„Es gibt keine Worte dafür“ – Australierin verliert ihren ungeborenen Sohn und warnt jetzt andere Eltern

Es ist eine dieser Geschichten, die unter die Haut gehen. Brooke Campbell (27) aus Brisbane in Australien erlebte den Albtraum aller Schwangeren: ihr Baby starb in ihrem Bauch. Was das Ganze noch tragischer macht: Der Tod ihres Ungeborenen hätte verhindert werden können.


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Junge Mutter verliert Kind noch im Mutterleib


„Man kann diesen herzzerreißenden Schmerz nicht in Worte fassen, wenn man weiß, dass er (der eigene Sohn, Anm. Red.) tot zur Welt kommen wird“ sagt Brooke Campbell im Gespräch mit der Daily Mail. Die 27-Jährige und ihr Ehemann durchleben gerade den Albtraum aller werdenden Eltern. Nach einer unkomplizierten Schwangerschaft bekam Campbell in der 36. SSW plötzlich starke Blutungen. Bis der Notarzt bei ihr eintraf, verlor die junge Frau 1,7 Liter Blut. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie schon, dass etwas in ihrem Bauch nicht stimmte – denn sie spürte ihren kleinen Jungen nicht mehr. Die bittere Vorahnung wurde zur grausamen Realität: Im Krankenhaus angekommen, konnte nur noch der Tod des ungeborenen Jungen, der einmal Darcy heißen sollte, festgestellt werden. Das kleine Herz schlug einfach nicht mehr. „Ich blickte auf den Bildschirm des Ultraschallgeräts und konnte Darcys leblosen Körper in mir hängen sehen. Es gibt keine Worte dafür, nur dieses klare Bild in meinem Kopf, das ich niemals vergessen werde.“ 

Totgeburt


© iStock
Todesursache: Vorzeitige Plazentaablösung

Was war passiert? Campbells Plazenta löste sich plötzlich und ohne Vorwarnung großflächig von der Gebärmutterwand ab. Eine vorzeitige Plazantaablösung kommt zwar nur selten vor, ist für Mutter und Kind aber immer sehr gefährlich – für die Mutter, wegen des hohen Blutverlustes und für das ungeborene Kind, weil es jäh vom mütterlichen Versorgungskreislauf abgeschnitten wird. Campbells Sohn starb schließlich an akutem Sauerstoffmangel im Bauch seiner Mutter.
Die Mutter musste ihren Sohn still zur Welt bringen
Für Darcys Eltern brach eine Welt zusammen. Statt einen unnötigen Kaiserschnitt und die damit einhergehenden Risiken in Kauf zu nehmen, entschied sich die verzweifelte Mutter, ihren Sohn vaginal zu entbinden: „Es war so grausam, die Wehen und die Geburt durchmachen zu müssen, und dabei zu wissen, dass er nicht leben würde. Es brachte mich fast um, aber es musste getan werden. (…) Ich habe drei Mal gepresst und er war da. 53 cm und 3,3 kg schwer, genau wie sein Bruder.“, berichtet Campbell der Daily Mail. „Darcy sah gesund und wunderschön aus, nur schrie er nicht wie andere Neugeborene. Er sah einfach aus, als würde er schlafen. Es zerbrach mit das Herz, denn ich wollte einfach nur, dass er schreit und atmet.


Das Klinikpersonal tat alles dafür, den Eltern genügend Zeit und Ruhe zu geben, um sich von ihrem Kind verabschieden zu können. So konnte auch Noah, der zweijährige Sohn des Paares, seinen Bruder kennenlernen. Das Paar hielt die wenigen Stunden mit ihrem stillgeborenen Sohn auf Fotos fest, die sie nun mit der Welt teilen.






Darcys Tod hätte verhindert werden können

Campbell geht mit ihrer Geschichte jetzt an die Öffentlichkeit, denn sie möchte andere Eltern warnen: Ein anschließender Bluttest deckte einen Gendefekt bei ihr auf, in der Medizin bekannt unter dem Namen Faktor-V-Leiden-Mutation oder APC-Resistenz. Dieser Defekt stört die Blutgerinnung und erhöht das Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung bei Schwangeren. Medikamente und eine strenge Überwachung der Blutwerte können jedoch davor schützen.

Bei Campbell kam die Blutgerinnungsstörung jedoch erst nach dem Tod ihres ungeborenen Kindes ans Licht. „Wenn der Test zur Vorsorge gehört hätte, hätte ich meinen gesunden und wunderschönen Jungen nicht verloren.“, klagt Campbell an und fordert: „Frauen müssen die Möglichkeit haben, sich darauf testen lassen zu können. Andererseits könnten sie davon betroffen sein und unbewusst ihr eigenes Leben, das Leben ihres Ungeborenen und das Leben ihrer zukünftigen Enkel gefährden. (…) Das Leid und der Schmerz, den wir die letzten sechs Wochen ertragen mussten, sind unfassbar und keine Eltern sollten jemals ihr gesundes Kind beerdigen müssen.“

Anderen Frauen, die eine Stille Geburt durchmachen müssen oder mussten, möchte sie noch folgenden Rat mit auf den Weg geben: „Ihr müsst nicht stark sein, euch aber die Unterstützung holen, die ihr braucht. Redet mit Freunden und der Familie über euren Verlust. Es nicht zu tun, wird es nur schlimmer machen.

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Normalerweise ist die Geburt ein freudiges Ereignis. Eine stille Geburt ist das Gegenteil: der Abschied vom eigenen Kind.








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