Ist Krankheit besser als Impfung?


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Was gegen das Impfen spricht - und was dafür

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung - das gilt auch beim Impfen. Doch darüber, ob der Nutzen die Gefahren überwiegt, sind sich Experten uneins. Schutzimpfungen sind eine hochwirksame vorbeugende Maßnahme. Darüber sind sich Befürworter und Kritiker einig. Was aus Sicht mancher Schulmediziner aber wie eine einzige Erfolgsgeschichte klingt, beäugen andere mit großer Skepsis. Vor allem bei den Masern scheiden sich die Geister. Die Kritik zielt vor allem auf angeblich schädigende Neben- und Folgewirkungen der Vakzine.

Der Münchner Kinderarzt und Buchautor Dr. Martin Hirte fasst einige wichtige Argumente von Impfkritikern zusammen; der früher an der Berliner Charité tätige Mikrobiologe und Kinderarzt Prof. Burkhard Schneeweiß äußert seine Einschätzung als Wissenschaftler. Ist Krankheit besser als Impfung? Dr. Martin Hirte sieht in einer Masernerkrankung gewisse Vorteile: „Wer die Krankheit als Kind durchmacht, ist im Erwachsenenalter davor geschützt. Zudem gibt es einen Lerneffekt für das Immunsystem mit vermutlich geringerer Neigung zu Allergien, Autoimmunerkrankungen und einigen Krebserkrankungen.“ Prof. Schneeweiß sieht in der Verbreitung von Masernviren nur Nachteile: „Eine aktuelle Studie zeigt: Eine Infektion bei Säuglingen birgt das hohe Risiko einer nach Jahren auftretenden und stets tödlich verlaufenden Hirnentzündung. Und dass Masernerkrankungen die erwähnten Folgeerkrankungen seltener auftreten lassen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Im Gegenteil. Eine Vergleichsstudie unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung hat gezeigt: In den neuen Ländern litten Kinder deutlich seltener unter Allergien als Vergleichskinder in den alten Bundesländern, obwohl sie zu über 90 Prozent gegen Masern geimpft waren, während in der Bundesrepublik die Impfrate deutlich niedriger lag.“ Werden die Impfrisiken kontrolliert? Dr. Hirte kritisiert die mangelnde Überwachung: „Gezielt untersucht werden nur die Komplikationen der Erkrankungen, eine systematische Untersuchung der Impfrisiken aber gibt es nicht.“
Prof. Schneeweiß verweist auf ein Meldesystem, nach dem alle Impfkomplikationen im Paul-Ehrlich-Institut gesammelt, zusammen mit dem Robert-Koch-Institut ausgewertet und im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht werden (www.bundesgesundheitsblatt.de). Sind mögliche Impfschäden schlimmer als Erkrankungskomplikationen? Dr. Hirte ist davon nicht überzeugt: „Schwere oder tödliche Folgen von Masern sind bei Kleinkindern oder im Grundschulalter eine extreme Rarität und werden eher vom 'untypischen Erkrankungsalter' (Säugling, Erwachsene) berichtet.“
Prof. Schneeweiß hingegen hält Impfen für den besten Schutz: „Maserninfekte gehören weltweit zu den Infektionen mit der höchsten Sterblichkeit im frühen Kindesalter. Nur rechtzeitiges und konsequentes Impfen bietet verlässlichen Schutz. Dies beweist die Europaregion der WHO, wo die Masern in einigen Ländern (Skandinavien) bereits eliminiert sind.“