Das sollten Eltern wissen: Dreijähriger stirbt nach Windpocken-Erkrankung

In England ist es zu einem tragischen Vorfall gekommen: Ein dreijähriger Junge ist an den Folgen einer Windpocken-Erkrankung gestorben. Seine Mutter will nun andere Eltern warnen.


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Windpocken sind bei Kindern nichts Ungewöhnliches: 90 Prozent aller Kinder in Deutschland haben sich bis zu ihrem 14. Lebensjahr einmal mit Windpocken angesteckt – und die Erkrankung gut überstanden. In ihrem regulären Verlauf gilt die Kinderkrankheit als unproblematisch; ein tragischer Fall in Großbritannien ruft nun allerdings die Gefahren der Varizellen-Infektion ins Gedächtnis: Einem dreijährigen Jungen in England kostete die Kinderkrankheit das Leben.

Streptokokken-Infektion


Zunächst wurde der jungen Mutter Jasmine Shortland von den Ärzten gesagt, dass ihr kleiner Sohn am plötzlichen Kindstod gestorben ist. Doch kurz darauf revidierten die Ärzte ihre Diagnose: Der kleine Bryan-Andrew starb an einer Streptokokken-Infektion. Streptokokken des Typs A waren durch eine aufgekratzte Windpocke in den Körper des kleinen Jungen eingedrungen und führten dort offenbar zu einer Blutvergiftung.

Die 23-jährige Mutter brachte den dreijährigen Bub zu seiner Oma, als dieser die typischen Symptome von Windpocken zeigte - einen geschwollenen Hals und Nacken – damit sich ihr jüngerer Sohn nicht bei dem kleinen Bryan-Andrew anstecken konnte.

„Am Abend ist er noch herumgetobt. Er schien glücklich. Er hat gelacht und Witze gemacht“, erzählt Jasmine dem Mirror. Doch als seine Großmutter ihn am nächsten Morgen wecken wollte, war der kleine Junge tot. Der alarmierte Notarzt versuchte noch, den Dreijährigen wieder zu beleben. Doch für den kleinen Jungen war es zu spät.


Warnung an alle Eltern

„Ich denke, es ist wichtig zu wissen, was passieren kann. Ich dachte, Windpocken sind normal. Jedes Kind bekommt sie“, sagt die junge Mutter, die nun vor allem andere Mütter zu mehr Wachsamkeit aufrufen möchte. „Es kommt so selten vor. Ich versuche, bei anderen Müttern mehr Bewusstsein dafür zu wecken.“

Für ihren Sohn kam jedoch jede Hilfe zu spät: „Der Arzt sagte, selbst wenn wir ihn ins Krankenhaus gebracht hätten und er Antibiotika bekommen hätte, hätte ihm nicht mehr geholfen werden können.“ Die letzten Worte des kleinen Jungen waren am Abend vorher an seine Mama gerichtet: "Ich hab dich lieb."
Das können Eltern tun

Bei gesunden Kindern zwischen zwei und zehn Jahren heilt die Kinderkrankheit meist schnell und ohne Folgen aus. Komplikationen sind sehr selten. Lediglich bei 0,3 Prozent der Windpocken-Erkrankungen treten ernste Komplikationen auf.

Bei Erwachsenen und Teenagern über 16 Jahren können Windpocken allerdings auch einen deutlich schwereren Verlauf nehmen. Auch Babys sind anfällig für schwere Krankheitsverläufe, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist.

Die Windpocken-Impfung bietet Schutz vor der Kinderkrankheit – und kann im Alter zwischen 15 und 23 Monaten verabreicht werden.

➤ Mehr Infos zum Thema Windpocken: Symptome, Verlauf, Impfung

Ist die Krankheit bei Ihrem Kind ausgebrochen, sollten Eltern den Krankheitsverlauf und die Symptome gut im Auge behalten. Wenn sich ein Baby mit der Varizellen-Infektion infiziert, sollten Sie am besten einmal mehr den Arzt aufsuchen.
Zusätzlich sollten Sie Ihre Kinder unbedingt daran hindern, die Pocken aufzukratzen. Am besten schneiden Sie die Fingernägel ihres Kindes ganz kurz, zusätzlich können Baumwollhandschuhe helfen – wenn Ihr Kind sie anbehält. Vermeiden sollten Ihre Kleinen heiße Bäder oder Duschen, denn diese können den Juckreiz zusätzlich fördern.

von Nicole Metz




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