Brustkrebs: Risikofaktoren, Symptome, Früherkennung

Mit ungefähr 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr stellt Brustkrebs die am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen dar. Seit 1985 steht der Monat Oktober für die Aufklärung und Vorsorge rund um das Thema Brustkrebs. Dies haben wir uns zum Anlass genommen, mit Mythen über die Diagnose und die Behandlung des Mammakarzinom aufzuräumen.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Brustkrebs Früherkennung

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.


© iStock
Durchschnittlich erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs (auch Mammakarzinom genannt). Dabei tritt der Großteil der Brustkrebserkrankungen zufällig auf, das heißt, ohne, dass die Erkrankung bereits in der Familie aufgetreten wäre. Rund die Hälfte der Betroffenen ist zum Zeitpunkt der Diagnose unter 65 Jahren – etwa jede zehnte sogar unter 45 Jahren.

Natürlich ist die Diagnose Brustkrebs für Betroffene zunächst ein großer Schock. Doch: Brustkrebs ist heilbar. Wird das Mammakarzinom früh erkannt, sind die Heilungschancen meist gut – deswegen ist Früherkennung, und damit einhergehend eine umfassende Aufklärung, so wichtig.

Was ist Brustkrebs?


Unter Brustkrebs versteht man einen bösartigen Tumor der Brustdrüse.
Mehr als drei Viertel aller erstastbaren Knoten oder Brusttumoren sind gutartig, also kein Krebs. Wenn Frauen Knoten in ihrer Brust ertasten, sind das also häufig entweder mit Flüssigkeit gefüllte Zysten oder gutartige Geschwülste, die vom Bindegewebe oder Fettgewebe ausgehen. Bösartige Tumoren der Brust gehen dagegen vom Drüsenteil der Brust aus, meist von den Milchgängen, oder seltener von den Drüsenläppchen.
Brustkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Bei einer Mehrheit der betroffenen Personen tritt die Erkrankung spontan auf, das heißt, dass Mediziner keine klaren Ursachen ausmachen können.

Es gibt allerdings Risikofaktoren, die die Krankheit begünstigen können. Dazu zählen:

Fortgeschrittenes Alter: Die meisten Frauen sind zum Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose über 65 Jahre alt.
Langfristige Einnahme weiblicher Sexualhormone: Beispielsweise als Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Die Antibabypille erhöht das Risiko dagegen nur geringfügig.
Einsetzen der Regelblutung in sehr jungen Jahren: Das heißt, eine lange Zeitspanne an natürliche Hormonschwankungen bei der Frau.
Spätes Einsetzen der Wechseljahre: Auch hier ist die lange Zeitspanne an Hormonschwankungen die Ursache.
Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren
Regelmäßiger erhöhter Alkoholkonsum
Kinderlosigkeit oder eine erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr

Wichtig: Brustkrebs ist sehr verschiedenartig – viele Ärzte sind sogar der Ansicht, dass jede Patientin „ihren eigenen“ Brustkrebs hat. Informationen aus dem Internet können also die persönliche Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen.
Risikofaktor genetische Veranlagung

Bei manchen Brustkrebspatienten tritt die Erkrankung in der Familie gehäuft auf. Doch nur bei einem Teil davon liegt eine eindeutig erbliche Veranlagung vor: Bei 25 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs finden sich mehrere Fälle von Brustkrebs in der Familie, aber nur bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Erkrankten ist eine genetische Veranlagung mitverantwortlich für die Entstehung des Mammakarzinoms.

Veränderungen der beiden „Tumorgene“ BRCA-1 und BRCA-2 (BRCA geht auf das englische BReast CAncer zurück) sind für etwa fünf Prozent aller Brustkrebsfälle verantwortlich. Statistisch gesehen entwickelt sich bei etwa 50 bis 80 Prozent aller Frauen, bei denen BRCA-1 oder BRCA-2 eine Mutation aufweisen, vor dem 70. Lebensjahr Brustkrebs.

