Welche Viren und Bakterien in der Schwangerschaft gefährlich werden

In der Gebärmutter ist der Fötus vor Viren und Bakterien in der Schwangerschaft geschützt. Doch bei der Geburt können die Krankheitserreger auf das Neugeborene übergehen. Welche Krankheiten für das Baby gefährlich werden können, lesen Sie hier.


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Viren und Bakterien in der Schwangerschaft


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Viele Infektionskrankheiten sind für das Baby während der Schwangerschaft ungefährlich. Allerdings kann sich Ihr Kind bei der Geburt mit den Viren und Bakterien anstecken. Da das Immunsystem des Neugeborenen noch nicht sehr stark ist, kann es den Eindringlingen wenig entgegensetzen: Eine für die Mutter leichte Infektion in der Schwangerschaft kann beim Baby schwere Krankheiten verursachen. So können Sie dem vorbeugen.

Während der Schwangerschaft für das Baby ungefährlich ➜ Ansteckung bei der Geburt

➤ Für den Fötus meist ungefährlich ist ein Scheidenpilz (Pilz). In der Schwangerschaft kann ein Scheidenpilz sogar recht häufig auftreten. Schuld daran ist der veränderte Hormonhaushalt. Dieser begünstigt das Wachstum von Hefepilzen in der Scheide. Während der Schwangerschaft besteht keine Ansteckungsgefahr für das Baby. Allerdings können die Hefepilze während einer vaginalen Geburt auf das Baby übergehen. Deshalb sollten Sie einen Scheidenpilz auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Merken Sie typische Anzeichen wie Juckreiz und Brennen im Intimbereich sowie weißlich-krümeligen Ausfluss, sollten Sie unbedingt Ihren Frauenarzt um Rat fragen. Oft wird auch eine Pilzprophylaxe in der Schwangerschaft empfohlen. Dazu wird etwa in der 34. SSW ein Abstrich gemacht und auf Hefepilze untersucht. So kann das Baby vor einer Ansteckung geschützt werden.

Vorbeugen:  • Intim-Hygiene
                    • Sex mit Kondom
                    • Unterwäsche jeden Tag wechseln und gründlich reinigen

➤ Ebenso lästig wie eine Scheideninfektion kann auch Herpes (Virus) sein. Einmal mit dem Virus angesteckt, kann Herpes ein Leben lang immer wieder ausbrechen. Die bekannteste Form von Herpes ist der Lippenherpes. Für die Schwangerschaft und auf für die Geburt hat der Lippenherpes praktisch keine Bedeutung. Gefährlicher ist der Genitalherpes, eine sexuell übertragbare Herpesform. Damit kann sich das Baby bei der Geburt anstecken. Gehirnhaut-, Lungen und/oder Leberentzündung können die Folge sein. Am größten ist das Ansteckungsrisiko für das Baby, wenn seine Mutter sich bis zwei Monate vor der Geburt mit dem Genitalherbes infiziert hat. Um das Baby zu schützen, wird in diesem Fall ein Kaiserschnitt gemacht.

Vorbeugen:  • Sex mit Kondom bzw. wenn Herpes akut, auf Sex verzichten
                    • Unterwäsche jeden Tag wechseln und gründlich reinigen
                    • für ein starkes Immunsystem sorgen

➤ Auch Hepatitis B (Virus) gehört zu den viralen Infektionskrankheiten. Allerdings ist das Baby während der Schwangerschaft gegen den Virus geschützt. Meist kommt es erst während der Geburt zu einer Ansteckung. Nur in den seltensten Fällen kann sich das Baby auch schon im Mutterleib infizieren. Dann kann das Fehlgeburtenrisiko steigen und auch ein niedrigeres Geburtsgewicht sowie einer Leberentzündung des Fetus können mit einer Infektion einhergehen. Routinemäßig wird bei allen werdenden Müttern im letzten Schwangerschaftsdrittel – etwa in der 32. SSW – ein Test auf Hepatitis-B-Viren gemacht. Fällt dieser positiv aus, dann wird das Baby direkt nach der Geburt gegen Hepatitis geimpft. Damit wird versucht, das Kind vor einer Ansteckung zu schützen.

Vorbeugen:  • Sex mit Kondom
                    • Vorsicht vor verunreinigtem Trinkwasser (exotische Länder)


➤ Etwa 20 bis 30 Prozent aller Schwangeren haben B-Streptokokken (Bakterien). Diese gehören zu den häufigsten Bakterien, die den Genital- und Afterbereich besiedeln. In der Fruchtblase ist das Baby gut gegen diese Bakterien geschützt. Platzt diese, wenn die Geburt losgeht, dann können die Streptokokken auf das Neugeborene übergehen. Da Babys Immunsystem den Eindringlingen noch nichts entgegen setzen kann, breiten diese sich im ganzen Körper aus. Eine sogenannte Neugeborenensepsis (Blutvergiftung), Lungen- oder Hirnhautentzündung können die Folge sein. Aber eine Streptokokken-Infektion kann relativ gut mit Antibiotika behandelt werden. Die allermeisten Kinder tragen keine bleibenden Schäden davon und werden wieder gesund. Ist bekannt, dass sich die Schwangere in den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit B-Streptokokken infiziert hat, dann können die Ärzte vorbeugen. Der Mutter wird mit Beginn der Geburt ein Antibiotikum verabreicht, das auch in den Blutkreislauf des Babys gelangt. Damit wird es vor einer Ansteckung geschützt. Allerdings muss eine Erkrankung der Mutter mit einem Abstrich getestet werden – empfohlen wird der Streptokokken-Test zwischen der 35. SSW und der 37. SSW. Diese Vorsorgeuntersuchung ist freiwillig und zählt damit zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Sie müssen die Untersuchungskosten also selbst zahlen.

Vorbeugen:  • Intim-Hygiene
                    • Sex mit Kondom
                    • wer häufig an Harnwegsinfektionen leidet ist besonders anfällig

➤ Mit in die routinemäßige Schwangerschaftsvorsorge aufgenommen wurde ein Test auf Clamydien. Clamydien sind Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Statistisch lässt sich bei fünf bis zehn Prozent aller Erwachsenen eine Infektion mit Clamydien nachweisen. Die Infektion tritt also verhältnismäßig häufig auf. Direkte Ansteckungsgefahr für das Baby besteht nicht. In seltenen Fällen kann es zu verfrühten Wehen und einem vorzeitigem Blasensprung kommen. Doch Clamydien können sehr gut auch während der Schwangerschaft behandelt werden.

Infektionen in der Schwangerschaft: Schutz vor Clamydien


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Sie bekommen spezielle Antibiotika verschrieben, die für das Baby absolut ungefährlich sind. Wird eine Infektion nicht behandelt, dann steckt sich Ihr Kind mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Geburt an. Die Bakterien können dann schwere Lungen- und Augenentzündungen auslösen.

Vorbeugen:  • Intim-Hygiene
                    • Sex mit Kondom
                    • regelmäßige Kontrolle
                      beim Frauenarzt


Auch wenn sich Ihr Baby mit einer dieser Infektionskrankheiten ansteckt, lassen sie sich gut beahndeln. Dauerhafte Organschäden oder gar Fehlbildungen verursachen diese Krankheiten nicht, da die Erreger erst nach der Geburt übertargen werden. Viel schlimmer sind die Folgen, wenn sich der Fötus im Mutterleib ansteckt. Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Masern, Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft so gefährlich sind.