Werte (im Hirnstamm) können ein Biomarker für den Plötzlichen Kindstod sein, wie frühere Studien der Kinderklinik Boston gezeigt haben.
Bluttest könnte SIDS-Risiko senken
Störungen bei den beiden Botenstoffen könnten erklären, warum gesunde Babys nachts scheinbar grundlos sterben. Und die neuen Ergebnisse lassen einen Bluttest, der das Risiko für den Plötzlichen Kindstod bestimmen könnte, immer wahrscheinlicher werden. Diese Nachricht macht Hoffnung – gelöst ist das Rätsel um den Plötzlichen Kindstod damit aber noch lange nicht: Die Erkenntnis, dass der Plötzliche Kindstod die Folge einer Atemstörung ist, ist nicht neu. Der Mangel an Orexin und ein abweichender Serotonin-Wert sind wahrscheinlich nur zwei von vielen möglichen Gründen für den Plötzlichen Kindstod.
Diese Tipps retten Baby-Leben!
Für Eltern gilt deshalb weiterhin der Rat: Um den Plötzlichen Kindstod zu vermeiden, sollten Babys grundsätzlich in Rückenlage auf einer festen Matratze schlafen – fern von Kissen, Decken und Kuscheltieren!

Schutzmaßnahmen gegen den Plötzlichen Kindstod
  • 1 / 6
    Ihr Baby sollte in Rückenlage schlafen

    Die allerwichtigste Maßnahme in Sachen SIDS-Prävention: Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken. So kann es sein Gesicht nicht zu dicht an die Matratze drücken und eventuell das ausgeatmete Kohlendioxid wieder einatmen.

  • 2 / 6
    Keine Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere

    Auch wenn wir unseren Kindern gerne etwas zum Kuscheln mit ins Bett geben wollen: Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere haben bei Babys unter einem Jahr nichts im Bettchen verloren. Babys sind aus dem Mutterleib Begrenzungen gewohnt – und lieben diese auch nach der Geburt. Wenn also irgendwo ein Kuscheltier oder ähnliches zu greifen ist, drücken sie ihr Gesichtchen daran. Und dann besteht die Gefahr, dass sie Kohlendioxid einatmen und bewusstlos werden.

  • 3 / 6
    Schlafsack statt Decke

    Ein Baby ist am besten in einem Schlafsack aufgehoben. Da können Mund und Nase erst gar nicht irgendwo drunter rutschen und das Atmen erschwert werden. Und: Vor allem kleine Babys haben im Schlafsack nicht genug Bewegungsspielraum, um sich auf den Bauch zu drehen.

  • 4 / 6
    Bitte nicht rauchen!

    Ihrem Kind zu Liebe sollten Sie weder in der Schwangerschaft noch später, wenn das Baby da ist, rauchen. Kinder von rauchenden Müttern haben oft vorbelastete Atemwege und ein schwächeres Immunsystem – und damit nachgewiesen ein höheres Risiko am Plötzlichen Kindstod zu sterben. Das Nichtrauch-Gebot gilt natürlich auch für Papas und den lieben Besuch!

  • 5 / 6
    Die ideale Schlaftemperatur

    Das Schlafzimmer Ihres Babys sollte nicht zu warm sein: Ideal sind 16 bis 18 Grad. In Babys Nacken können Sie am besten fühlen, ob ihm zu warm oder zu kalt ist.

  • 6 / 6
    Stillen schützt

    Studien zeigen: Muttermilch schützt Babys vor dem SIDS. Bei gestillten Babys ist das Risiko, plötzlich im Schlaf zu sterben, um 50 Prozent geringer. Wenn es möglich ist, sollten Sie Ihr Baby also vier Monate voll stillen. Wenn Sie nicht stillen, geben Sie Ihrem Baby zum Schlafen einen Schnuller. Durch das Saugen wird nämlich verhindert, dass sich Kinder die Luftzufuhr blockieren – so zumindest die Vermutung der Ärzte.



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Quelle: www.pnas.org



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