Neurodermitis: Wenn Babys Haut juckt

Neurodermitis beim Baby zeigt sich schon früh. Milchschorf ist meist die erste Erscheinungsform der Hautkrankheit. Mit der richtigen Körperpflege lässt sich Neurodermitis aber gut behandeln.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Was ist Neurodermitis?


Bei Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hautkrankheit, die meist in Schüben auftritt. Die Schutzbarriere der Haut ist dauerhaft gestört und der Körper reagiert stark auf Umweltreize wie Pollen, Hausstaubmilben oder bestimmte Lebensmittel. Als Folge entstehen stark juckende, zum Teil nässende Ekzeme. Sie treten meist an Ellen- und Kniebeugen, an Hand- und Fußgelenken sowie im Gesicht und am Hals auf. Auch zwischen den Krankheitsschüben ist die Haut sehr trocken und schuppig. Sie kann die Feuchtigkeit nicht richtig speichern, zudem fehlen ihr bestimmte Hautfette.

Aber machen Sie sich keine zu großen Sorgen: Bei Neurodermitis handelt es sich um keine „schlimme“ Krankheit. Sie ist auch nicht ansteckend. Mit den richtigen Maßnahmen können die Symptome weitestgehend eingedämmt werden. Oft lassen die Krankheitsschübe bis zur Pubertät sogar ganz nach. Nur selten haben Kinder auch als Erwachsene noch Probleme damit.

Als Hauptursachen für Neurodermitis werden heute vorwiegend genetische, das heißt erbliche Faktoren gesehen. Sind die Eltern Neurodermitiker, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das Baby ebenfalls unter Neurodermitis leiden wird. Doch es gibt heute vielfältige Möglichkeiten, um die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs und die Intensität der Neurodermitis beim Baby zu reduzieren.

Neurodermitis beim Baby: Hilfe & Tipps


© iStock
Neurodermitis beim Baby

Das erste Symptom der Neurodermitis beim Baby ist der Milchschorf, der meist ab dem 3. Lebensmonat auftritt. Dabei handelt es sich um rötliche Bläschen, die hauptsächlich auf der Kopfhaut auftreten, mit Flüssigkeit gefüllt sind und sich nach dem Austrocknen als weiße Krusten äußern. Die erinnern – und daher kommt der Name - vom Aussehen an verbrannte Milch. Bei stark betroffenen Babys kann sich der Milchschorf auch über den Hals, die Arme und Beine ausbreiten. Mitunter ist sogar der gesamte Körper betroffen.

Häufig entwickelt sich aus dem Milchschorf dann eine Neurodermitis. In diesem Fall treten die für Neurodermitis charakteristischen Ekzeme an den Kniekehlen, an den Armbeugen und am Hals auf. Das Baby leidet dann unter starkem Juckreiz an diesen Stellen, was oftmals zu einem Teufelskreis aus Jucken, Kratzen und noch stärkerem Ekzembefall an den betroffenen Stellen führen kann.

Daher ist es bei Neurodermitis beim Baby besonders wichtig, den Juckreiz zu lindern und zu verhindern, dass sich das Baby kratzt und seine Haut verletzt. Eine korrekte Hautpflege ist daher unerlässlich. Zudem sollten Sie die Fingernägel Ihres Babys immer kurz halten und ihm vor allem nachts Handschuhe anziehen, damit es sich durch das Jucken nicht aufkratzen kann.

 Das könnte Sie interessieren: Milchschorf oder Kopfgneis?

Milchschorf hat doch jedes Baby! Falsch! Die Hautkrankheit wird gerne mit dem harmlosen Kopfgneis verwechselt. Diese Unterschiede sollten Eltern kennen.


Die richtige Körperpflege bei Neurodermitis

Leidet Ihr Kind an Neurodermitis, ist auf jeden Fall eine ärztliche Betreuung notwendig. Sie können aber auch viel selbst tun, um die Beschwerden zu lindern. Die richtige Babypflege bzw. Haut- und Körperpflege ist dabei die Grundregel Nummer eins zur Behandlung von Neurodermitis beim Baby.

➤ Richtig baden: Wenn Ihr Baby Neurodermitis hat, sollten Sie rückfettende Badezusätze verwenden. Um die Haut nicht zusätzlich auszutrocknen, sollte das Badewasser eine lauwarme Temperatur von höchstens 35 Grad haben. Nach dem Bad sollte die Haut des Babys sehr vorsichtig abgetrocknet werden. Besser tupfen als reiben, um keine weitere Irritation der Babyhaut herbeizuführen.

