Medikamente in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft gelangen Medikamente über die Nabelschnur zum Baby. Werdende Mütter müssen deshalb nicht ganz auf Medikamente verzichten, Vorsicht ist aber geboten. Welche Wirkstoffe sind erlaubt? Und welche Krankheiten müssen auch in der Schwangerschaft unbedingt behandelt werden? Wir geben Hilfestellung!


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Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?


Der allgemeine Tipp für die Zeit der Schwangerschaft lautet ganz klar: In der Schwangerschaft sollten Sie so wenig Medikamente wie möglich einnehmen! Das beherzigen die allermeisten Schwangeren aber von sich aus - schließlich möchten sie das heranwachsende Baby im Bauch nicht unnötig chemischen Substanzen aussetzen und sind lieber zu vorsichtig als zu leichtsinnig im Umgang mit Medikamenten.
Umgekehrt gilt aber auch: Wenn Sie krank sind, müssen Sie unbedingt dafür sorgen, dass es Ihnen wieder besser gut. Nicht zuletzt Ihrem Baby zuliebe! Wichtig ist jetzt aber die Auswahl der Wirkstoffe, die für Schwangere am besten geeignet sind.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt wissen Schwangere, ob sie Medikamente nehmen müssen.


© iStock
Sie und Ihr Baby sind über den Blutkreislauf miteinander verbunden: Was Sie einnehmen, landet über die Nabelschnur automatisch auch bei Ihrem Kind. Dabei sind natürlich nicht alle Wirkstoffe auch Giftstoffe und damit eine potentielle Gefahr für Ihr Kind. Wo aber früher bei Kopfschmerzen der Griff zur Schmerztablette und bei einem hartnäckigen Husten die Einnahme von Hustensaft ganz selbstverständlich waren, müssen Sie jetzt bei jeder Tablette und jedem Saft nachlesen und nachfragen:

➤➤ Für Schwangere gilt grundsätzlich: Informieren Sie den behandelnden Arzt oder den Apotheker über Ihre Schwangerschaft und fragen Sie nach, welche Präparate erlaubt sind und was Sie bei der Dosierung beachten müssen.

Besondere Vorsicht in der sensiblen Phase

Vor allem in der sensiblen Phase, in der die Organe gebildet werden (5. bis 12. SSW), ist die Gefahr für eine eventuelle Schädigung am größten. Arzneimittel können bei Ihrem Kind zu Fehlbildungen führen, die Entwicklung beeinträchtigen oder bei Ihnen frühzeitige Wehen auslösen. Nichtsdestotrotz gibt es aber viele Medikamente, die Sie nach der kritischen Phase der Organbildung einnehmen dürfen – dazu zählen Paracetamol gegen Schmerzen und einige Antibiotika.
Am besten ohne Medikamente gesund werden
Wenn es sich um eine leichte Erkrankung handelt, sollten Sie in jedem Fall erst einmal versuchen, auf Medikamente zu verzichten. Wo Sie vor der Schwangerschaft vielleicht schnell und gerne auf Tabletten & Co. zurückgegriffen haben und trotz Ihrer Beschwerden in die Arbeit gegangen sind, dürfen Sie sich jetzt mit gutem Gewissen auch mal krankschreiben lassen und Ihre Erkrankung zu Hause und in Ruhe auskurieren. Mit viel Ruhe und Flüssigkeit und den guten alten Hausmitteln bessern sich viele Beschwerden schnell von selbst wieder.

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Wenn Sie an chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Asthma, Diabetes, Epilepsie oder einer Depression leiden, sollten Sie nach dem positiven Schwangerschaftstest in keinem Fall die Behandlung abbrechen. Für alle diese Erkrankungen gibt es Medikamente, die Ihrem Baby nicht schaden. Sprechen Sie Ihren Arzt so früh wie möglich auf die Schwangerschaft an, am besten schon in der Kinderwunschphase.
Vorsicht auch bei Vitaminen und Kräutern

Auch pflanzliche Medikamente, Kräuter und Vitamine dürfen Sie nicht bedenkenlos einnehmen. Bei diesen Kräutern ist Vorsicht geboten:
• Aloe Vera
• Basilikumöl
• Beifuß
• Berberitze
• Blutwurz
• Chinarinde
• Frauenmantel
• Küchenschelle
• Mistel
• Rainfarn
• Schöllkraut

Quelle: www.heilkraeuter.org
Weitere Infos über Kräuter, die in der Schwangerschaft hilfreich sind und Kräuter, die Sie meiden sollten, finden Sie hier.

Wichtig: Nehmen Sie Vitaminpräparate nie in Eigenregie ein, sondern fragen Sie vorher Ihren Frauenarzt. Denn so wichtig eine gute Vitaminversorgung in der Schwangerschaft ist, einige Vitamine sowie eine Überdosierung können mehr schaden als nutzen:

• Vitamin A
kann das Baby schädigen.
Vitamin E kann in hohen Dosierungen zu Unterleibsschmerzen führen und einen vorzeitigen Blasensprung auslösen.
Vitamin D setzt Kalzium frei, das sich in Organen ablagern kann.

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Was tun, wenn Sie Medikamente eingenommen haben, bevor Sie von der Schwangerschaft wussten?

In der Regel schadet das dem Baby nicht. In den ersten fünf Schwangerschaftswochen gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wenn Sie sich Sorgen machen, sprechen Sie beim nächsten Frauenarzt-Termin Ihren Arzt auf die eingenommenen Medikamente an.
Kostenloses Beratungsangebot zu Medikamenten in der Schwangerschaft

Wer an einer Vorerkrankung leidet oder sich auch bei kleineren gesundheitlichen Problemen absichern möchte, welche Medikamente geeignet sind, kann sich beim Beratungszentrum für Embryonaltoxologie (www.embryotox.de) kostenlos beraten lassen. Das Portal umfasst über 430 Arzneimittel und wird ständig erweitert. Telefonisch sind die Experten auch zu erreichen: Tel. 030 / 450-525700 (Mo bis Fr 9 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 16 Uhr)
 
Mehr Infos und Tipps zu verschieden Krankheiten und Beschwerden in der Schwangerschaft finden Sie hier:
 
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