Kopfläuse: Wirksame und sanfte Behandlung

Welche Maßnahmen gegen Kopfläuse helfen, ob es auch wirksame Hausmittel gibt und was neben der Behandlung der Kopfhaut und Haare Ihres Kindes sonst noch zu tun ist, erfahren Sie hier.


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Behandlung bei Kopfläuse-Befall


Wichtig ist, dass schnellstmöglich mit der Behandlung gegen Kopfläuse begonnen wird, um den lästigen Juckreiz loszuwerden und vor allem die weitere Übertragung der Parasiten einzudämmen. Hegen Sie den Verdacht auf Kopfläuse-Befall bei Ihrem Kind, sollten Sie also sofort zum Kinder- und Jugendarzt, um die Diagnose bestätigen zu lassen und die Behandlung einzuleiten.

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Als erstes sollten die Läuse einmal abgetötet werden. Dafür gibt es verschreibungspflichtige Gels oder Emulsionen, die für Kopfläuse giftige Stoffe enthalten. Außerdem gibt es noch spezielle Insektizide, die allerdings nicht die erste Wahl zu Behandlung darstellen sollten, da es mittlerweile schonendere Methoden gibt. Zum Beispiel die Behandlung mit Dimeticon, eine silikonbasierte ölige Lösung, die auch in vielen Haarpflegeprodukten vorkommt. Viele Anti-Läuse-Mittel gibt es auch rezeptfrei in der Apotheke. Dabei handelt es sich meistens um Shampoos, Spülungen, Lotionen und Sprays. Wichtig ist, dass Sie die Anwendung stets genau nach Packungsanleitung durchführen, damit das Mittel wirkt und keine Nebenwirkungen wie Hautreizungen auftreten.

Bei Kleinkindern und Schwangeren bedarf die Therapie mit einem der Kopflausmittel immer die vorherige Abstimmung mit dem Arzt.

Übrigens: Bis vor Kurzem wurden die Kosten nur mit ärztlicher Verordnung und nur für insektizidhaltige Mittel von den Kassen übernommen. Mittlerweile sind auch die Dimeticonpräparate Etopril, Jacutin Pedicul Fluid und Nyda L erstattungsfähig.

Gibt es auch Hausmittel gegen Kopfläuse?

Bekannt sind da die Empfehlungen, das Haar mit Essig, Speiseölen oder Spiritus zu waschen, sowie den Parasiten mit Hitze (zum Beispiel Sauna oder Föhn) zu Leibe zu rücken. Allerdings ist die Wirksamkeit solcher Methoden umstritten und es besteht das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen. Greifen Sie also lieber zu speziellen Kopflausmitteln aus der Apotheke.
Am wirksamsten ist eine Doppelstrategie
Leider gibt es aber selbst aus der Apotheke kein Sofort-Wundermittel gegen Läuse, das nach nur einer Behandlung alle Läuse und Nissen entfernen kann. Um Kopfläuse wieder loszuwerden, hilft also nur eine Doppelstrategie: die Anwendung eines Mittels zur Kopfläuse-Behandlung und sorgfältiges Auskämmen.

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Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist zudem, dass sie richtig angewandt wird. Nach der Erstbehandlung mit Läusemittel können nämlich einige Tage später noch Larven nachschlüpfen. Ab dem elften Tag haben sie sich so weit entwickelt, dass die Weibchen Eier ablegen können. Um diesen Zyklus zu unterbrechen, muss acht, neun oder zehn Tage nach der ersten unbedingt eine zweite Behandlung folgen. Zusätzlich dazu sollte das Haar alle vier Tage ausgekämmt werden, um eventuell nachgeschlüpfte Larven zu entfernen. Um eine neue Übertragung durch Kleidung, Kuscheltiere und andere Gegenstände zu vermeiden, sollten diese vorsichtshalber auch behandelt werden:

• Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis: Mit einer Bürste und
   heißer Seifenlauge reinigen

• Kleidung, Bettwäsche bei 60 Grad waschen

• nicht waschbare Textilien (Teppiche) und Kuscheltiere für vier Wochen
  luftdicht verpacken oder für 2 Tage in die Gefriertruhe legen
Köpfläusen vorbeugen
Sich gänzlich vor Kopfläusen zu schützen, ist leider nicht möglich. Zwar werden auf dem Markt die einen oder anderen Präperate angeboten, die zuverlässigen Schutz versprechen, allerdings ist deren Wirkung nicht bestätigt. Sie können daher nur die Verbreitung der Läsue eindämmen, indem Sie die Kopfhaut des Kindes kontrollieren und behandeln, wenn Sie erfahren, dass ein Spiel- oder Schulkamerad Kopfläuse hat.
Pflicht als Eltern: Einrichtungen und Spielkameraden informieren
Mindestens genauso wichtig wie die Behandlung ist aber noch etwas anderes: Wenn bei Ihrem Kind Kopfläuse entdeckt wurden, können Sie davon ausgehen, dass die Plagegeister längst auch schon andere befallen haben: die Kindergartengruppe, die Schulklasse oder den Freundeskreis ihres Kindes. Wenn die jeweilige Gruppe nicht auch gegen die Kopfläuse vorgeht, können all Ihre Bemühungen vergebens bleiben. Da hilft nur eines: Informieren Sie die Freunde Ihres Kindes, Schule oder Kita. Gegenüber der Schule und der Kita besteht für Eltern laut Infektionsschutzgesetz sogar die Informationspflicht.

Hat Ihr Kind Kopfläuse, darf es erst nach der korrekten Erstbehandlung wieder in die Schule bzw. die Kita, da es zu dem Zeitpunkt schon keine lebendige Läuse mehr auf seinem Kopf gibt. Wichtig ist aber die Nachbehandlung, da aus den verbliebenen Nissen wieder neue Larven schlüpfen.


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