Mückenstiche sind lästig aber harmlos

Warum Mücken überhaupt zustechen, ob sie wirklich "süßes" Blut bevorzugen und welche Hausmittel bei Mückenstichen helfen.


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Mücken werden vom Hautgeruch angelockt


Mücke sticht zu

Eine Mücke bei der Arbeit.


© Thinkstock
„Mich stechen die Mücken am liebsten, ich habe offensichtlich süßes Blut.“ Den Satz hört man von Opfern der fiesen Blutsauger ja häufig. Die Geschichte mit dem „süßen Blut“ ist eine weitverbreitete Legende, aber tatsächlich nur erfunden. Mücken lassen sich bei ihren Attacken weniger vom Geschmack leiten als vielmehr von Körperwärme und -geruch. Besonders verlockend ist für sie der Duft-Mix aus Milchsäure, Fett- und Aminosäure, der Bestandteil unseres natürlichen Hautgeruchs ist. Jeder Mensch produziert ihn in unterschiedlich großer Menge - aber hat eine Mücke die Wahl, zapft sie am liebsten den an, der am stärksten danach riecht. Wer dann noch schwitzt ist besonders attraktiv für die kleinen Blutsauger, oder besser: Blutsaugerinnen. Denn sprichwörtlich „blutrünstig“ sind tatsächlich nur die weiblichen Mücken. Sie benötigen das im menschlichen Blut enthaltene Protein, um nach erfolgter Befruchtung Eier bilden zu können.
Warum Mückenstiche jucken

Mückenstiche bei einem kleinen Jungen

Mücken stechen gern mehrmals zu.


© Thinkstock
Den Mückenstich selbst bemerkt der unfreiwillige Wirt meist nicht, wohl aber die unangenehme Nachwirkung: einen brennenden Juckreiz. Warum das so fies juckt? Nun, bei kleinen Verletzungen der Blutgefäße - dazu gehört auch ein Mückenstich - würde unser Blut normalerweise gerinnen. Damit würde jedoch auch die für Mücken so wichtige Nahrungsquelle versiegen. Also sondert die Mücke beim Zustechen ein Sekret ab, das die Blutgerinnung verhindert und zugleich wie ein Betäubungsmittel wirkt. So kann die Mahlzeit unbemerkt vonstatten gehen. Der Körper zeigt aber schon bald nach dem Stich eine leichte allergische Reaktion und schüttet das Gewebshormon Histamin aus, das die Schwellungen und den Juckreiz auslöst.

Doch keine Sorge: Mückenstiche sind zwar lästig, aber meistens völlig harmlos; das gilt übrigens auch für Bremsen. Allerdings können deren Bisse recht schmerzhaft sein. Die vorzugsweise bei schwüler Witterung aktiven Weibchen haben nämlich deutlich größere Mundwerkzeuge als die feingliedrigen Moskitos. Sie können ihren Saugrüssel sogar ohne weiteres durch eng anliegende Kleidung hindurchbohren und bei einer Mahlzeit immerhin bis zu 0,2 Milliliter Blut saugen!
Hausmittel gegen Mückenstiche

Spitzwegerich

Spitzwegerich hilft bei Mückenstichen.


© privat
Aber was hilft gegen die brennenden Stiche? „Tu Spucke drauf!“, so lautete der Tipp in unserer Familie bei Mückenstichen. Uns hat es geholfen, zuverlässiger stoppt man den Juckreiz aber mit antihistaminhaltigen Gels oder Cremes (aus der Apotheke).

Wer stattdessen auf Hausmittel schwört und sie im rechten Augenblick zur Hand hat, greift am besten zu einer aufgeschnittenen Zwiebel. Deren Saft wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Am meisten zu schaffen macht dem Nachwuchs der Juckreiz. Achten Sie darauf, dass er nicht an den Quaddeln herumkratzt, sie können sich leicht entzünden - und das kann weit unangenehmer werden als harmlose Mückenstiche. Vorübergehend lindert Kühles die ärgste Reizung. Halten Sie Kühl-Akkus (bitte zuvor ein Tuch auf die Haut legen), Getränkedosen oder -flaschen oder Eiswürfel auf die Einstichstelle. Auch kalter Quark kann helfen.

Spitzwegerich kann ebenfalls als Hausmittel gegen Mückenstiche eingesetzt werden. Pflücken Sie einige Blätter und zerreiben Sie diese zwischen den Fingern. Den Saft geben Sie dann auf die Einstichstelle.
So können Sie sich vor Mückenstichen schützen

Schutz vor Mückenstichen
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    Natürlicher Schutz vor Mücken

    Mücken lassen sich durch Düfte leiten. Dieses Wissen können wir zu unserem Vorteil nutzen. Parfum beispielsweise lockt Mücken an, deshalb lieber auf parfumierte Lotions, Cremes und Duftwässer verzichten. Ebenso empfinden sie Schweißgeruch als äußerst anziehend. Ein abendliches Duschbad sichert also auch dem tobenden Nachwuchs eine relativ ungestörte Nachtruhe.

    Mit diesen Maßnahmen kann man die „Lockstoffe“ schon deutlich reduzieren. Nun geht es noch darum, die Mücken auf Abstand zu halten. Sie stechen bevorzugt an den dünnhäutigen und gefäßreichen Fußgelenken, deshalb sollten Kinder auch die Füße nachts unter der Decke haben. Zudem sollen Duftöle von Fenchel, Eukalyptus oder Lavendel die Stechlinge fernhalten. Gleiches gilt für ätherische Öle des Teebaums, der Zeder oder der Zitrone, die auf die Haut aufgetragen werden.

    Allerdings gibt es zur Wirkung dieser biologischen Repellents (Insektenabwehrmittel) sehr unterschiedliche Stellungnahmen. Entscheidend ist: Sie wirken, aber nur kurz, nämlich rund eine Stunde.

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    Chemische Mücken-Abwehrmittel

    Chemische Repellents haben sich bei der Abwehr der Plagegeister bewährt, weil sie deren Orientierungssinn verwirren. Sie werden als Lotion, Roll-On-Stick oder Spray auf die Haut aufgetragen, verdunsten dort langsam und bilden so - je nach Produkt- bis zu acht Stunden eine Art Schutzschicht. Damit sie ihre volle Wirkung entfalten, müssen sie auf alle unbedeckten Körperflächen aufgetragen werden. Wichtig: Ihre Wirkdauer kann beispielsweise durch starkes Schwitzen verkürzt werden. Und sie können eine Hautreizung oder Allergien hervorrufen. Deshalb sollten Sie vor einem eventuell wochenlangen Einsatz mögliche Reaktionen an wenigen kleinen Hautstellen testen.

    Auf den Einsatz von chemischen Anti-Insektensprays oder auch elektrischen Verdampfern sollten Sie im Kinderzimmer besser verzichten. Diese Mittel können chemische Stoffe wie DEET, DMP oder Pyrethroide enthalten, die im Verdacht stehen, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu bewirken. Wenn Sie Ihre Kinder nachts vor unerwünschten Endringlingen bewahren wollen, schützen Sie sie durch Fliegengitter oder Moskitonetze.



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