Impfungen konsequent aufrecht erhalten


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Impfungen konsequent aufrecht erhalten

Das allein reicht aber nicht aus, denn die Erreger sind sehr wohl noch aktiv und können Säuglinge und Kleinkinder aufgrund ihres schwachen Immunsystems leicht mit scheinbar harmlosen Infektionen anstecken. Zu diesen Erkrankungen gehören beispielsweise die Masern, die zumeist gut abheilen, in einzelnen Fällen aber auch zu gefährlichen Folgeerkrankungen (etwa der Hirnhautentzündung) und bleibenden Schäden führen. Zwar hat sich die WHO das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese Kinderkrankheit bis zum Jahr 2010 weltweit auszurotten; wie weit man davon jedoch noch entfernt ist, hat im letzten Jahr eine Masernepidemie in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gezeigt. Binnen fünf Monaten waren 1587 Menschen an Masern erkrankt, darunter 116 Kinder im ersten Lebensjahr. Auffrischen der Impfungen tut Not Die Tatsache, dass der weitaus größere Teil der Erkrankten älter als zehn Jahre war, macht das Dilemma der weltweiten Impfstrategie deutlich: Während Babys und Kleinkinder im Rahmen der engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen in der Regel noch alle wichtigen Schutzimpfungen erhalten, stellt sich spätestens nach der Einschulung eine gewisse Impfmüdigkeit ein. Kinder brauchen im Alter von fünf bis sechs Jahren und noch einmal zwischen neun und 17 Jahren Auffrischungen, damit die Vakzine ihre Wirkung entfalten können. „Die Erfahrung aber zeigt, dass nur noch jeder zweite bis dritte Jugendliche einen ausreichenden Impfschutz hat“, so Prof. Hülße. Wie funktioniert eine Schutzimpfung? Doch wie wirkt eine Schutzimpfung überhaupt? Vakzine enthalten entweder sogenannte Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Erregern der zu bekämpfenden Krankheit oder Totimpfstoffe mit abgetöteten Erregern beziehungsweise Giftstoffen. Die exakt dosierte Erregermenge wird via Injektion oder Schlucken verabreicht und ruft daraufhin beim Impfling eine abgeschwächte Erkrankung hervor. Das Blut bildet dann Antikörper, die im Ernstfall schneller auf die Ansteckung mit dem Erreger reagieren können. Das Prinzip der Immunisierung entspricht also in etwa dem einer natürlichen Infektion in abgemilderter Form.


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