Interview: Tipps bei Heuschnupfen

Interview mit Dr. Susanne Berger, Ärztin und Beauftragte für Prävention und Frühtherapie des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.


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"Fliegengitter helfen“...


… sagt Dr. Susanne Berger. Die Ärztin ist Beauftragte für Prävention und Frühtherapie des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und selbst Mutter von zwei Kindern.

Familie&Co: Wie lässt sich Heuschnupfen bei Kindern am besten behandeln?


dämpfende Histaminika bei Heuschnupfen

Dämpfende Histaminika bei Heuschnupfen.


© Thinkstock
Dr. Susanne Berger: Wenn die Pollenflugvorhersage eine große Pollenbelastung ankündigt, sollten nicht desensibilisierte Kinder und Jugendliche mit starken Symptomen am besten morgens schon dämpfende Histaminika einnehmen. Sind die Beschwerden nicht so stark, genügen Augen- und Nasentropfen.

Familie&Co: Gibt es auch gut wirksame homöopathische Mittel? 


Dr. Susanne Berger: Es gibt einige gute homöopathische Mittel im Bereich der Heuschnupfen-Symptomatik. Im Akutfall können Medikamente sinnvoll sein, die das Mittel Luffa enthalten. Eine klassische homöopathische Therapie sollte sich dann unbedingt anschließen. Wenn man die Mittel konsequent nimmt, können sie über Jahre hinweg sehr gut wirken. Dabei ist aber die Mitwirkung der Eltern gefordert - und man braucht einen guten, erfahrenen Homöopathen.

Familie&Co: Ihre Tipps für die Heuschnupfenzeit?

Dr. Susanne Berger: Eltern sollten sich auf jeden Fall einen Pollenflugkalender besorgen. Es lohnt sich auch, die Vorhersagen im Radio zu beachten, denn sie sind tagesaktuell und reagieren auf lokale Verhältnisse. Beim Lüften sind Pollenschutzgitter sehr hilfreich oder auch Fliegengitter, die etwa 80 Prozent der Pollen zurückhalten. Den ersten Regen nach einer langen Trockenzeit sollte man noch abwarten, weil er die Pollen erst mal aufwirbelt. Danach ist leichter Nieselregen aber die beste Gelegenheit, um kräftig durchzulüften und nach draußen zu gehen.

Familie&Co: Wenn ein Kind auf Birkenpollen allergisch reagiert: Muss dann die Birke raus aus dem Garten?

Dr. Susanne Berger: Nein, das nützt nicht viel. Wo eine Birke steht, stehen meist mehrere - und mit denen müssen Sie dann ja auch leben. Sinnvoller wäre da sicher eine Hyposensibilisierung gegen Birkenpollen.


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