Interview mit Dr. Karoline Vanselow


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Interview mit Dr. Karoline Vanselow

Kinderaugenärztin an der Universitätsklinik Frankfurt am Main Familie&Co: Wie bemerken Eltern eine Sehstörung ihres Kindes?
Karoline Vanselow: Manche Sehstörungen werden direkt durch Veränderungen des Auges sichtbar. Ein heller Punkt in der Pupille, ein hängendes Augenlid, Augenzittern, Schielen oder auffallend große Augen können Anzeichen für Augenerkrankungen sein. Auffälliges Verhalten des Kindes - wie nahes Herangehen an Gegenstände oder häufiges Anstoßen an Kanten - kann auf eine Sehstörung hinweisen. Manches kann auch nur der Augenarzt bei einer Untersuchung feststellen. Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es?
Im ersten Lebensjahr sollten alle Kinder, in deren Familie eine Augenerkrankung bekannt ist, sowie Frühgeborene und Kinder mit Entwicklungsverzögerungen augenärztlich untersucht werden. Bis zum 24. Lebensmonat sollten auch alle anderen Kinder dem Augenarzt vorgestellt werden. Außerdem kontrolliert der Kinderarzt bei den zwei Vorsorgeuntersuchungen „U7“ und „U8“ routinemäßig die Augen. Wie sollen Eltern reagieren, wenn sich Kinder am Auge verletzen?
Zunächst einmal Ruhe bewahren! Kleinere Verunreinigungen, z.B. durch Sand, können mit sauberem Wasser gespült oder vorsichtig herausgewischt werden. Kopfverletzungen, Augenprellungen, offene Wunden (vor allem durch Tierbisse) und stark schwellende Insektenstiche muss der Augenarzt untersuchen. Bei schwerwiegenden Verletzungen etwa durch umherfliegende Glassplitter sollte sofort eine Augenklinik aufgesucht werden.    Interview: Claudia Mende