Erstuntersuchung beim Baby nach der Geburt


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U-Untersuchungen beim Baby: Was bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen passiert, zeigen wir Ihnen im Video.

Erste Untersuchungen nach der Geburt

 
Es ist geschafft, die Strapazen sind vorbei, die Geburt ist überstanden.
Das Baby ist da und alle sind erst einmal glücklich. Doch ist das Kind auch gesund? Und wird es sich in den nächsten Monaten auch gut entwickeln? Um das herauszufinden gibt es in den ersten 4 Lebensjahren insgesamt 9 Vorsorgeuntersuchungen. Krankheiten oder Entwicklungsstörungen sollen so frühzeitig erkannt werden. Der erste Check-up im Leben eines Kindes ist die U1, direkt nach der Geburt. 

Noch mehr Informationen zu den einzelnen U-Untersuchungen finden Sie in unserer Bildergalerie:



Dr. med. Christoph Storck, Kinder- und Lungenfacharzt:
„Die Neugeborenen-Basisuntersuchung ist die erste Beschreibung des kindlichen Zustands nach der Geburt. Sie liefert wichtige Informationen zur unmittelbaren weiteren medizinischen Betreuung. Und sie gibt den Eltern eine erste Rückmeldung, ob ihr Kind gut im Leben angekommen ist.“

Endlich ist ihr Baby auf der Welt! Von nun an wird sich für Sie, wie für alle frisch gebackenen Eltern, einiges ändern.

 
 
 
Die kleine Karla kam durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Hebamme und Kinderärztin überprüfen nun, ob sie die Geburt gut überstanden hat und in welchem Gesundheitszustand sie sich befindet. Herz und Lunge werden sorgfältig abgehorcht. Karla atmet und schreit, die Kinderärztin ist mit ihr zufrieden. Doch um sicherzugehen, dass Karlas Gesundheitszustand auch stabil ist, muss ein sogenannter Apgar-Test gemacht werden und schließlich nach 5 und dann nach 10 Minuten wiederholt werden.   


Die Kinderärztin begutachtet Karla nun von oben bis unten. Geschlechtsteile, Organe, Finger, alles ist vollständig vorhanden. Sie untersucht Karlas Hautfarbe, die Muskelspannung und überprüft ihre angeborenen Reflexe.

 
Wie alle Kinder bekommt Karla sicherheitshalber Vitamin K Tropfen, um einer Blutgerinnungsstörung durch Unterversorgung vorzubeugen.
 

Sobald das Kleine wohlauf ist, misst die Hebamme bei jedem Neugeborenen die Körperlänge und den Kopfumfang. Dann kommt das Baby zum ersten Mal auf die Waage. 3,5 Kilo wiegt die kleine Karla bereits. Ihre Eltern können stolz sein.

 
Nach 3 bis 4 Tagen wird ein neugeborenes Kind schon wieder auf Herz und Nieren überprüft. Wenn alles ok ist, darf die kleine Alexa heute mit ihrer Mutter nach Hause gehen.

 
Doch vorher bekommt sie noch die sogenannte U2. Diese Neugeborenen-Basisuntersuchung findet normalerweise zwischen dem dritten und zehnten Tag nach der Geburt statt. In der Entbindungsklinik oder beim niedergelassenen Kinderarzt.
Wie alle Kinder wird auch Alexa heute besonders gründlich durchgecheckt.
Der Kinderarzt untersucht Organe, Geschlechtsteile, Haut und Knochen. Er überprüft die Funktion der Schilddrüsen, kontrolliert nochmal die Reflexe und stellt fest, ob das Baby an einer Gelbsucht leidet.

Sämtliche Daten werden in dem gelben Vorsorgeheft genau festgehalten und an die Eltern ausgehändigt. Das Heft sollte man zu Hause sicher aufbewahren und bei jeder weiteren Vorsorgeuntersuchung zum Kinderarzt mitnehmen.    
 

Alexa und ihre Zwillingsschwester sind gesund, auch die Mutter ist wohlauf. Sie können schon wenige Tage nach der Geburt die Klinik wieder verlassen.
 

