Aufklärung für Jugendliche: Diese Themen sollten Sie ansprechen

Rein technisch und biologisch wissen Jugendliche ganz gut Bescheid über Sex. Statt dessen sollten Sie diese Themen unbedingt ansprechen.


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Viele Eltern denken, sie müssten in puncto Aufklärung hauptsächlich über die Empfängnis sprechen. Dabei wissen Jugendliche rein technisch und biologisch gesehen gut Bescheid – vernachlässigt werden oft Themen, die die Verhütung und die intime Beziehung zwischen zwei Menschen betreffen.
•    Wie schützt man sich vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten?
•    Wenn etwas bei der Verhütung schief läuft, sofort zum Frauenarzt und die „Pille danach“ verschreiben lassen!
•    Wie verläuft der Erregungszyklus bei Jungen und Mädchen? Woran merke ich, dass es dem anderen gefällt und ob der andere einverstanden ist?
•    Auch beim Petting kann man schwanger werden und Krankheiten übertragen!
•    Welche unterschiedlichen Wertvorstellungen existieren über Sexualität, Partnerschaft, etc.?
Verhütung für Anfänger


Verhütung bei Jugendlichen


© Thinkstock
Nicht alle Verhütungsmethoden sind für Jugendliche geeignet, manche erfordern eine sorgfältige Kenntnis und Beobachtung des eigenen Körpers, wie beispielsweise natürliche Methoden, die auf Körpertemperatur und Zyklusveränderungen beruhen. Auch das Diaphragma, die Drei-Monats-Spritze oder das Frauenkondom sind bei jungen Frauen nicht zu empfehlen. Manche chemische Verhütungsmittel wie Zäpfchen, Gels oder Cremes gelten als unsicher und sollten nur in Kombination mit anderen Mitteln angewendet werden. Diese Methoden gelten als sicher und sind optimal für „Verhütungsanfänger“:

Verhütung bei Jugendlichen
  • 1 / 6
    Kondom

    Nur das Kondom schützt gleichzeitig vor ungewollter Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten. Die richtige Handhabung ist für den Schutz allerdings wichtig und sollte vorher geübt werden.

  • 2 / 6
    Pille oder Mini-Pille

    Schützt zuverlässig vor Empfängnis, muss aber jeden Tag pünktlich eingenommen werden. Möglicherweise sollten Mütter ihre zerstreuten Teenager-Töchter daher bei der Routinefindung bei der Einnahme unterstützen – einen Handy-Alarm stellen oder ähnliches. Die Pille gilt als beliebteste Verhütungsmethode bei jungen Frauen, trotzdem können Nebenwirkungen auftreten. Am besten besprechen Sie diese Methode zusammen mit Ihrer Tochter beim Frauenarzt.

  • 3 / 6
    Hormonimplantat

    Ein kleines Stäbchen, das unter die Haut implantiert wird und drei Jahre lang zuverlässig vor ungewollten Schwangerschaften schützt. Die Wirkungsweise ist ähnlich der Pille, es wird verhindert, dass eine Eizelle heranreift. Allerdings gibt es auch hier mögliche Nebenwirkungen.

  • 4 / 6
    Verhütungspflaster

    Wird alle sieben Tage neu aufgeklebt und verhindert, wie die Pille, hormonell den monatlichen Eisprung.

  • 5 / 6
    Spirale

    Ein kleines Stück Kunststoff wird vom Arzt in die Gebärmutter eingelegt und verhindert, dass Spermien aufsteigen beziehungsweise dass sich befruchtete Eizellen einnisten. Mögliche Nebenwirkungen sind verstärkte Menstruationsschmerzen oder eine höhere Wahrscheinlichkeit für Eileiterentzündungen. Auch für diese Methode ist im Vorfeld eine gründliche Beratung beim Frauenarzt nötig.

  • 6 / 6
    Vaginalring

    Ein weicher Kunststoffring, der in die Scheide eingeführt wird, wo er kontinuierlich Hormone abgibt. Nach 21 Tagen wird er entfernt und nach einer Woche ein neuer Ring eingelegt. Die Nebenwirkungen sind mit denen der Pille vergleichbar.




Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es?
Wo zwei Körper nah aufeinander treffen und Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden, können sich auch Krankheiten übertragen. Die meisten Teenager kennen zwar den HI-Virus und wissen, dass man sich davor schützen muss, aber wie sieht es mit anderen Geschlechtskrankheiten aus? Studien und Umfragen belegen in diesem Bereich großen Nachholbedarf, mehr als die Hälfte der Jugendlichen weiß beispielsweise nicht, was Chlamydien sind. Das ist kein Ruhmesblatt für den Aufklärungsunterricht in der Schule, sorgen Sie daher vor dem ersten Geschlechtsverkehr für ein solides Grundwissen bei Ihrem Kind.

•    HPV (Humanes Papillomvirus): Wird beim Sex häufig übertragen und gehört zu den weltweit häufigsten Infektionen. Kann der Auslöser für schmerzhafte Genitalwarzen, aber unter Umständen auch für Gebärmutterhalskrebs sein. Es wird empfohlen, junge Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr dagegen impfen zu lassen. Die Impfung wird von den gesetzlichen Kassen übernommen.

•    Chlamydien: Ist in Deutschland die am häufigsten übertragene Krankheit. Die Bakterien verursachen Brennen in der Harnröhre oder Ausfluss, oft bleiben sie aber unbemerkt. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie bei Frauen Unfruchtbarkeit verursachen.

•    Tripper (Gonorrhö): Wird ebenfalls durch Bakterien verursacht. Bleibt bei Frauen oft ohne Symptome, löst bei Männern aber eine eitrige Harnröhrenentzündung aus. Längere Infektionen können bei Mann und Frau zu Unfruchtbarkeit führen.

•    Syphilis: Geschwüre im Genitalbereich und Ausschlag auf den Schleimhäuten gehören zu den Symptomen. Wird die Krankheit rechtzeitig entdeckt, helfen einfache Antibiotika. Unbehandelt können die Erreger auch noch nach Jahren Nervenschädigungen oder Lähmungen verursachen.