Meningokokken bei Kindern

Eine Meningokokken-Infektion beginnt mit harmlosen Krankheitsanzeichen, sie kann aber im schlimmsten Fall innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich werden. Gegen Meningokokken gibt es eine Schutzimpfung.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Meningokokken: Lebensgefährlich, aber glücklicherweise selten


Meningokokken sind Bakterien, die sich im Hals-, Nasen- und Rachenraum ansiedeln und, wenn sie sich weiter ausbreiten, schwere Infektionen auslösen können: Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis). Vor allem Babys, Kleinkinder und Jugendliche sind gefährdet. Bei einer Infektion ist das Allerwichtigste eine schnelle Behandlung mit Antibiotika, ansonsten kann eine Meningokokken-Infektion im schlimmsten Fall tödlich enden.


© iStock
Das Problem einer Infektion mit den kugelförmigen Bakterien ist leider: Die Infektion zeigt sich sehr plötzlich und verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden dann schnell bis zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild. Zu den frühen Krankheitsanzeichen zählen Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Appetitlosigkeit und Erbrechen, die Infektion ähnelt in diesem Stadium einer Grippeerkrankung.
 
Symptome einer fortgeschrittenen Meningokokken-Infektion:

● Plötzlich schlechter Allgemeinzustand
● Starke Kopfschmerzen
Fieber
● Erbrechen / Krämpfe
● Evtl. Nackensteife
● Bei Säuglingen evtl. eine vorgewölbte Fontanelle
● Bei Säuglingen evtl. schrilles Schreien
● Apathie oder auch Unruhe
● Lichtempfindlichkeit
● Einblutungen in die Haut (Petechien) ➤ Achtung: Akute Lebensgefahr!
● Babys schreien beim Hochnehmen häufig anstatt sich zu beruhigen.


Meningokokken Symptomcheck


Bei Säuglingen und kleinen Kindern fehlen oft die typischen Symptome.
Deshalb sollten Sie als Eltern schnell handeln und den Notarzt rufen, wenn bei Ihrem Kind das Fieber schnell steigt und es sich in einem plötzlich schlechten Allgemeinzustand befindet.
Wenn sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper ausbreiten, spricht man von einer Sepsis (Blutvergiftung). Zu erkennen ist eine Sepsis an den Einblutungen in der Haut. Eine Sepsis ist lebensbedrohlich und muss schnellstmöglich im Krankenhaus behandelt werden.

 Das könnte Sie interessieren: Hirnhautentzündung

Im schlimmsten Fall besteht Lebensgefahr. Welche Anzeichen auf eine Meningitis hinweisen und welche Impfungen schützen.


Behandlung einer Meningokokken-Infektion

➤ Wir betonen es lieber ein Mal zu viel als zu wenig: Eine Infektion mit Meningokokken ist ein absoluter Notfall und kann schnell lebensgefährlich werden – deshalb müssen Kinder, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, schnellstmöglich im Krankenhaus mit Antibiotikum behandelt werden. Über den Therapieerfolg entscheidet maßgeblich der Zeitpunkt, zu dem die Behandlung begonnen wird. Auch heute sterben noch Kinder an Meningokokken, zum Glück aber nur sehr wenige. Von den 300 bis 400 Meningokokken-Fällen, die in Deutschland im Jahr auftreten, stirbt ungefähr jeder zehnte*. Bleibende Schäden einer Infektion können Lähmungserscheinungen, Entwicklungsstörungen, geistige Behinderungen, Blindheit und Hörverluste sein. Nach einer Sepsis können Gliedmaßen absterben und eine Amputation notwendig sein.
Wichtig zu wissen
➤ Eine Meningokokken-Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.
➤ Die Symptome ähneln anfangs denen einer Grippe.
➤ Ansteckung: über Tröpfcheninfektion
➤ Inkubationszeit: Ca. drei bis zehn Tage
➤ Ausbruch der Krankheit: zwei bis vier Tage nach der Ansteckung
➤ 10% der Bevölkerung hat die Bakterien im Körper, ohne dabei krank zu werden.
➤ Hauptsaison ist im Winter und Frühling.
Impfung gegen Meningokokken C
Gegen Meningokokken C (MenC) gibt es eine Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt wird. Die Schutzimpfung sollte zu Beginn des zweiten Lebensjahres durchgeführt werden.

 Das könnte Sie interessieren: Impfkalender

Ganz leicht mit drei Klicks einen persönlichen Impfkalender für Ihr Kind - zum Ausdrucken und an den Kühlschrank hängen.


Impfung gegen Meningokokken B?

Inzwischen (seit 2013) gibt es auch eine Impfung gegen Meningokokken B (MenB) für Kinder ab dem zweiten Monat. Noch wird die Schutzimpfung aber nicht offiziell empfohlen - obwohl es deutlich mehr Infektionen mit dem Typ B als mit dem Typ C gibt. Nichtsdestotrotz werden die Kosten für die Impfung voneinigen Krankenhassen übernommen. Fragen Sie bei Interesse also einfach mal bei Ihrer Krankenkasse nach. Zahlt Ihre Krankenkasse die Impfung nicht, können Sie Ihr Kind natürlich trotzdem impfen lassen und die Kosten (ca. 100 Euro pro Impfdosis) selbst übernehmen. Bei Säuglingen sind drei Dosen nötig, im zweiten Lebensjahr steht die Auffrischung an. Wenn Sie Ihr Kind gegen Meningokokken impfen lassen möchten, sollten Sie das frühzeitig tun – die Infektion tritt vor allem im ersten Lebensjahr auf.
In England ist die Impfung bereits in die Liste der kostenlosen Standard-Impfungen aufgenommen werden, allerdings nur für Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Die zwei häufigsten Typen, die in Deutschland vorkommen, sind Meningokokken B und Meningokokken C. Reisende bringen dagegen eher den Typ A mit. Wenn Sie darüber nachdenken, mit Ihrem Kind in die Tropen oder nach Afrika zu reisen, sollten Sie über eine Impfung gegen Meningkokokken A nachdenken.


* Quelle: BZgA-Erregersteckbriefe „Meningokokken“ und „RKI Epidemologisches Bulletin, 37/2015“


mehr zum Thema
Krankheiten Impfungen