Nach einer ambulanten Geburt gehen viele Mütter bereits nach wenigen Stunden wieder nach Hause. Sie müssen besonders darauf achten, die Neugeborenen-Basisuntersuchung nicht zu versäumen.
 

Paulchen bei seinem ersten Besuch beim Kinderarzt. Heute steht die dritte Vorsorgeuntersuchung an. Und die ist zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche fällig. Der Kinderarzt kontrolliert ob sich Paul in den vergangenen Wochen altersgerecht entwickelt hat und ob seine Beweglichkeit seitengleich ist. Für den fälligen Ultraschall wird Paul an einen anderen Kinderarzt überwiesen. Doch diese Untersuchung des Hüftgelenks darf er auf keinen Fall versäumen. Denn je eher eine mögliche Fehlstellung erkannt wird, desto besser kann sie korrigiert werden.

 
Ein guter Kinderarzt erkundigt sich immer bei der Mutter über das allgemeine Verhalten des Kindes. Er fragt nach ob es Probleme oder Auffälligkeiten beim Trinken, der Verdauung oder beim Schlafen gibt. Wichtig ist, dass die Eltern ihre Beobachtungen dem Kinderarzt mitteilen.

 
Dr. med. Christoph Storck, Kinder- und Lungenfacharzt: „Die Eltern spielen die zentrale Rolle bei der Überprüfung des Gesundheitszustands. Eltern können ihr Kind beobachten, Eltern kennen ihr Kind am besten und können Vergleiche ziehen in seinem Befinden. Die Eltern können direkt auch Körperfunktionen überwachen. Überwachung wie zum Beispiel Fieber messen, Trinkmenge aufschreiben und Anzahl der Durchfälle oder des Erbrechens protokollieren. Die Eltern sind somit die zentralen Helfer in der medizinischen Weiterbehandlung des Kindes. Von der Anamnese also der Krankenvorgeschichte, die im Wesentlichen die Eltern liefern und beschreiben, hängt 80 Prozent der Diagnosestellung ab.“


 
Auch bei der U4 untersucht der Kinderarzt gründlich die Organe und die Geschlechtsteile. Hinzu kommen Hör- und Sehtests sowie die Überprüfung des Reaktionsvermögens und der Beweglichkeit nach links und rechts. So können Fehlbildungen von vornherein erkannt und behandelt werden.


 

Der Kinderarzt kontrolliert heute die sogenannte Fontanelle, denn nur wenn die Knochenlücke ausreichend groß ist, kann der Schädel problemlos wachsen.

 
Auch das Impfen ist jetzt Thema. Bevor der Kinderarzt zum ersten Mal impft, wird er die Eltern ausführlich über die Hintergründe der einzelnen Impfungen aufklären. Ist das Kind gesund, kann bei der U4 die erste Impfung stattfinden.
 

Lara ist heute quietschfidel. Der Impfung steht also nichts im Wege. Ein einziger kleiner Pieks und schon ist das Mädchen gegen 6 verschiedene Infektionskrankheiten gewappnet.

 
Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres finden noch 2 weitere Vorsorgeuntersuchungen statt. Die U5 und die sogenannte Erstjahresuntersuchung, die U6.


Bei der U5 wird das Hör- und Sehvermögen nochmals ausführlich getestet. Richtungshören auf neutrale Geräusche sollte beim Kind vorhanden sein.
Der Kinderarzt kann mit Hilfe eines Augenspiegels jetzt feststellen ob das Kind schielt.
 
Aber wie gut sind eigentlich die Sinne eines Babys nach der Geburt ausgebildet? Antworten gibt´s hier:

 

 
Vor allem Beweglichkeit und Körperbeherrschung des Kindes werden überprüft. Der Kinderarzt kontrolliert, ob sich das Kind in Bauchlage auf seine Arme abstützen kann und ob es sich hochziehen kann, wenn man es an 2 Fingern festhält.
 

Bei Marlene ist alles bestens. Sie kann in Sitzposition ihr Köpfchen gut halten und schon gezielt nach Gegenständen greifen. Der Kinderarzt überprüft natürlich auch den Gesundheitszustand des Kindes und kann eventuelle Erkrankungen frühzeitig erkennen.
 

