Hüftdysplasie bei Babys

Eine Hüftdysplasie ist eine kleine Fehlbildung aus der Zeit in Mamas Bauch, die sich aber glücklicherweise gut therapieren lässt. Als Eltern müssen Sie sich keine Sorgen machen: Bei den U-Untersuchungen werden die Hüften des Babys routinemäßig untersucht. Eine eventuelle Fehlbildung lässt sich leicht und schnell therapieren.


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Hüftdysplasie: Wenn schon kleine Babys Hüftprobleme haben


Eine Hüftdysplasie ist die häufigste Fehlbildung des Skeletts bei Babys: 4% der Neugeborenen kommen mit ihr auf die Welt. Bei der Hüftdysplasie ist die Pfanne des Hüftgelenks nicht vollständig ausgebildet, der Hüftgelenkkopf findet nicht genug Halt und kann "herausrutschen". Wird die Skelettfehlbildung nicht korrigiert, rächt sich das Jahre oder Jahrzehnte später mit Schmerzen und im schlimmsten Fall mit einem künstlichen Hüftgelenk. Von einer Hüftdysplasie sind deutlich mehr Mädchen als Jungen betroffen, und meistens ist die Fehlbildung nur einseitig.


© iStock
Wie kann man eine Hüftdysplasie erkennen?

Die Untersuchung auf eine Hüftdysplasie ist seit gut 20 Jahren Teil der Standarduntersuchungen: Bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag) oder U3 (4. bis 5. Lebenswoche) werden die Hüften mittels Ultraschall untersucht. Standardmäßig wird die Kontrolle bei der U3 durchgeführt. Sollten in Ihrer Familie Hüftprobleme verbreitet sein, sprechen Sie den Arzt im Krankenhaus darauf an, die Untersuchung kann bei Risiko-Kindern auch im Rahmen der U2 gemacht werden. Bei Unklarheiten wird zur Sicherheit geröngt.

Neben der Ultraschalluntersuchung kontrolliert der Kinderarzt:

● ob beide Beine gleichmäßig abgespreizt werden können,
● ob beide Beine gleich lang sind und
● ob am Po asymmetrische Gesäßfalten zu beobachten sind.
 
➤ Gut zu wissen:  Eine Hüftdysplasie verursacht dem Baby keine Schmerzen, es kann aber sein, dass das Baby das betroffene Bein schont und weniger bewegt.
Dysplasie oder Luxation?
Unterschieden wird zwischen Dysplasie und Luxation, wobei die Dysplasie die weniger gravierende und leichter therapierbare Form ist.

Dysplasie:

● Bei einer Dysplasie (= Fehlbildung) bleibt der Hüftkopf im Gelenk, die Hüftpfanne bietet aber nicht genug Halt.
● Von einer Dysplasie sind ca. 4% der neugeborenen Babys betroffen.
● Eine Dysplasie ist eine angeborene Fehlstellung.

Luxation:

● Bei einer Luxation (= Ausrenkung) springt der Hüftknopf immer wieder aus dem Gelenk, er findet keinen Halt.
● Von einer Luxuation sind nur 0,2% der neugeborenen Babys betroffen.
● Eine Hüftluxation bildet sich erst nach der Geburt aus.
Behandlung von Hüftreifestörung und Hüftdysplasie
Eine Hüftdysplasie muss auf jeden Fall behandelt werden. Ansonsten kommt es zu frühzeitigem Gelenkverschleiß, und damit zu einer Gehbehinderung und in späteren Jahren eventuell zu einer Hüftarthrose.
Bei einer leichten Hüftdysplasie (Hüftreifestörung) rät der Kinderarzt erst einmal, das Baby mit einem Moltontuch breit zu wickeln. Bildet sich die Fehlstellung dadurch nicht zurück, wird der Arzt eine Spreizhose oder eine Hüft-Beugeschiene verschreiben, die die Hüfte fixieren. Beide Therapiegeräte werden über der Kleidung getragen, Tag und Nacht, meist ungefähr acht bis zwölf Wochen lang. Abgenommen werden sie nur zum Wickeln und Baden, dann darf das Kleine ein paar Minuten nach Lust und Laune strampeln. Meist entwickelt sich die Hüftdysplasie in nur wenigen Wochen zurück – und das Baby lernt problemlos krabbeln, laufen und springen wie jedes andere Kind auch. Wichtig ist allerdings, dass die Therapie so früh wie möglich begonnen wird, dann sind die Chancen auf schnellen Therapieerfolg am größten.
Bei wenigen stärker ausgeprägten Fällen muss die Hüfte unter Vollnarkose eingerenkt werden, das Baby muss danach für einige Wochen einen Gips tragen. Nur so bleibt der Hüftkopf auch wirklich dort, wo er hingehört.

➤ Übrigens: Babys stört die Einengung ihrer Bewegungsfreiheit meist gar nicht: Die Sitz-Hock-Stellung kennen sie aus Mamas Bauch. Und eng war’s dort allemal! Also keine Sorgen, liebe Mamas und Papas: Die Zeit mit Schiene oder Gips vergeht schnell – und ist für Ihr Kind gar nicht schlimm. Ganz im Gegenteil: Wenn die Therapie konsequent durchgeführt wird, kann Ihr Kind danach ein schmerzfreies Leben führen.
Wie kommt es zu einer Hüftdysplasie?
Ganz geklärt ist der Grund für die Entwicklungsstörung nicht. Folgende Punkte gelten als Risikofaktoren:

Beckenendlage im Mutterleib
● Mehrlingsschwangerschaft (und damit wenig Platz im Mutterleib)
● Wenig Fruchtwasser
● Erbliche Veranlagung


© iStock
Tipps, um die Hüftreifung zu unterstüzen

➤ Tragen im Tragetuch fördert die Beuge-Spreiz-Haltung und damit das Ausreifen der Hüftpfannen. Tragen Sie Ihr Kind also so oft wie möglich im Tragetuch oder Tragebeutel. Diese Maßnahme ist auch eine gute Ergänzung zum Breit-Wickeln!

➤ Legen Sie Ihr Baby nicht zu viel in Bauchlage, um ein frühzeitiges Strecken der Hüfte zu verhindern.

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