Fieber - und der Körper dreht die Heizung auf

Fieber ist lästig und unangenehm - aber an sich ist es eine gute Erfindung des Körpers. Wir erklären, warum da so ist, wann Sie mit Fieber zum Arzt gehen sollten und was Sie bei Fieber bei Kindern beachten sollten.


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Mädchen liegt mit Fieber im Bett


© Thinkstock
Wenn wir Fieber haben, ist das ein Zeichen dafür, dass unser Körper gerade dabei ist, Bakterien und Viren zu bekämpfen. Fieber ist also grundsätzlich nichts Schlimmes. Durch die erhöhte Temperatur wir der Stoffwechsel des Körpers angeregt und die winzigen Eindringlinge werden daran gehindert, sich weiter zu vermehren.

Doch während Bakterien und Viren ins Schwitzen kommen, ist uns kalt und nicht selten läuft uns ein kalter Schauer über den Rücken – Schüttelfrost.  Das mag zunächst nicht so recht zusammen passen, ist aber ein kluger Schachzug von unserem Körper. Er trickst unser Gehirn aus und vermittelt ihm „Es ist zu kalt hier drin, dreh die Temperatur hoch“. Daraufhin werden im Körper alle Mechanismen in Gang gesetzt, um die Körpertemperatur zu erhöhen. Die Wärmeabgabe über die Haut wird sofort gedrosselt, deshalb ist die Haut anfangs trocken, blass und kalt. Weil wir frieren, fangen wir an, am ganzen Körper zu zittern. Durch diese unfreiwillige Muskelaktivität wird uns langsam warm. Und auch die Leber tut ihr Bestes, um uns einzuheizen. Sie kurbelt den Stoffwechsel an, um so noch mehr innere Wärme zu erzeugen. Die Körpertemperatur steigt Grad um Grad.

Ab wann haben wir Fieber


Bei Erwachsenen liegt die normale Körpertemperatur etwa zwischen 36 °C und 37,5°C. Steigt die Temperatur über 38°C, dann sprechen wir von Fieber. Leichtes Fieber (bis 38,5 °C) ist eine typische Begleiterscheinung einer Erkältung. Bei einer Grippe kann das Fieber recht hoch werden und auf 39 °C bis zum Teil 41 °C ansteigen und auch mehrere Tage anhalten.

Richtig Fieber messen
  • 1 / 5
    rektale Temperaturmessung

    Am genauesten ist die Messung im Po – leider ist sie auch die unkomfortabelste. Der entscheidende Vorteil ist, dass nicht nur die Hauttemperatur gemessen wird, sondern wirklich die Körpertemperatur im Inneren. Damit das Thermometer leichter einzuführen ist, können Sie etwas Babycreme auf die Spitze des Mess-Sensors geben.

  • 2 / 5
    Messung unter der Achsel

    Die Messung unter der Achsel ist für Kinder wesentlich angenehmer, allerdings nicht sehr genau. Mit dieser Messmethode kann nicht die exakte Körpertemperatur gemessen werden, das Thermometer kann nur die Wärme erfassen, die von der Haut abgegeben wird.

  • 3 / 5
    Messung über den Mund

    Die Temperaturmessung im Mund ist ebenfalls sehr zuverlässig. Um die Temperatur im Mund zu messen gibt es für Babys und Kleinkinder auch extra Schnuller-Thermometer, an denen das Kind einfach nur nuckeln braucht.

  • 4 / 5
    digitale Ohrthermometer

    Inzwischen weit verbreitet sind digitale Ohrthermometer. Sie messen die Temperatur sehr schnell und zuverlässig. Denn auch im Ohr lässt sich die Temperatur gut ermitteln. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Mess-Sensor des Ohrthermometers das Trommelfell anpeilt. Die Messung im Ohr ist bei Kindern unter sechs Monaten nicht geeignet, weil der Gehörgang noch zu eng ist.

  • 5 / 5
    Sensor-Thermometer

    Auch sogenannte Sensor-Thermometer ermitteln über die Hautoberfläche relativ schnell die Körpertemperatur. Stirn- und Schläfenbereich gelten für die Infrarotmessung als gute Messorte. Ideal für Kinder, die berührungsscheu sind oder gerade schlafen.



