Mutter-Kind-Kur: Zeit für Erholung

Schlafstörungen, totale Erschöpfung, Depressionen – der ganz normale Wahnsinn des Familienalltags reicht oft aus, um Mütter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu bringen. In Mutter-Kind-Kuren lernen Mütter, auf sich selbst zu achten. Wer hat Anspruch auf eine Kur? Welche Anlaufstellen gibt es? Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?


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Mutter-Kind-Kur als Erholung


Der Druck, unter dem Eltern heutzutage stehen, ist groß: Haushalt organisieren, sich um ein, zwei, drei, vier Kinder kümmern, im Job stets einsatzbereit sein – wenn dann auch noch eine Krankheit oder ein Pflegefall in der Familie dazu kommt, macht der enorme Druck nicht selten krank. Typisch sind psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel:

• Rückenschmerzen
• Herzrasen
• Schlafstörungen
• Depressionen
• Essprobleme


Mutter-Kind-Kur


© Thinkstock
Spätestens dann ist es höchste Zeit, neue Kraft und Zuversicht zu tanken. Doch mit einem Tapetenwechsel in den Ferien ist es meist nicht getan. Damit sich gestresste Mütter wirklich erholen können, brauchen sie eine Auszeit und richtig Abstand vom Alltag. Während einer Mutter-Kind-Kur lernen Mütter Grenzen zu setzen, Kraftreserven zu mobilisieren und Alltagsmuster langfristig zu ändern.

Mutter-Kind-Kur = Vater-Kind-Kur


Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Mutter-Kind-Kur kann genauso eine Vater-Kind-Kur sein – wir bleiben bei dem Begriff „Mutter-Kind-Kur“. Einfach weil es nach wie vor allermeist die Mütter sind, die den Spagat Haushalt – Familie – Job bewältigen müssen und dabei oft dauerhaft überlastet sind.
Auf eine Auszeit in Form einer Mutter-Kur oder Mutter-Kind-Kur haben Sie inzwischen sogar Rechtsanspruch. Seit der Gesundheitsreform 2007 sind Kuraufenthalte für Eltern Pflichtleistung der Krankenkassen, der Leistungsumfang ist im Sozialgesetz festgelegt. Voraussetzung für den Kuraufenthalt ist natürlich, dass der Arzt die Notwendigkeit für eine Mutter-Kind-Kur gegeben sieht. 

Was Sie über eine Mutter-Kind-Kur wissen sollten
  • 1 / 6

    Sie dauert in der Regel drei Wochen.

  • 2 / 6

    Für eine eventuelle vierte Woche kann ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

  • 3 / 6

    Alle vier Jahre kann eine Kur beantragt werden.

  • 4 / 6

    In der Regel dürfen Kinder bis zwölf Jahre ihre Mutter oder ihren Vater begleiten.

  • 5 / 6

    Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

  • 6 / 6

    Ein Kuraufenthalt ist auch als Mutter-Kur ohne Mitnahme der Kinder möglich.






© Thinkstock
Eine Mutter-Kind-Kur ist kein Urlaub auf Rezept - sondern eine medizinische Leistung, entweder zur Vorbeugung oder als Rehabilitationsmaßnahme nach einer Krankheit.
Mutter-Kind-Kur zur Vorbeugung: Die Kur soll verhindern, dass stark belastete Mütter ernsthaft erkranken. Deshalb werden sie während des dreiwöchigen Kuraufenthaltes nicht nur medizinisch betreut, sie lernen auch, den anstrengenden Alltag besser zu bewältigen. Für jede Mutter gibt es bei der Mutter-Kind-Kur einen individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Behandlungsplan. Eine Mutter-Kur besteht zumeist aus:

•   Bewegungsübungen
•   Anleitung zu Entspannungsübungen
•   psychotherapeutischen Gesprächen
•   Erziehungsberatung
•   Gesundheitsberatung
•   Ernährungsberatung
•   Betreuung der Kinder
 
Mutter-Kind-Kur als Rehabilitationsmaßnahme: Zur Erholung zum Beispiel nach einer Krebserkrankung oder bei Neurodermitis ist eine Mutter-Kind-Kur eine gute Maßnahme, sich zu erholen oder wieder auf die Beine zu kommen.

Zahlen & Fakten Mutter-Kind-Kur
  • 1 / 8

    Allein 2014 waren es rund 50.000 Mütter, die in den Genuss einer Kur des Müttergenesungswerkes kamen.

  • 2 / 8

    1.200 Väter haben 2014 eine Vater-Kind-Kur über das Müttergenesungswerk gemacht. Das sind 4,4% Prozent mehr als im Jahr davor.

  • 3 / 8

    Insgesamt haben 72.000 Kinder ihre Mutter oder ihren Vater in der Kur begleitet.

  • 4 / 8

    Rund 31 Prozent der Mütter sind alleinerziehend.

  • 5 / 8

    Die Ablehnungsquote der Krankenkassen ist von 35 Prozent im Jahr 2011 auf 13 Prozent im Jahr 2014 gesunken.

  • 6 / 8

    65 Prozent der Widersprüche wird stattgegeben.

  • 7 / 8

    Das Müttergenesungswerk betreibt aktuell mit 76 Einrichtungen etwa die Hälfte der deutschen Kurkliniken für Mütter. Aktuell tragen 14 Kliniken das Prüfkennzeichen für Vater-Kind-Kuren.

  • 8 / 8

    Zu den am stärksten vertretenen Belastungsfaktoren gehören
    ● ständiger Zeitdruck (70%)
    ● berufliche Belastungen (55%)
    ● Unvereinbarkeit von Kindern und Beruf (44%)




>> Lesen Sie weiter: Alles rund um die Beantragung, die Wahl der richtigen Klinik und die Vorbereitung auf die Kur.




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