Hausstaubmilben-Allergie: FAQ zu Vorbeugung & Behandlung

Den Hausstaubmilben den Kampf ansagen: So machen Sie den lästigen Plagegeistern das Leben schwer. Plus: die häufigsten Fragen zum Thema Allergie - beantwortet vom Experten.


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Bei Hausstaubmilben-Allergie: Raus mit Staubfängern



Mädchen putzt sich die Nase


© Thinkstock
Hausstaubmilben sammeln sich nicht nur im Bett. Auch an allen anderen Stellen im Haushalt, wo sich Staub festsetzen kann, sind sie zu finden. Deshalb sollten Sie weitgehend auf offene Regale, Gardinen, Vorhänge, Zimmerpflanzen oder sonstige Staubfänger zu verzichten. Ledermöbel sind besser als Polstergarnituren, glatte Böden besser als Teppich. Zumindest im Kinderzimmer sollte der Boden wischbar sein.

Allerdings wird Staub auf glatten Belägen auch leichter aufgewirbelt. Feucht wischen muss deswegen häufiger sein. Reinigen Sie auch Möbel und Spielzeug regelmäßig mit einem feuchten Lappen und benutzen Sie beim Staubsaugen nur Geräte mit Feinstaubfilter (Hepa-Filter). Schicken Sie Ihr Kind während des Putzens am besten aus dem Raum, um keine Beschwerden zu provozieren.

Ein beliebtes Biotop der Hausstaubmilben sind Kuscheltiere. Die gehören daher nicht ins Bett und sollten alle ein, zwei Monate in einer Plastiktüte verpackt über Nacht in die Tiefkühltruhe gelegt werden. Das tötet die Hausstaubmilben ab. Alternative: Kaufen Sie Ihrem Nachwuchs nur Plüschiges, das sich bei 60 Grad waschen lässt.
Regelmäßiges Lüften gegen Hausstaubmilben
Ganz rausschmeißen lassen sich die ungebetenen Gäste aber selbst durch gründlichstes Putzen nicht. "Der Milbenbefall ist letztlich eine Frage des Innenraumklimas. Optimale Bedingungen finden die Tiere bei einer Temperatur von 22 bis 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent", sagt Prof. Ulrich Wahn. Lüften Sie daher mehrmals täglich mit Durchzug (sogenanntes Stoßlüften) und verzichten Sie auf Raumluftbefeuchter. Versuchen Sie eher, die Luftfeuchtigkeit etwas zu senken. Im Schlafzimmer sollte die Raumtemperatur nicht mehr als 18 Grad betragen. Das hindert die Hausstaubmilben an der Ausbreitung und Ihr Kind kann besser durchatmen.
Reisen für Hausstauballergiker: Wohin in den Ferien?
Fremde Betten sind oft das reinste Milbenbiotop. Schläft ihr Kind auswärts, sollte es seine "encasings" daher mitnehmen, vor allem im Urlaub. Wer den Plagegeistern einmal wirklich entkommen möchte, fährt am besten ins Gebirge. Ab einer Höhe von 1.000 Metern trifft man die Tiere kaum noch an, ab 1.200 Metern gar nicht mehr. Aber auch die Nordsee hat ein allergenarmes Klima.
Hausstaubmilben & Allergie - FAQ
Die häufigsten Fragen zum Thema kurz und knapp Professor Stefan Zielen, Allergologe und Lungenspezialist am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Frankfurt/Main, beantwortet.

➤ Was soll ich tn, wenn mein Kind typische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie zeigt, wie etwa juckende Augen oder eine laufende Nase?
Prof. Stefan Zielen: Sie sollten den Kinderarzt aufsuchen, der dann einen Allergietest veranlasst, in der Regel einen Pricktest. Dabei werden kleine Mengen verdächtiger Allergene unter die Haut gebracht. Bildet sich als Reaktion eine Rötung und Quaddeln, ist das Kind allergisch oder besitzt zumindest die Anlage zur Allergie. Ist eine Testung der Haut schwierig, kann man auch einen Bluttest vornehmen.

➤ Muss eine Milbenallergie immer mit Medikamenten behandelt werden?
Prof. Stefan Zielen: Bei positivem Allergietest empfiehlt man zunächst eine Milbensanierung im Haushalt - auch schon bei bekannter Sensibilisierung. Die meisten Kinder lassen sich dadurch so gut stabilisieren, dass sie keine Therapie brauchen. Zeigt die Sanierung keinen Erfolg, werden gezielt die Beschwerden behandelt, in erster Linie mit Antihistaminika oder kortisonhaltigen Nasensprays. Bei Asthma gibt man Präparate, die die Atemwege erweitern und die Entzündung in den Bronchien lindern.

➤ Wann ist eine spezifische Immuntherapie sinnvoll?
Prof. Stefan Zielen: Wenn der Leidensdruck trotz Medikamenten immer noch groß ist, vor allem bei Asthma. Dann bekommt das Kind die Allergene unter die Haut gespritzt, drei Jahre lang im vier- bis sechswöchigen Abstand. Das soll den Körper an die Allergene gewöhnen, damit er nicht mehr so stark reagiert. Bevor man zu dieser Methode greift, sollte jedoch mittels eines Provokationstests geprüft werden, welche Relevanz das Milbenallergen tatsächlich für die Beschwerden hat.

➤ Wie erfolgreich ist eine solche Therapie?
Prof. Stefan Zielen: Bei 70 Prozent der Behandelten sind die Symptome längst nicht mehr so ausgeprägt. Es geht ihnen viel besser. Eine unserer Studien hat auch gezeigt, dass viele Asthmakinder danach ohne Kortison auskommen oder dieses reduziert werden kann.


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