Mundfäule: Das hilft gegen die Schmerzen

Mundfäule ist äußerst schmerzhaft. Ein Herpesvirus verursacht viele kleine Mundgeschwüre, die brennen. Babys und Kleinkinder sind am häufigsten betroffen. So können Sie die Schmerzen lindern.


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Mundfäule - Kleinkinder häufig betroffen


Die Mundfäule wird von Herpesviren ausgelöst. Daher ist die Krankheit auch hoch ansteckend. Besonders häufig tritt die Mundfäule bei Babys und Kleinkindern auf, die zum ersten Mal in Kontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1) gekommen sind. Der Virus ruft eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut mit Mini-Geschwüren hervor.

Vorwiegend auf Zahnfleisch und Gaumen, aber auch auf den Lippen und um den Mund herum entstehen kleine Bläschen (Aphten), die weißlich-gelb belegte und äußerst schmerzhafte Wunden hinterlassen. Die offenen Wunden verursachen typischen, fauligen Mundgeruch, was der Infektion ihren Namen gibt. Der korrekte Fachausdruck dafür ist Stomatitis aphtosa.

Weitere typische Begleiterscheinungen von Mundfäule sind: hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten im Halsbereich, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Hat sich Ihr Kind infiziert, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Mundfäule: Der Mund ist voller Aphten

Bei Mundfäule ist der gesamte Mund voller Aphten


© iStock

Wegen der Schmerzen im Mund verweigern Babys und Kleinkinder oft die Nahrung. Hat Ihr Kind nur wenig getrunken und wirkt teilnahmslos oder bemerken Sie, dass die Fontanelle beim Baby dauerhaft eingefallen ist, dann suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Es kann sein, dass Ihr Kind bereits dehydriert ist und eine Infusion braucht.

Hat Ihr Kind Mundfäule, ist es also besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass es genügend trinkt. Bieten Sie am besten zimmerwarme, milde Getränke an. Saft sollte tabu sein, da die enthaltene Fruchtsäure die Mundschleimhaut zusätzlich reizt. Ideal ist Kamillentee. Er hat eine heilende und desinfizierende Wirkung. Zum Essen können Sie alles auftischen, das leicht zu kauen und zu schlucken ist: z.B. Kartoffelbrei, Grießbrei oder Joghurt. Suppen sollten Sie auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, denn auch heiße Speisen können im Mund schmerzen.

Leider können Sie gegen die Mundfäule wenig tun. Die Wunden im Mundraum müssen alleine ausheilen. Meist dauert das zehn bis zwölf Tage. Narben bleiben aber keine zurück. Während der akuten Krankheitsphase sollten Sie auch auf das Zähneputzen verzichten, auch wenn es sich unhygienisch anhört. Das Reiben am Zahnfleisch verschlimmert die Schmerzen nur.
Schmerzen lindern
Um dem Kind ein wenig Erleichterung zu schaffen, können Sie die Schmerzen mit speziellen Mitteln behandeln. Zahnungsgel ist zum Beispiel eine Möglichkeit. Das darin enthaltene, niedrig dosierte Betäubungsmittel kann zumindest kurzzeitig etwas Linderung verschaffen. Fragen Sie auch bei Ihrem Arzt nach, er kann Ihnen desinfizierende Lösungen oder Gels verschreiben, sowie gegebenenfalls Schmerzzäpfchen. Zäpfchen sind auf jeden Fall eine gute Wahl, weil sie eben nicht geschluckt werden müssen.

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Als pflanzliche Alternative können Sie die schmerzhaften Aphten auch mit Nelkenöl oder einer Myrrhe-Tinktur behandeln. Dafür ein Wattestäbchen mit dem Öl bzw. der Tinktur tränken und die Bläschen damit betupfen. Allerdings brennt vor allem die Myrrhe-Tinktur sehr stark, so dass sich die meisten Kinder damit nicht behandeln lassen.
Mundfäule vorbeugen

Wirklich vorbeugen können Sie der Mundfäule nicht. Der Herpes-Simplex-Virus ist hoch ansteckend und überträgt sich über Schmier- und Tröpfcheninfektion. Da die meisten Menschen den Virus in sich tragen, ist der Kontakt damit fast unvermeidbar. Etwa 80 Prozent aller Zweijährigen tragen schon Antikörper gegen HSV-1 im Blut. Nicht alle von ihnen hatten eine Mundfäule. Allerdings ist es bei Erstkontakt mit dem Virus sehr wahrscheinlich, dass die Krankheit ausbricht.

Daher sollten Sie auf jeden Fall den Kontakt mit Kindern vermeiden, die gerade akut an Mundfäule erkrankt sind. Herpes wird sehr häufiger von einem Kind aufs andere übertragen, etwa über Spielzeug, das Babys gerne in den Mund nehmen. Haben Sie gerade Herpesbläschen oder leiden Sie grundsätzlich häufig daran, dann sollten Sie es vermeiden, den Schnuller oder das Fläschchen Ihres Kinder in den Mund zu nehmen oder auch sein Besteck.

Sind die Bläschen im Mundbereich abgeheilt, besteht bei Mundfäule keine akute Ansteckungsgefahr mehr. Allerdings bleibt der Herpesvirus auch weiterhin im Körper. Er kann später immer wieder als Lippenherpes zurückkommen.

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