Welches Perinatalzentrum ist für extreme Frühchen das richtige?

Extreme Frühchen sind in besonderem Maße auf medizinische Hilfe von erfahrenen Ärzten angewiesen. Doch in welchem Perinatalzentrum sind sie am besten aufgehoben? Eine neue Website gibt Eltern wichtige Entscheidungshilfen.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Vater hält die Hand eines extremen Frühchens

Wo ist mein Kind in guten Händen?


© Thinkstock
Sie sind leichter als eine 1,5-Liter-Flasche Wasser und passen locker in eine Hand. In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 9000 Frühchen zur Welt, die weniger wiegen als 1500 Gramm. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese Babys noch einige Zeit im geschützten Bauch der Mutter gebraucht hätten. Aber jetzt sind sie auf die medizinische Betreuung von Ärzten angewiesen. Doch nicht jede Klinik hat die richtige Ausstattung. Und oft fehlt vor allem die nötige Erfahrung im Umgang mit solchen extremen Frühchen. Wo sind Frühchen also am besten aufgehoben?

Grundsätzlich stehen in einem Perinatalzentrum alle intensivmedizinischen Techniken und Methoden zur Verfügung, die nötig sind, um Frühchen best möglich zu versorgen. Doch bei extremen Frühchen, die noch vor der 27. SSW geboren wurden, ist das Überleben abhängig von der Erfahrung der Ärzte. Offiziell geregelt ist, dass eine Klinik ab 14 extremen Frühchen pro Jahr den Zusatz "Level-1 Perinatalzentrum" bekommt. Damit ist sie auf die Behandlung der Winzlinge spezialisiert. Wie viele Frühchen eine Klink darüber hinaus behandelt, das muss sie nicht nach außen kommunizieren. Das Problem ist also, dass Eltern bislang nur schwer überblicken konnten, welches Perinatalzentrum wirklich Routine mit extremen Frühchen hat. Aber das soll sich jetzt ändern.

Klinik-Atlas für Perinatalzentren


Seit Anfang des Jahres ist die Website www.perinatalzentren.org online. Die Site ist ein Art Klinik-Atlas für Perinatalzentren. Hier kann jede Klinik eintragen, wie viele extreme Frühchen sie behandelt haben, die weniger gewogen haben als 1500 Gramm. Eltern können dann die Kliniken nach Kriterien wie Fallzahl, Behandlungsroutine und Überlebensraten vergleichen. Allerdings sind die Angaben der Kliniken freiwillig. Und bislang haben nicht alle deutschen Perinatalzentren ihre Daten offengelegt:

Nach Angaben des AQUA-Instituts (ein unabhängiges und interessenneutrales Beratungs- und Forschungsunternehmen im Gesundheitswesen), das die Daten für perinatalzentren.org erhoben hat, sind etwa 190 Kliniken auf der Website registriert. Derzeit laufen allerdings Verhandlungen die Teilnahme an der Seite verpflichtend zu machen. Im Falle einer Einigung hätten Eltern damit ab 2016 Einblick in die Arbeit aller deutschen Perinatalzentren. Und somit wiederum zumindest ein bisschen Mitbestimmungsrecht, ich welche Hände sie das Leben ihres Kindes legen.

Screenshot von perinatalzentren.org

perinatalzentren.org: Klinik-Atlas für Peritatalzentren


© perinatalzentren.org

Wie sicher sind die Daten?
Jedes Perinatalzentrum, das auf der Website gelistet ist, verpflichtet sich, die Daten der letzten fünf Kalenderjahre an das AQUA-Institut zu übermitteln. Außerdem müssen die Daten jedes Jahr aktualisiert werden. Wie bereits erwähnt, werden auf perinatalzentren.org auch die Überlebensraten der Kliniken angegeben. Um diese vergleichbar zu machen, werden verschiedenen Risiken wie das Gewicht des Kindes oder die Schwangerschaftswoche, in der das Kind zur Welt gekommen ist, ebenfalls berücksichtigt. So bekommen Sie am Ende ein realistisches Bild darüber, wie das jeweilige Perinatalzentrum arbeitet und wie viel Erfahrung es vorzuweisen hat.




mehr zum Thema
Entwicklung Medikamente Papa Mama
Artikel kommentieren
Login