Husten ist nicht gleich Husten

Neben einer Schnupfnase ist Husten die häufigste Begleiterscheinung einer Erkältungskrankheit. Aber nicht jeder Husten bedeutet, dass man sich erkältet hat. Husten tritt auch als Symptom vieler anderer Krankheiten auf.


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Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ist Husten quasi ein ständiger Begleiter im Alltag. Ist man selbst (noch) davon verschont, husten die Kinder, Kollegen oder Mitfahrer in Bus und Bahn. Da heißt es: Maßnahmen treffen, um nicht selbst krank zu werden!

Warum husten wir?


Husten ist zwar häufig lästig, aber sehr wichtig. Das explosionsartige Ausstoßen von Luft sorgt nämlich dafür, dass die Atemwege von Sekret und Fremdkörpern befreit werden. Husten ist also ein körpereigener Schutzreflex, der das Eindringen ungewünschter Stoffe in die Lunge verhindert. Da insbesondere bei Erkältungskrankheiten vermehrt Sekret von der Bronchialschleimhaut gebildet wird um die krankheitserregenden Keime auszuspülen, ist Husten bei Erkältung und Co. sozusagen ein Muss.
Bellend, trocken oder rasselnd? Husten ist nicht gleich Husten!
Husten bedeutet aber nicht gleich, dass man sich erkältet hat. Er kann auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Asthma oder Allergien. Die Art des Hustens gibt dem Arzt dabei meistens schon Hinweise auf seinen Auslöser. Husten kann

•   trocken („unproduktiv“) oder feucht („produktiv“);
•   akut (max. acht Wochen) oder chronisch (länger als acht Wochen)

sein. Anhand verschiedener Zusammenstellungen dieser vier Eigenschaften und weiterer Symptome des Hustenden kann der Arzt die Erkrankung dann in der Regel schon mit Gewissheit diagnostizieren. Einige der häufigsten Krankheiten, die mit Husten einhergehen, stellen wir Ihnen hier kurz vor.


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Erkältung: Eine einfache Erkältung beginnt meistens mit trockenem Reizhusten. Erreicht sie ihren Höhepunkt und klingt ab, wird der Husten meist feuchter.

Bronchitis: Auch die Bronchitis kündigt sich mit trockenem Reizhusten an, der später zäh schleimig wird. Fieber ist eine typische Begleiterscheinung.

Grippe: Bei einer Grippe-Erkrankung bleibt der Husten trocken. Dazu kommen hohes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Pseudokrupp: Unter Pseudokrupp leiden vor allem Babys und kleine Kinder. Der Husten tritt häufig nach einer Atemwegsinfektion auf und klingt trocken und bellend.

Krupphusten: Der Husten klingt bellend und ist abends und nachts stärker als am Tag. Dazu können Atemnot und hörbare Atemgeräusche kommen.

Keuchhusten: Anfallartige trockene Hustenanfälle, die nachts stärker sind und mit Atemnot, Angst und Brechreiz einhergehen, deuten auf Keuchhusten hin. Eine Impfung kann vor der Erkrankung schützen.

Masern: Auch bei den Masern wird gehustet, und zwar trocken und mit hohem Fieber und den sonstigen bekannten Masern-Symptomen.

Lungenentzündung: Trockener Husten mit Schmerzen im Brustbereich, Atemnot und schneller Atmung? Sofort zum Arzt, es könnte sich um eine Lungenentzündung handeln!

Asthma bronchiale: Menschen mit Asthma leiden unter trockenem Reizhusten, der vor allem nach Anstrengungen auftritt.

Fremdkörper verschluckt: Hustet Ihr Kind mit Atemnot, Angst und Würgereiz nachdem es etwas gegessen oder mit Kleinteilen gespielt hat, könnte es sich verschluckt haben. Wenden Sie dann die die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verschlucken an.

Allergie: Auch Allergien können Husten auslösen, zum Beispiel eine Schimmelpilz-Allergie.
Husten professionell behandeln
Dauert der Husten länger als eine Woche an und bekommen Sie ihn mit den bewährten Hausmitteln gegen Husten nicht in den Griff, sollten Sie zum Arzt gehen. Ein sofortiger Gang zum Arzt ist dann ratsam, wenn zum Husten Atemnot, blutiger Auswurf (Bluthusten), Fieber und ein sich rasch verschlechternder Allgemeinzustand hinzukommt.

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Was die Einnahme von Medikamente angeht, insbesondere bei Schwangeren und Kindern, sollten Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Auch Nicht-Schwangere sollten professionellen Rat zu geeigneten Medikamenten einholen, denn: Husten ist eben nicht gleich Husten.

Zu beachten bei trockenem Husten: Bei trockenem Reizhusten brauchen die Schleimhäute Feuchtigkeit, um sich zu erholen. Dafür wird Ihnen der Arzt Hustenblocker empfehlen, die insbesondere vor dem Schlafengehen genommen werden sollten, damit Sie gut schlafen können.

Zu beachten bei feuchtem Husten: Damit der Schleim besser abgehustet werden kann, sollen Hustenlöser ihn verflüssigen. Achtung: Bei produktivem Husten dürfen keine Hustenblocker genommen werden! Durch den unterdrückten Hustenreiz würde der Schleim nicht mehr ausreichend abgehustet werden. Das erschwert die Atmung und bietet Keimen die Gelegenheit, sich im Bronchien weiter zu vermehren.

Am besten bleiben Sie einfach gesund - und dafür braucht es ein gestärktes Immunsystem.




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