Wann die Risiken für eine Fehlgeburt steigen

In der frühen Phase der Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt noch recht hoch. Manchmal bleibt sie sogar unbemerkt. Die Ursachen sind verschieden, doch auch Stress gehört zu den Risikofaktoren.


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Fehlgeburt: die verschiedenen Ursachen


© Thinkstock
Sein Kind zu verlieren ist für Mütter wohl der schmerzhafteste Verlust. Viele Schwangere suchen nach einer Fehlgeburt vor allem bei sich die Schuld. Dabei sind die Ursachen für einen Abort  ganz verschieden und nur in wenigen Fällen auf ein wirkliches Fehlverhalten der Mutter zurückzuführen. Natürlich: Alkohol, Nikotin, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch sind schädlich für Mutter und Kind und können in einer frühen Phase der Schwangerschaft den Embryo töten. Das gilt vor allem für die ersten vier Schwangerschaftswochen.

Die anderen Ursachen können Sie kaum beziehungsweise gar nicht beeinflussen. Häufig ist die befruchtetet Eizelle einfach nicht überlebensfähig: etwa durch unerwartete Chromosomenmutationen in der Eizelle. Kaum vorzustellen, aber bei Frauen unter 30 Jahren stirbt schätzungsweise die Hälfte der befruchteten Eizellen aus diesem Grund ab, bevor sie überhaupt wussten, dass sie schwanger sind. Der Wert wird höher, je älter die Frau ist.

Auch Schäden an der Gebärmutter oder an der Plazenta können eine Fehlgeburt auslösen, zum Beispiel Gebärmuttermissbildungen oder zahlreiche größere so genannte Myome. Myome sind an sich gutartige Tumore. Sie können aber die Eizelle dabei behindern, sich einzunisten und so eine Fehlgeburt verursachen.

Haben Schwangere Diabetes, eine Stoffwechselerkrankung, eine Störung der Blutgerinnung oder andere hormonelle Störungen - zum Beispiel Probleme mit der Schilddrüße - steigt das Risiko einer Fehlgeburt ebenfalls. Oft stößt der Körper die befruchtete Eizelle einfach ab und lässt sie nicht in der Gebärmutter einnisten. Ebenso gefährlich für den Embryo sind Scheideninfektionen. Wird diese nicht früh genug erkannt, können die Bakterien den Gebärmutterhals hinauf wandern. Auch das kann im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt auslösen.


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Ebenso schlimm, aber häufig unterschätzt wird eine ganz andere Krankheit. Dabei kann man sich mit ihr im wahrsten Sinne leicht "anstecken" lassen: Stress. „Stress spielt eine wichtige Rolle bei einer Fehlgeburt“, sagt Stressforscherin Petra Arck von der Berliner Charité.

Dann nämlich, so die Wissenschaftlerin, produziert der Körper einer Frau zu wenig Progesteron (Gelbkörperhormon). Das wiederum führt zu einer unerwünschten Reaktion der Gebärmutter auf die sich einnistende befruchtete Eizelle und so zu einer Fehlgeburt. Früher nannte man diese Art der Fehlgeburt schlicht „Abstoßung“, heute sprechen die Fachleute von einer „unangepassten Immunantwort“.

Ist die Schwangerschaft schon über die Einnistungsphase um die 4. SSW fortgeschritten, kann ein zu niedriger Progesteronspiegel jederzeit in der Schwangerschaft vorzeitige Wehen und damit schlimmstenfalls eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt verursachen. Wenn vorzeitige Wehen zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, muss das nicht bedeuten, dass Sie Ihr Baby verlieren. Gehen Sie aber umgehend zu Ihrem Arzt. Ein Ultraschall kann in diesem Fall den besten Aufschluss über die Gesundheit des Babys bringen.





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