Kleiner Käse-Ratgeber für die Schwangerschaft

Käse ist für die Ernährung in der Schwangerschaft wichtig, weil er viel Kalzium enthält. Was Sie beachten sollten, welche Käsesorten unbedenklich sind - das lesen Sie hier.


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Käse liefert Kalzium für die Schwangerschaft


Käse ist sozusagen Milch in konzentrierter Form und hat deshalb besonders viel zu bieten, nämlich:

➤ hochwertiges Eiweiß,
➤ Kalzium,
➤ Magnesium,
➤ Jod,
➤ Vitamin A
➤ und wichtige B-Vitamine

Diese Nährstoffe und Vitamine sind in Schwangerschaft gefragt, und deshalb ist Käse als Brotbelag oder zum Abschluss eines Essens immer eine gute Wahl. Faustregel: Je härter der Käse ist, desto größer die Kalzium-Menge, die in ihm steckt. Schnitt- und Hartkäse liefern mehr als Weich- und Frischkäse, besonders Emmentaler ist reich an diesem Knochenbaustein. DreiScheiben genügen - und der Tagesbedarf der Ernährung während der Schwangerschaft ist gedeckt. Einfacher geht es kaum.


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Es ist angerichtet: Worauf Sie bei der Ernährung in der Schwangerschaft besonders achten sollen, erfahren Sie hier.


Ob Käse aus Kuhmilch, Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt wurde, spielt für die Ernährung in der Schwangerschaft übrigens keine große Rolle. Käse aus Schafs- und Ziegenmilch gilt zwar als leichter verdaulich und enthält im Schnitt etwas mehr Kalzium, aber entscheidender als die Herkunft der Milch bleibt der Härtegrad des Käses.

Calciumgehalt verschiederer Käsesorten


© LVBM, Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft

In der Schwangerschaft keinen Käse aus Rohmilch
In der Schwangerschaft ist bei der Ernährung allerdings ist die Auswahl an Käse ein wenig eingeschränkt. Sie sollten nämlich keinen Käse aus Rohmilch essen, weil er Listerien enthalten kann. Das sind Bakterien, die beim Ungeborenen gefährliche Infektionen auslösen können. Das gilt vor allem für Frisch- oder Weichkäse aus Rohmilch, wie manche Sorten Edelpilzkäse, Brie oder Camembert. Das Risiko, sich zu infizieren, ist zwar nicht wirklich groß, aber Vorsicht ist gerade während der Schwangerschaft immer eine gute Strategie, um das Baby zu schützen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde: Einfach auf das Etikett schauen, dort muss stehen "Aus Rohmilch hergestellt", fehlt dieser Vermerk, ist pasteurisierte Milch die Grundlage.

Durch Hitze oder lange Reifezeiten werden Listerien zerstört. Deshalb können Sie in der Schwangerschaft die Ernährung durch Käse aus pasteurisierter Milch und Hartkäse aus Rohmilch wie Emmentaler ergänzen. Denn dieser Käse enthält so wenig Wasser und hat dadurch einen so hohen Salzgehalt, dass den Listerien schlicht die Lebensgrundlage entzogen wird. Die Rinde sollten Sie bei der Ernährung in der Schwangerschaft allerdings konsequent bei jedem Käse großzügig abschneiden. Denn auch dort können sich Listerien befinden. Das Abschneiden empfiehlt sich noch aus einem anderen Grund: Oft ist die Rinde mit Konservierungsstoffen behandelt. Viele sind ohnehin kritisch, und zumindest einer hat sogar eine medizinische Wirkung: E 235, Natamycin. Er wird durch Mikroorganismen hergestellt und wirkt antibiotisch. Häufiger Verzehr kann zur Bildung von resistenten Krankheitserregern führen.

Ob ein Konservierungsstoff benutzt wurde, steht auf der Zutatenliste der Verpackung. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, schneiden Sie Rand oder Rinde eines solchen Käses mindestens fünf Millimeter breit ab.  Auch der Hinweis auf Käse aus Rohmilch muss auf der Verpackung stehen. An der Käsetheke heißt es: nachfragen.
Käse: Auf den Fettgehalt achten
Käseliebhaber sollten auch immer den Fettgehalt im Auge behalten, denn der bestimmt den Kaloriengehalt. Bei Käse wird er als „Fett in der Trockenmasse“ (Fett i.Tr.) angegeben, weil alle Sorten während der Lagerung weiterreifen und damit Wasser und Gewicht verlieren. Beim Einkauf reicht es zu wissen, dass der absolute Fettgehalt nur etwa die Hälfte des ,Fett i.Tr.‘-Wertes beträgt. Die LVBM gibt folgende genauere

➤ Umrechnungshilfe:
Multiplizieren Sie den ,Fett i.Tr.‘- Wert
bei Hartkäse mit dem Faktor 0,7
bei Schnittkäse mit 0,5 
bei Frischkäse mit 0,3.

So ergibt sich der ungefähre absolute Fettgehalt. Und der ist dann meist gar nicht mehr so bedrohlich hoch.




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