Alarmstufe Rot bei Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft

Harmlose Kinderkrankheiten? Nein! Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft sind sehr gefährlich für das Ungeborene und können es schwer schädigen. Wie Sie das Risiko verringern.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Hohe Ansteckungsgefahr für den Fötus ➜ schwere Schädigung



Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft


© Thinkstock
Richtig gefährlich für das Ungeborene sind typische Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken oder Röteln. Stecken Sie sich damit in der Schwangerschaft an, kann der Virus das Baby sehr schwer schädigen oder sogar töten. Fehlgeburten können vorkommen.

➤ Ein besonders großes Risiko geht von Röteln (Virus) und Windpocken (Virus) aus – besonders dann, wenn sich die werdende Mutter in einer frühen Phase der Schwangerschaft ansteckt. Die Viren werden von der Mutter über die Plazenta direkt auf das Baby übertragen. Sowohl Röteln als auch Windpocken schädigen die Organe schwer: Herzfehler, Hirnschäden, Fehlbildungen der Knochen und körperliche wie geistige Behinderungen. Leider haben die infizierten Babys auch eine sehr niedrige Lebenserwartung. Bei einer Infektion nach der 20. SSW sinkt das Risiko für das Kind allerdings deutlich. Die Organe werden nicht mehr so schwer geschädigt und auch die Überlebenschancen sind viel höher. Außer die Mutter steckt sich kurz vor dem Geburtstermin mit den Viren an. Dann kommt auch das Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit krank zur Welt – sein Immunsystem kann den Viren nichts entgegensetzen.

Auch die Masern (Virus) gehören zu den schweren Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft. Zwar kommt es beim Baby nicht zu einer Organschädigung, allerdings ist das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt sehr hoch. Oft lösen Masern sehr hohes Fieber, schwere Lungenentzündungen bis hin zu Herzmuskelerkrankungen hervor. Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen.

Vorbeugen:  • Impfstatus überprüfen lassen
                    • Impfen lassen

➤ Die Toxoplasmose wird weder durch Viren noch durch Bakterien ausgelöst – Parasiten sind die Übeltäter. Und leider können die von Katzen auch auf uns Menschen übertragen werden. Bei gesunden Menschen läuft eine Ansteckung in der Regel ohne Beschwerden. Für Schwangere besteht allerdings ein erhöhtes Risiko. Gelangen die Parasiten in den Organismus der Mutter, dann können sie zu Missbildungen des Ungeborenen führen oder eine Fehlgeburt auslösen. Rein statistisch gesehen steckt sich zwar nur eine von 100 Schwangeren mit Toxoplasmose an. Doch bei einer Erkrankung gehen die Parasiten sofort auf das Ungeborene über – und das Risiko bleibt während der gesamten Schwangerschaft bestehen. Aber keine Angst, Familienkatzen müssen jetzt nicht ausziehen. Eine Ansteckung ist vorwiegend über den Kot möglich. Das Katzenklo säubern sollte aber bitte jemand anderes übernehmen. Aus dem gleichen Grund sollten Sie bei der Gartenarbeit immer Handschuhe tragen. Katzen verwenden das Blumenbeet gerne als Toilette und hinterlassen Ihnen unschöne Überraschungen. Außerdem sollten Sie während der Schwangerschaft auf rohes Fleisch oder Fisch verzichten. Auch darüber können Sie sich mit Toxoplasmose infizieren.

Vorbeugen:   • Katzenklo nicht selber reinigen
                     • Kein rohes Fleisch
                       (z.B. Mett- oder Teewurst, Rohschinken, Salami)
                     • Kein roher, gebeizten oder geräucherter Fisch
                       (z.B. Sushi, Thunfisch, Räucherlachs)
                     • Gartenarbeit nur mit Handschuhen

➤ Sehr selten ist eine Ansteckung mit Listeriose (Bakterien). Meist geschieht die Übertragung der Bakterien durch verseuchte Lebensmitteln. Häufig zu finden sind die Listerine in in Milch und Milchprodukten - hier vor allem in Rohmilchkäse - , in rohem Fleisch und Wurst, in geräuchertem oder mariniertem Fisch und in Schalentieren. Die Bakterien werden über die Plazenta auf das Kind übertragen und können dort eine Entzündung des Mutterkuchens verursachen. Deshalb bekommen viele Schwangere Frühchen. In einigen Fällen – vor allem, wenn Sie sich zu Beginn der Schwangerschaft anstecken – kann Listeriose auch eine Fehlgeburt verursachen. Aber wie gesagt, eine Ansteckung ist wirklich sehr selten. Vorbeugend können Sie trotzdem auf folgende Lebensmittel verzichten:

Verzichten:   • Rohmilch und Rohmilchprodukte, bzw. vor dem Verzehr erhitzen
                     • Streichkäse und Weichkäse
                     • rohes Fleisch (z.B. Mett- oder Teewurst, Rohschinken, Salami)
                     • roher Fisch, rohe Meeresfrüchte (z.B. Sushi, Austern, Thunfisch)

 Das könnte Sie interessieren: Kleiner Käse-Ratgeber

Käse ist für die Ernährung in der Schwangerschaft wichtig, weil er viel Kalzium enthält. Was Sie beachten sollten.




Unser Tipp: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft und hören Sie jetzt besonders auf Ihren Körper. Ein gesundes Immunsystem ist gerade für werdende Mütter besonders wichtig. Lesen Sie in unserer Rubrik Gesundheit weitere nützliche Tipps für typische Schwangerschaftsbeschwerden und was Sie bei einer Erkältung in der Schwangerschaft tun können.