Oft wird das Fieber durch ein allgemeines Krankheitsgefühl begleitet. Wir sind müde, fühlen uns schlapp und kraftlos. Auch der Appetit lässt nach und wir sind besonders licht- und geräuschempfindlich. Dazu kommen Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Je nach Stadium des Fiebers sind noch folgende Anzeichen typisch:

• am Körper trockene, heiße Haut
• „fiebrig“ glänzende Augen
• Durst
• starkes Schwitzen
• Frösteln oder Schüttelfrost
• Appetitlosigkeit, Durchfall oder Erbrechen
• schnellere Atmung und erhöhter Puls
• Unruhe, Verwirrtheit (bei sehr hohem Fieber)

Erkältung und Grippe: daher kennen wir Fieber gut. Aber auch verschiedene Entzündungen wie etwa Blasen- oder Mandelentzündungen können Fieber hervorrufen. Grundsätzlich sind Infektionen - ganz gleich, ob durch Bakterien oder Viren verursacht – der häufigste Grund für Fieber. Kinder, deren Immunsystem noch fleißig trainiert, sind daher auch anfälliger für Fieber. Meistens reichen schon kleine Infekte aus, um die Temperatur zu erhöhen. Die häufigsten Kinderkrankheiten, die Fieber auslösen können sind neben Erkältung und Grippe:

• Mittelohrentzündung
Magen-Darm-Infekte
• bakterielle Atemwegsinfekte (z.B. Lungenentzündung)
Scharlach
Masern
Drei-Tage-Fieber

Steigt die Temperatur über 39 °C, sollte das Fieber auf jeden Fall gesenkt werden. Dazu kann man zunächst auf alte Hausmittel wie Wadenwickel und kühle Kopflappen zurückgreifen. In Absprache mit dem Arzt kann auch ein Fiebersaft geben werden.
Jetzt sollten Sie zum Arzt

Stichwort Arzt: Da Fieber eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers ist, müssen Sie bei einer erhöhten Körpertemperatur nicht zwingend sofort zum Arzt gehen. Beobachten Sie das Fieber aber sorgfältig und auch den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Kindes.


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Hält das Fieber mehr als einen Tag an und zeigen auch fiebersenkende Maßnahmen wie Wadenwickel oder Zäpfchen keine Wirkung, dann bringen Sie Ihr Kind unbedingt zum Arzt. Achten Sie auch auf zusätzliche Krankheitszeichen wie bellender Husten, Hautausschlag, Durchfall oder Erbrechen. Den Notarzt sollten Sie allarmieren, wenn Ihr Kind durch eine sehr hohe Körpertemperatur in einen Fieberkrampf fällt. Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Die meisten Fieberkrämpfe dauern höchstens drei Minuten und verursachen keinen Schaden am Gehirn Ihres Kindes. Versuchen Sie nicht, die Zuckungen zu unterdrücken. Achten Sie aber darauf, dass sich das Kind nicht selbst verletzt während es krampft.

Für Erwachsene gilt grundsätzlich das gleiche. Einen Arzt aufsuchen sollten Sie bei hohem oder sehr hohem Fieber, das länger als einen Tag anhält. Auch wenn sich der Gesundheitszustand mit dem Fieber verschlechtert oder das Fieber plötzlich zusammen mit einem Hautausschlag auftritt, ist medizinische Hilfe notwendig. Eilig ist diese, wenn Sie durch das Fieber Benommenheit, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit mit (und ohne!) Fieber oder Krämpfen auftritt. Tritt Fieber nach einem Auslandsaufenthalt auf, dann sollten Sie natürlich ebenfalls sofort zum Arzt gehen.

Was der Arzt dann letztendlich empfiehlt, kommt auf die genaue Ursache des Fiebers an. Denn auch wenn die Symptome sehr ähnlich sind, ausgelöst werden kann Fieber durch vieles. Deshalb wird Sie der Arzt zunächst genau nach Ihrem Krankheitsbild befragen. Oft wird auch Blut genommen, um Entzündungen im Körper feststellen zu können. Je nachdem, wie schnell die Ursache gefunden ist, werden Sie von Kopf bis Fuß durchgecheckt. Da Fieber wie gesagt in den meisten Fällen durch eine Infektion ausgelöst wird, verschreibt der Arzt ein entsprechendes Antibiotikum, das den Auslöser gezielt bekämpft. Oft wird zusätzlich ein fiebersenkendes Medikament verschrieben.
Ein Blick in die Hausapotheke

Ist das Fieber nicht so akut, dass es mit Medikamenten behandelt werden muss, dann sollten Sie vor allem darauf achten, genügend zu trinken. Durch das Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit. Eine Faustregel besagt: Ab einer Körpertemperatur von 37 °C sollten Sie für jedes Grad, das die Temperatur weiter steigt, zusätzlich 0,5 bis ein Liter mehr trinken. Empfohlen sind 1,5 bis 2,5 Litern pro Tag. Probieren Sie auch Lindenblüten- und Holunderblütentees. Diese sind schweißtreibend und fiebersenkend. Ein weiterer bewährter Trick, um das Fieber zu senken, sind Wadenwickel. Auch ein kühler Waschlappen auf der Stirn kann wohltuend sein. In jedem Fall sollten Sie sich schonen und Bettruhe halten. Geben Sie Ihrem Körper die nötige Ruhe, damit er mit aller Kraft die Krankheitserreger töten kann.



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