Dr. med. Christoph Storck, Kinder- und Lungenfacharzt:
“Bei älteren Kindern geht dann die Beurteilung der körperlichen Entwicklung über in den Bereich anderer Erkrankungen und Störungen, die sich weniger auf angeborene Störungen beziehen sondern auch auf Erkrankungen, die sich im späteren Lebensalter zeigen. Das sind zum Beispiel Erkrankungen der Haut, wie Neurodermitis und Ekzeme, Erkrankungen der Atemorgane wie Allergien und Asthma. Das sind alles Dinge, die im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung nochmals angeschaut, erkannt und auch frühzeitig den Eltern übermittelt werden.“



 
Bei der Einjahresuntersuchung, der U6 wird nochmal verstärkt die Beweglichkeit und Körperbeherrschung begutachtet. Der Kinderarzt schaut, ob das Kind schon mit gestreckten Beinen und geradem Rücken frei sitzen, oder sogar alleine stehen und sich dabei festhalten kann. 

Patrick macht das prima. Wie viele Kinder in dem Alter kann er sich schon in den Stand hochziehen. Der Kinderarzt erinnert an die erforderlichen Auffrischungsimpfungen und erkundigt sich bei den Eltern nach dem allgemeinen Verhalten und der Entwicklung des Kindes. Denn auch hier können frühe Hinweise spätere Schäden minimieren.
Wie entwickelt sich ihr Baby? Informieren Sie sich in unserem Entwicklungskalender:



 
Dr. med. Christoph Storck, Kinder- und Lungenfacharzt:
„Hinweise auf den geistigen Zustand des Kindes können sich im Rahmen der Vorsorge aus ganz unterschiedlichen Eindrücken ergeben. Das fängt schon mit dem Neugeborenen an, wie es Blickkontakt aufnimmt und wie es Interaktionen in der Stimme beantwortet. Auch wie soziale Äußerungen wie Lächeln oder Lautbildung sich entwickeln, wie sich das Kind in seiner Muskelanspannung, bei Ansprache und Kommunikation verhält,  gehört dazu.  Im Wesentlichen geht es hier um das Thema Kommunikationsfähigkeit mit den jeweiligen Möglichkeiten. Im frühen Säuglingsalter, im späteren Säuglingsalter bis hin zur Beurteilung der Sprachentwicklung im Kleinkindesalter.“
Wie die Interaktion und die Kommunikation bei einem Baby abläuft, sehen sie in unserem Video: Wie das Baby mit seinen Eltern kommuniziert

Noch mehr Infos zur Sprache und Ausdrucksweise von Babys bekommen Sie in unserer Bildergalerie:

 

Alle Vorsorgeuntersuchungen sind ein Gesundheitsservice, auf den in Deutschland jedes Kind einen Anspruch hat. Die Kosten werden vom Gesetzgeber übernommen. Eltern sollten auf alle Fälle diese Untersuchungen mit ihrem Kind wahrnehmen. Nur wenn bestimmte Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, lassen sich schwerwiegende Schäden vermeiden. Und das ist mit Sicherheit das Beste für die gesunde Entwicklung eines Kindes.

 
Dr. med. Christoph Storck, Kinder- und Lungenfacharzt:
„Die Vorsorgeuntersuchungen U2 bis zur Jugendgesundheitsberatung, J1 sind eine wichtige Möglichkeit sich kinder- und jugendärztlichen Rat zu holen. Es wird die Entwicklung des Kindes beurteilt, es gibt den Eltern Rückmeldung über Stärken oder auch Schwächen des Kindes, es ermöglicht drohende Fehlentwicklungen, gesundheitliche Risiken früher als vielleicht sonst zu erkennen. Es ist eine zusätzliche Chance, dem Kind und dem Jugendlichen eine gesunden Start in ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.“



 
Denn Kinder, die von Anfang an gesund und munter aufwachsen entwickeln sich später auch zu gesunden und glücklichen Erwachsenen.     

Mutter zu sein ist schön und gleichzeitig sehr aufregend und auch stressig! Wir zeigen Ihnen, wie sie eine entspannte Mama werden: 



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