Grippe-FAQ: Was Sie über Influenza wissen sollten

Habe ich die Grippe oder nur eine Erkältung? Sollte ich mich gegen Grippe impfen lassen? Wie verläuft die Infektion und welche Symptome treten auf? Wir geben im Grippe-FAQ die Antworten.


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Was ist Grippe eigentlich?


"Ich komme heute nicht ins Büro, ich habe die Grippe." In den seltensten Fällen stimmt diese Aussage wirklich, denn eine echte Grippe (Influenza) hat mit einer harmlosen Erkältung nichts zu tun. Im Gegensatz zum grippalen Infekt kann die Grippe mit schweren Komplikationen einhergehen, eine Infektion sollte man daher nicht auf die leichte Schulter nehmen.

So sieht der Übeltäter aus: Influenza Virus unter dem Mikroskop

So sieht der Übeltäter aus: Influenza Virus unter dem Mikroskop


© Thinkstock
Ausgelöst wird die Atemwegserkrankung durch verschiedene Influenza-Viren, (Influenza A, B, und C). Am gefährlichsten ist der Influenza-Virus Typ A - er ist auch für die saisonale Grippe hierzulande verantwortlich.
Wer ist besonders gefährdet?
An der Grippe erkranken kann jeder, wobei bei den meisten Menschen (ca. 80 Prozent) die Infektion komplikationslos verläuft. Bei einigen Risikogruppen besteht allerdings die Gefahr, dass die Grippeerkrankung sehr schwer verläuft und Komplikationen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung hinzukommen. Im schlimmsten Fall kann die Grippe sogar zum Tod führen.

Das sind die Risikogruppen:

• ältere Menschen über 65 Jahre
• Kinder unter 5 Jahre
• Schwangere
• Menschen mit schweren oder chronischen Krankheiten (Asthma, Herzkrankheiten, Diabetes etc.)
• Menschen mit einer Erkrankung des Immunsystems (HIV, Immunschwäche etc.)
Wie steckt man sich mit dem Influenza-Virus an?
Die Ansteckung erfolgt über die sogenannte Tröpfchen-Infektion, das heißt der Virus wird  vor allem durch Anniesen, Anhusten und engen Körperkontakt übertragen.

Ansteckungsgefahr Grippe


© grippe-info.de
(Die vollständige Infografik zum Thema Grippe mit zusätzlichen Infos finden Sie hier)
Welche Symptome treten bei der Grippe auf?
• starkes Krankheitsgefühl
• Schüttelfrost
• hohes Fieber
Halsschmerzen und trockener Husten
• Gliederschmerzen

Bei Kindern können auch nicht so typische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auftreten.
Echte Grippe oder nur eine Erkältung?
➤ Einsetzen der Symptome
: Während eine Erkältung langsam und schleichend beginnt, setzen die Grippe-Symptome meist sehr plötzlich ein.

➤ Schwere der Symptome:
Bei einem grippalen Infekt sind die Symptome wie Husten, Halsweh und Co. zwar lästig, aber meist im erträglichen Rahmen. Ganz anders bei der Influenza: Die Symptome sind sehr viel stärker und der Patient fühlt sich schwer krank.

➤ Fieber:
Eine Grippe-Erkrankung geht meist mit hohem Fieber einher, das bei einer Erkältung entweder nicht vorhanden oder nur gering ausgeprägt ist.

➤ Keine Schnupfennase: Während die Grippe mit trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen einhergeht, ist eine Erkältung ohne laufende Nase und feuchtem Husten nicht vorstellbar.

In der Regel braucht eine Grippe mehrere Wochen, um vollständig auszuheilen. Die akute Krankheitszeit mit hohen Fieber ist zwar im Allgemeinen nach ca. zwei Wochen überstanden, der Husten und vor allem das Schwächegefühl halten aber meisten noch längere Zeit an.
Wie kann ich der Grippe vorbeugen?
Die wirksamste Maßnahme gegen eine Grippeinfektion ist die Impfung. Da der Influenza-Virus sich ständig verändert, musst jedes Jahr erneut geimpft werden, um den Schutz aufrecht zu erhalten. Der beste Zeitpunkt für die Impfung ist im Oktober/November noch vor Ausbruch der jährlichen Grippewelle. Es kann aber grundsätzlich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung den oben genannten Risikogruppen, Kinder können ab einem Alter von sechs Monaten geimpft werden.

Vollständig geschützt sind Sie aber auch mit Impfung nicht. Bei den in Deutschland hauptsächlich zum Einsatz kommenden Grippe-Impfstoffen bestehe ein gewisses Restrisiko, trotz Impfung zu erkranken, erkärt Prof. Dr. med. Klaus Wahle, Facharzt für Allgemeinmedizin. Der Grund dafür? Der Standard-Impfstoff wirkt nur gegen drei von vier Virustypen. Die durchschnittliche Fehlerquote der letzten 15 Jahre, also die theoretische Wahrscheinlichkeit, sich trotz Impfung anzustecken, liegt laut Robert Koch-Institut bei etwa 16 Prozent.

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Wie verändern sich die Virusstämme? Welcher Typ wird besonders relevant? Diese Fragen stellen sich Ärzte und Wissenschaftler jedes Jahr. Wie gut die Vorhersage war, zeigt sich erst hinterher. Nicht immer treffen sie ins Schwarze: Das zeigte die letzte Grippe-Welle (2015/16): Mehr als die Hälfte aller Influenza-Erkrankungen in Deutschland wurden durch den Virustyp verursacht, der nicht in den herkömmlichen Dreifach-Grippe-Impfstoffen enthalten war. Viele Menschen konnten also trotz einer Impfung erkranken.

Der Vierfach-Impfstoff wirkt - wie der Name schon sagt - gegen alle vier Virustypen und bietet einen besseren Schutz. Aber: Wer diesen Schutz möchte, der muss ihn in der Regel selbst bezahlen. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nur den herkömmlichen Impfstoff mit drei Komponenten. Ausnahme sind medizinische Gründe, zum Beispiel wenn der Arzt einen besonders schweren Verlauf befürchtet.

Weitere Vorsichtsmaßnahme, um eine Ansteckung zu vermeiden:

• regelmäßiges Händewaschen, mind. 30 Sekunden
• Menschenmassen meiden
• regelmäßiges Lüften
Gibt es Medikamente gegen Grippe?
Ja. Die sogenannten antivirale Medikamente gegen Influenza können die Schwere der Erkrankung mildern und die Krankheitsdauer verkürzen. Der Haken ist allerdings: Um optimal zu wirken, müssen die Medikamente innerhalb von 48 Stunden nach Krankheitsbeginn eingenommen werden.
Was kann ich bei Grippe selbst tun?
Das Wichtigste ist, den Körper zu schonen und sich nicht anzustrengen - am besten durch Bettruhe. Anreichendes Trinken unterstützt den Organismus zustätzlich und hilft - genau wie Inhalieren - die Schleimhäute feucht zu halten.


Frau Husten


Behandeln können Sie bei einer Grippeinfektion nur die Symptome - entweder durch Medikamente aus der Apotheke (z.B. Paracetamol gegen das Fieber) oder durch altbwährte Hausmittel, die auch bei einer Erkältung eingesetzt werden. Die wichtigsten Hausmittel gegen Husten, Halsschmerzen und Fieber haben wir Ihnen hier zusammengestellt. Klicken Sie einfach auf das Bild!




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