Ob es für Sie sinnvoll wäre, einen Gentest durchführen zu lassen, wird Ihr Arzt mit Ihnen zusammen in Hinblick auf Erkrankungen in Ihrem familiären Umfeld eruieren. Momentan gibt es noch keine speziellen Therapien für Träger von derart mutierten Genen. Eine mögliche Maßnahme ist in solchen Fällen zum Beispiel die Entfernung des noch gesunden Brustgewebes.
Brustkrebs erkennen: Zu Beginn kaum Symptome

Brustkrebs entwickelt sich oft über Jahre – und anfangs zeigt das Mammakarzinom in den meisten Fällen keine Symptome oder Schmerzen. Es gibt aber durchaus Anzeichen, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können.

Zu den Symptomen zählen:

Knoten im Brustgewebe oder eine generelle Verhärtung der Brust
Grübchen oder Rötungen der Haut
• Eine einseitige Vergrößerung der Brust
Eingezogene Brustwarzen
• Die Brustwarzen sondern Flüssigkeit ab (wässrig, blutig oder eitrig)
Tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle (die vorher noch nicht bestanden)

In unserer Grafik haben wir für Sie die wichtigsten Symptome bildlich zusammengefasst:

Symptome bei Brustkrebs


© iStock / vision net ag
Wichtig: Diese Symptome bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Erkrankung vorliegt. Schwellungen oder Verhärtungen der Brust können zum Beispiel auch bei einem Milchstau und einer Brustentzündung auftreten. Trotzdem gilt grundsätzlich: Veränderungen der Brust sind immer verdächtig und sollten mit einem Arzt abgesprochen werden.
Diagnose Brustkrebs: Früherkennung rettet Leben

Laut Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft hat Brustkrebs im Vergleich zu anderen Tumorerkrankungen einen relativ günstigen Krankheitsverlauf: 81 Prozent aller Brustkrebspatienten überleben die Krankheit im Zeitraum von fünf Jahren nach der Ersterkrankung. Eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgschancen der Therapie deutlich.

Deswegen ist das in Deutschland gültige Früherkennungsprogramm für Brustkrebs so wichtig. Dieses umfasst folgende Maßnahmen:

• Ab dem 30. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen eine jährliche Abtastung der Brüste und Achselhöhlen beim Gynäkologen. Empfohlen wird diese ärtztliche Früherkennung allerdings schon für Frauen ab 20 Jahren. Viele Ärzte machen deswegen das Abtasten der Brust meist automatisch und kostenfrei bei der jährlichen Untersuchung mit.

• Ab 50 und bis einschließlich 69 Jahren sollte noch alle zwei Jahre eine Mammographie hinzukommen. Das Mammographie-Screening wird von den Krankenkassen übernommen und eignet sich gut zur Brustkrebsfrüherkennung, weil es - im Gegensatz zur Tastuntersuchung - schon sehr kleine Tumoren in einem frühen Stadium erkennen kann.

Da eine frühe Entdeckung von Brustkrebs entscheidend ist, sollten Sie das Früherkennungsprogramm auf jeden Fall nutzen. Fast noch wichtiger ist allerdings, die eigene Brust auch selbst regelmäßig abzutasten und auf äußerlich sichtbare Veränderungen zu achten. Am besten lassen Sie sich bei der Abtastung beim Gynäkologen von Ihrem Arzt zeigen, auf was Sie beim Abtasten der Brust achten müssen.

Unsere Grafik gibt Ihnen Anhaltspunkte, wie Sie beim Abtasten am besten vorgehen:

Abtasten der Brust


© iStock/ vision net ag
Ein Tipp: Stellen Sie sich Ihre Brust als Quadrat aus vier Teilen vor. Dazu ziehen Sie gedanklich ein Kreuz über die Brust mit der Brustwarze als Zentrum. Tasten Sie die vier Bereiche nach einander systematisch ab. Statistiken zeigen, dass Tumore am häufigsten den obere äußeren Quadranten befallen, da dieser auch den größten Teil der Brustdrüse enthält.

 Das könnte Sie interessieren: Neue Hoffnung bei Unfruchtbarkeit nach Krebs

Viele Frauen, die den Brustkrebs überlebt haben, stehen vor einem neuen Problem: Die Therapie wirkt sich auf die Fruchtbarkeit aus.




von Nicole Metz




mehr zum Thema
Gesundheitstipps Krankheiten
Artikel kommentieren
Login