Nabelbruch beim Baby

Anders als der Name glauben macht, ist beim Nabelbruch nicht wirklich etwas gebrochen. Er entsteht bei Neugeborenen, wenn die Bauchdecke noch nicht richtig geschlossen ist. In der Regel ist er harmlos. Wann jedoch eine Nabelbruch-OP nötig wird, lesen Sie hier.


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Das Wichtigste vorweg: ein Nabelbruch beim Baby ist in aller Regel harmlos. Etwa jedes fünfte Neugeborenen hat einen Nabelbruch. Bei Frühchen tritt er sogar noch häufuger auf. In den meisten Fällen verheilt ein Nabelbruch beim Baby aber ganz von alleine.

Während der Schwangerschaft wurde das Baby über die Nabelschnur mit allem versorgt, was es zum Wachsen gebraucht hat. Nach der Geburt wird sie aber nicht mehr benötigt und hinterlässt uns unseren Bauchnabel als sichtbare Erinnerung. Genau hier ist die Nabelschnur in den Körper des Fötus eingetreten. Beim Neugeborenen bleibt daher am Bauchnabel zunächst eine kleine Lücke im Bauchfell zurück. Genau an dieser Stelle, an der die Bauchdecke noch nicht komplett geschlossen ist, entsteht der Nabelbruch.

Nabelbruch: Babys Bauchnabel


© Thinkstock
Doch anders als es klingt, ist bei einem Nabelbruch nicht wirklich etwas gebrochen, vielmehr durchbricht der Bauchinhalt an dieser kleinen Lücke seinen natürliche Barriere. Das passiert vor allem dann, wenn das Baby durch Schreien oder Pressen besonders viel Druck auf den Bauch ausübt: eine kleine, bis zu fünf Zentimeter große Beule entsteht. Schmerzen hat Ihr Baby deswegen allerdings nicht. Die Beule ist ganz weich und verursacht im Normalfall keine Beschwerden.

Vorsicht:
In ganz seltenen Fällen, können auch Teile des Darms durch die Lücke nach außen gelangen und sich verklemmen. Ärzte sprechen dann von einer sogenannten Einklemmung. Diese ist wirklich schmerzhaft und für das Baby gefährlich. Sie können eine Einklemmung daran erkennen, dass die Beule fest ist, Ihr Baby bei einer Berührung der Beuel Schmerzen hat und sie sich mit sanftem Druck nicht mehr in die Bauchhöhle drücken lässt. Dann sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen. In solchen Ausnahmefällen muss ein Nabelbruch unbedingt schnell operiert werden.

Bestes Mittel gegen einen Nabelbruch: Geduld


Das ist aber wie gesagt nur eine seltene Ausnahme. In der Regel schließt sich die Lücke im Bauchfell nach der Geburt von selbst. Ihr Baby wird seine Bauchmuskulatur durch Strampeln und später durch das Aufrichten so gut trainieren, dass die Muskeln alles dort halten, wo es hingehört. Bis zum vierten Lebensjahr hat sich der Nabelbruch in neun von zehn Fällen zurückgebildet – ganz von alleine.

Wenn Sie bei Ihrem Baby einen Nabelbruch vermuten, sollten Sie trotzdem zu Ihrem Kinderarzt gehen. Er wird Ihr Kind genauer untersuchen, den Nabel begutachten und abtasten. Der Arzt wird Ihnen dann auch eine Empfehlung aussprechen, ob eine und wenn ja welche Therapie sinnvoll ist. Das ist davon abhängig, wie groß der Nabelbruch ist ob er sich mit der Zeit von alleine verkleinert. Daher sind regelmäßige Kontrollen wichtig. 
Wann eine Nabelbruch-OP nötig wird
In den meisten Fällen wird die Therapie aber lauten: abwarten. Haben Sie also Geduld und versuchen Sie auf keinen Fall, den Nabelbruch selbst mit einem Nabelpflaster oder einem Bauchband zurückzudrängen. Das bringt überhaupt nichts sondern kann Ihrem Baby eher schaden.

Rät Ihr Arzt doch zu einer Operation, dann können wir Sie etwas beruhigen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Eingriff und auch Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Oft wird ein Nabelbruch ambulant behandelt und Sie dürfen Ihren Knirps gleich wieder mitnehmen und zu Hause aufpäppeln. Auch die Operationsnarbe ist in der Regel so nah am Nabel, dass sie später nicht auffällt.

Nabelbruch: Wann eine Operation nötig ist
  • wenn sich Teile des Darms durch die Bauchdecke wölben
  • bei einer Einklemmung
  • wenn der Nabelbruch nach dem 2. Geburtstag noch recht breit ist
  • wenn der Nabelbruch im Vorschulalter noch nicht geschlossen ist







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