Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Enuresis

Bettnässen hat oftmals eine genetische Veranlagung zur Ursache. So kann bspw. der Mangel an ADH für das nächtliche Einnässen verantwortlich sein. Mehr Infos zu den Ursachen der Enuresis und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier.


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Ursachen fürs Bettnässen


Enuresis: Ursachen und Therapiemöglichkeiten


© Thinkstock
Eine häufige Ursache für das Bettnässen ist die familiäre Veranlagung. In vielen Familien sind mehrere Geschwister, sowie nahe Verwandte wie die Eltern oder Großeltern vom Bettnässen betroffen. Bei primärer Enuresis liegt in vielen Fällen eine genetisch bedingte Reifungsstörung vor, die unter anderem die Kontrolle der Blasenfunktion verzögert.

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es einen Zusammenhang zwischen Bettnässen und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung). Leidet ein Kind an ADHS, so hat es Schwierigkeiten, bestimmte Reize, wie eben auch den Blasenreiz, im Gehirn richtig zu verarbeiten. Unter Kindern mit ADHS gibt es laut Studien dreimal so viele Fälle, die an Enuresis leiden als bei Gleichaltrigen ohne ADHS.

Ein Mangel an ADH, dem antidiuretischen Hormon, auch Antiwasserlasshormon genannt, ist oftmals der Grund für eine primäre Enuresis. Normalerweise schüttet der Körper nachts verstärkt ADH aus, was wiederum bewirkt, dass der Körper weniger Urin produziert. Bei vielen Bettnässer-Kindern ist die ADH-Produktion gestört. Oftmals schlafen diese Kinder besonders tief und sind nur schwer weckbar.

Als mögliche Ursache für Bettnässen muss auch falsches Trinkverhalten genannt werden. Kinder sollten über den Tag verteilt ausgewogen trinken. Bei Kindern, die zu wenig trinken, kann sich das Wachstum der Blasenkapazität verzögern. Eltern sollten vor allem darauf achten, dass ihre Kinder besonders nachmittags und abends keine oder nur geringe Menge an gezuckerten und koffeinhaltigen Getränken zu sich nehmen.

Psychosoziale Probleme
und schwierige familiäre Beziehungen sind nur in seltenen Fällen die Ursache für Bettnässen. Psychische Probleme lösen meistens eine sekundäre Enuresis aus.
Bettnässen: Was können Eltern tun?
Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bei Bettnässen. Für Eltern ist es wichtig, das Thema Bettnässen nicht zu tabuisieren und mit ihrem Kind offen darüber zu sprechen. Außerdem sollten sie sich darüber im Klaren ein, dass Nicht- oder Falschbehandlung zu chronischer Enuresis führen kann. Dem Kind muss bewusst sein, dass es sich für das Bettnässen nicht schämen muss. Etwa die Hälfte aller Kinder kann die Enuresis in einem Zeitraum von zirka drei Jahren ohne medizinische Unterstützung bewältigen.

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Wenn das Problem des Bettnässens länger anhält, sollten Betroffene einen Arzt konsultieren. Je früher man mit einer medizinischen Behandlung und einer vom Arzt vorgeschlagenen Therapie beginnt, desto besser und schneller kann dem Kind geholfen werden. Ein vom Kind selbst geführtes Blasentagebuch, bzw. ein Kalender kann die Therapie unterstützen. Windeln können zusätzlich für einen entspannten Umgang mit Bettnässen sorgen. Spezielle Trainingspants, die normalen Unterhosen ähneln, sind für Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 15 Jahren erhältlich.

Bei einer Enuresis, die durch psychosoziale Probleme ausgelöst wurde, ist eine psychologische Therapie empfehlenswert.


Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Für Hilfe sollten sich Eltern zunächst an den Kinderarzt wenden. (tat)


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