➤ Die richtigen Pflegeprodukte:
In den ersten Monaten brauchen Babys noch gar keine speziellen Pflegeprodukte wie Shampoos. Es reicht völlig aus, die Haare mit klarem Wassr zu waschen. Die Milchschorf-Verkrustungen können nach dem Baden mit einem in Öl getränkten Waschlappen vorsichtig entfernt werden. Ist das Baby schön älter, sollten Sie zum Baden bitte nur rückfettende Badezusätze verwenden. Am besten Sie lassen sich von Ihrem Kinderarzt geeignete Produkte empfehlen. ➤ Richtig eincremen: Bei einer Erkrankung mit Neurodermitis sollte die Haut des Babys unmittelbar nach dem Bad eingecremt werden. Parfümfreie und dermatologisch getestete Produkte gibt es in jeder Apotheke. Ist der Ekzembefall sehr stark, kann Harnstoffsalbe eingesetzt werden. Harnstoff erhöht die Feuchtigkeitsspeicherung, so dass die Babyhaut danach deutlich geschmeidiger wird. Ein Cortisoneinsatz in sehr schlimmen Fällen von Neurodermitis beim Baby sollte in jedem Fall mit dem Kinderarzt besprochen werden. Zwar sind die viel diskutierten Nebenwirkungen des Cortisons inzwischen deutlich geringer, dennoch kann ein zu langer und intensiver Einsatz von Cortison zu langfristigen Schäden führen. Cortison sollte daher immer nur an den befallenen Stellen und kurzfristig eingesetzt werden.

➤ Fett-feuchte Umschläge können helfen, den Feuchtigkeitsverlust der Haut, insbesondere in der Schlafphase des Babys, zu reduzieren. Neben der feuchtigkeitsspenden Wirkung halten sie die Haut kühl und reduzieren dadurch den Juckreiz. Fett-feuchte Umschläge – speziell für Babys – sind ebenfalls in jeder Apotheke erhältlich.
Was Sie noch tun können

Wie anfangs erwähnt, reagiert die Haut von Neurodermitikern stark auf äußere Reize. Das kann zum Beispiel auch die Kleidung sein. Ziehen Sie Ihrem Baby daher besser atmungsaktive Klamotten aus glatten Materialien wie Baumwolle oder Leinen an. Auf synthetische Stoffe sollte Sie weitestgehend verzichten. Waschen Sie Babys Kleidung außerdem nur mit sanften Waschmitteln und verwenden Sie möglichst keine Weichspüler. Das gleiche gilt für die Bettwäsche.

Manchmal sind auch Tierhaarallergien oder Allergien gegen Hausstaubmilben Auslöser für die Neurodermitis-Schübe. Lassen Sie das auf jeden Fall von einem Arzt abklären. Bestätigt sich der Verdacht, sind konsequente Maßnahmen notwendig. Zum Beispiel ein Kontaktverbot mit Tieren, auf die das Kind allergisch reagiert oder das Entfernen von Teppichböden, in denen sich Hausstaubmilben gerne festsetzen.

Auch die richtige Ernährung bei Neurodermitis kann helfen, die Symptome einzudämmen. Vor allem Stillen ist eine gute Präventionsmaßnahme. Lesen auf der folgenden Seite mehr dazu. 

 Das könnte Sie interessieren: Hilfe, Hausstaubmilben

Viele Kinder reagieren allergisch auf Hausstaubmilben. Was Sie gegen die ungebetenen Gäste tun können.


Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis ist im Grunde eine Baby- und Kleinkinderkrankheit. Je älter Ihr Kind wird, desto weniger Beschwerden wird es wahrscheinlich haben. Nur 1,5 bis drei Prozent der Erwachsenen leiden noch an der Krankheit. Außerdem lässt sich Neurodermitis bei Kindern besser behandeln, da die Haut nun nicht mehr so empfindlich ist, wie die eines Babys. Das heißt, es sind jetzt ganz andere Therapie-Formen möglich. Zum Beispiel Cremes mit höher konzentriertem Harnstoff als Wirkstoff oder spezielle Lichtterapien.

Allerdings nehmen größere Kinder ihre Erkrankung ganz anders wahr als Babys. Die alltäglichen Einschränkungen - wegen des Chlorwassers wird z.B. auch von Schwimmbändern abgeraten - werden als Belastung wahrgenommen. Leider kann es auch vorkommen, dass Kinder wegen der Ekzeme in Schule oder Kindergarten Hänseleien ausgesetzt sind. Der Rückhalt in der Familie ist daher besodners wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie als Team die Krankheit gut im Griff haben. Erfahren Sie auf der nächsten Seite, wie Sie mit der richtigen Ernährung Neurodermitis in Schacht halten können.






mehr zum Thema
Krankheiten Allergie Babypflege
Artikel kommentieren
Login