Kinderkrankheiten

Plötzlicher Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome)


Jährlich sterben in Deutschland gut 100 Kinder völlig unerwartet in ihrem Bett. Die Diagnose lautet "Plötzlicher Kindstod". Der Atem dieser Kinder setzt plötzlich aus. Betroffen sind mit wenigen Ausnahmen Kinder im ersten Lebensjahr. Ein Phänomen, das seit Jahren die Medizin beschäftigt. Endgültig geklärt ist es bis heute nicht.

Seit 2006 meinen US-Wissenschaftler, die Ursache für SIDS gefunden zu haben. Im Stammhirn toter Säuglinge fanden sie eine deutlich erhöhte Anzahl von Nervenzellen, die den Botenstoff Serotonin herstellen und freisetzen. Serotonin ist eines von etwa 100 Hormonen im menschlichen Gehirn, das Informationen von einer Zelle zur anderen transportiert. Das Serotoninsystem im Stammhirn hilft dabei, die Atmung und die Empfindlichkeit gegenüber Kohlendioxid zu regeln.

Wenn ein Baby auf dem Bauch schläft oder die Bettdecke über seinem Gesicht liegt, besteht die Gefahr, dass es statt frischer, sauerstoffhaltiger Luft verbrauchte Atemluft wieder einatmet. Dadurch steigt der Kohlendioxid-Spiegel im Körper an. Ein gesundes Kind würde in diesem Fall aufwachen, den Kopf drehen und schneller atmen. Aber im Fall der Kinder, die am Plötzlichen Kindstod sterben, sind diese natürlichen Reflexe durch die Veränderungen im Serotoninsystem gestört, so die Forscher. Jüngste Experimente an Mäusen scheinen diese Theorie zu bestätigen.

Unabhängig von den Ursachen: Die Angst vor dem Plötzlichen Kindstod sollte Ihre unbeschwerte Freude an ihrem Kind nicht beeinträchtigen. Rein statistisch kommt in Deutschland etwa ein Fall von SIDS auf 2.000 Geburten.

Erfahrungen aus Großbritannien und den Niederlanden zeigen, dass sich auch dieses geringe Risiko noch deutlich reduzieren lässt, wenn Eltern Risikofaktoren vermeiden und vorbeugende Maßnahmen treffen:


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Für Eltern der absolute Schrecken: Der Plötzliche Kindstod. Mit diesen Schutzmaßnahmen bleibt das Risiko für Ihr Baby aber gering.


Die Kinder sollten auf dem Rücken, keinesfalls auf dem Bauch schlafen. Sie müssen frei atmen können (keine Kopfbedeckungen, Felle, Kissen etc.) und dürfen nicht überhitzen. Eine Raumtemperatur von etwa 18 Grad wird allgemein empfohlen.

Die Verwendung eines Schlafsackes hat sich bisher als wirksamste Präventivmaßnahme herausgestellt. In den meisten Geburtskliniken wurden die klassischen Federbetten mittlerweile ausgetauscht.


Das Rauchen in der Wohnung und in der Nähe des Kindes sollte unbedingt unterbleiben.
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