Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Die Grippesaison steht vor der Tür. Wenn Sie schwanger sind, stellen Sie sich jetzt bestimmt die Frage: Soll ich mich impfen lassen? Warum die Antwort eindeutig ja lautet, warum Ihr Baby nicht gefährdet ist und was Sie bei der Grippeimpfung beachten sollten.


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Impfungen in der Schwangeschaft


© Thinkstock
Die Grippewelle der letzten Saison (2014/15) war laut Robert Koch Institut sehr schwer, etwa 88.000 Infektionen wurden registriert - der höchste Erkrankungsstand seit 2001. Unter anderem lag dies auch an der Wirksamkeit des Grippeimpfstoffes, die nicht optimal war. Jedes Jahr wird der Influenza-Impfstoff neu angepasst, je nach zirkulierenden Virusstämmen. Die Viren können aber auch danach noch mutieren, dann schützt die Impfung nicht optimal. "Die Impfstoffe für die neue Saison 2015/2016 unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber der vorangegangenen Saison", erklärt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Deswegen sollten sich Risikogruppen, zu denen auch Schwangere gehören, impfen lassen.

Was viele nicht wissen: Die Krankenkassen zahlen in der Regel nur den Dreifachimpfstoff, der zwei Subtypen des Influenza-A-Virus und nur eine Linie des Virusstamms B enthält. Vierfachimpfstoffe sind zwar in Deutschland zugelassen, kaum ein Arzt verwendet sie jedoch, es scheitert an den Kosten. Diese sind beim Vierfachimpfstoff doppelt so hoch (ca. 20 Euro). "B-Viren verursachen etwa 30 Prozent der Krankheitslast durch die Influenza" so der der Direktor des Jenaer Instituts für Virologie und antivirale Therapie, Andreas Sauerbrei im Tagesspiegel. Und ist damit ein besserer Schutz vor der Grippe – denn gerade die B-Linie des Virus war in der letzten Grippesaison aktiv.

Fragen Sie Ihren Arzt, welche Impfstoffe ihm zur Verfügug stehen. Besteht keine Chance auf die Vierfachimpfung, ist die "normale" Grippeimpfung trotzdem sinnvoll – denn sie schützt vor drei Virusstämmen und minimiert somit zumindest das Krankheitsrisiko erheblich. 

(7. Oktober 2015/zk)
Warum impfen – eine Grippe ist doch nicht schlimm, oder?
Diese Aussage stimmt so nicht. Denn eine echte Grippe (Influenza) ist im Gegensatz zu einem harmlosen grippalen Infekt eine ernst zu nehmende Erkrankung, mit einem hohen Komplikationsrisiko wie zum Beispiel eine Muskel-, Herz- oder Gehirnentzündung. Bei der echten Grippe treten die Symptome (Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schwäche, Abgeschlagenheit) von einem Tag auf den anderen auf. Bis zur völligen Genesung kann es mehrere Wochen dauern, zusätzlich besteht das Risiko einer bakteriellen Infektion, da der Körper durch den Grippevirus geschwächt ist. Behandeln kann man die echte Grippe nur im Anfangsstadium mit antiviralen Medikamenten. Später muss der Organismus selbst mit der Infektion fertig werden.

Schwangere sind durch die allgemeine Belastung des Körpers und des Immunsystems viel anfälliger für eine Grippeinfektion. Zudem: Wenn sich eine Schwangere mit dem Influenza-Virus angesteckt hat, besteht zusätzlich ein erheblich größeres Komplikationsrisiko. Das ungeborene Baby kann sich zwar nicht mit der Grippe anstecken, aber eine schwere Erkrankung der werdenen Mutter ist per se immer gefährlich für das Kind.

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Kann die Grippeimpfung meinem Baby schaden?

Nein.
Bei der Grippeimpfung werden nur Totimpfstoffe verwendet, das heißt, es werden keine lebenden Influenza-Viren injiziert, die eine Erkrankung auslösen können. Die Impfung hat sogar den Vorteil, dass sie das Baby nach der Geburt in den ersten Monaten vor einer Grippeinfektion schützen kann. 
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2010 allen gesunden Schwangeren, sich ab der 13. SSW gegen die Grippe impfen zu lassen. Bestehen zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes, neurologische Krankheiten oder Herz-Kreislauf-Probleme, wird auch schon vorher zur Impfung geraten.

Am besten lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt beraten und auch impfen, denn er kennt Sie am besten und kann bei Bedarf auch Nebenwirkungen behandeln. Wie bei jeder Impfung kann es zu leichtem Fieber, Reizung der Injektionsstelle und allgemeinem Krankheitsgefühl kommen. Normalerweise verschwinden die Symptome innerhalb weniger Tage. Und keine Bange: Ihr Baby ist nicht gefährdet.

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