Norovirus – Was gegen die Magen-Darm-Grippe hilft

Diesen Winter erkranken besonders viele Menschen am Norovirus. Verantwortlich dafür ist eine neue Virus-Variante. Vor allem kleine Kinder sind gefährdet, sich mit dem Magen-Darm-Virus zu infizieren. Ihre Immunabwehr ist noch nicht voll ausgereift – und die Viren sind extrem ansteckend. Alle Infos zu Ansteckung und Behandlung.


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Wie äußern sich Magen-Darm-Viren?


Brechdurchfall ist grausam. Er kommt meist, wenn es zeitlich gar nicht passt. Und wenn dann auch noch die Mama in Mitleidenschaft gezogen wird, ist das Chaos perfekt. Eine Infektion mit Noro- oder Rotaviren äußert sich durch zum Teil schwere Durchfälle und plötzliches, schwallartiges und heftiges Erbrechen. Zu den Symptomen gehören auch Übelkeit, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe und manchmal Kopfschmerzen. Die Patienten fühlen sich bei einer sogenannten Gastroenteritis schwach und richtig krank.


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Wie lässt sich eine Ansteckung vermeiden?

Hier lautet die ehrliche Antwort: Eine Ansteckung mit einem Magen-Darm-Infekt lässt sich fast gar nicht verhindern! Sowohl Noroviren wie auch Rotaviren sind ausgesprochen widerstandsfähig und hochansteckend, sie können tagelang auf Türklinken oder Kinderspielzeug überleben. Dazu kommt: Die Ansteckung findet häufig zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Krankheit noch gar nicht ausgebrochen ist. Trotzdem wichtig: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen und das Desinfizieren von Toiletten und Wasserhähnen. Wäsche sollten Sie zu Krankheitszeiten mit 90 Grad waschen. Bei geringeren Temperaturen besteht die Gefahr, dass die Krankheitserreger den Ausflug in die Waschmaschine überleben.
Wann und wie lange sind die Viren ansteckend?
Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegen meist ein bis drei Tage. Ein Magen-Darm-Infekt dauert häufig nur 24 Stunden, er kann aber durchaus auch mal sechs Tage andauern. Die Ansteckungsgefahr beginnt kurz vor Ausbruch der Krankheit - und auch wenn die Beschwerden abklingen, sind die Patienten noch ungefähr zwei Tage danach ansteckend.
Was ist der Unterschied zwischen Noroviren und Rotaviren?
Beide Viren sind Auslöser von Magen-Darm-Infekten (Gastroenteritis). Bei beiden gehören Durchfall, Übelkeit und Erbrechen dazu. Und beide dauern zwischen 24 Stunden und drei Tagen. Rotaviren lösen häufig noch heftigere Krankheitsbilder aus als Noroviren. Und Kleinkinder stecken sich häufiger mit Rotaviren an als mit Noroviren. Da aber beide vor allen in den Wintermonaten in Kitas immer wieder ein ganz und gar nicht willkommener Gast sind und richtiggehende Epidemien auslösen, ist die Unterscheidung zwischen Rota- und Noroviren an dieser Stelle unerheblich.
Rotaviren lassen sich wie auch Noroviren über eine Stuhluntersuchung nachweisen. Der Arzt muss beide Infektionen dem Gesundheitsamt melden. Gegen Rotaviren gibt es eine Impfung:

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Was hilft bei einem Magen-Darm-Infekt?

Gegen die Viren selbst gibt es kein wirksames Medikament. Größtes Problem bei Magen-Darm-Infekten ist immer der hohe Wasser- und Mineralstoffverlust. Die wichtigste Therapie ist also: Viel trinken! Die Patienten sollten Wasser oder leichten Tee in kleinen Schlucken zu sich nehmen, bei einem hohen Flüssigkeitsverlust ist eine zusätzliche Elektrolytlösung (gibt es in der Apotheke) sinnvoll. Ansonsten hilft nur: Bettruhe und Schonkost (Zwieback, Salzstangen, milde Brühe, Bananen). Wird Ihr Kind noch gestillt, dürfen Sie ganz normal weiter stillen. Behält Ihr Kind nahezu keine Flüssigkeit bei sich, sollten Sie in jedem Fall zum Arzt gehen. Nur er kann entscheiden, ob Ihr Kind dehydriert (austrocknet) und eventuell eine Infusion benötigt.
Wann zum Arzt?
In der Regel ist eine Magen-Darm-Grippe zwar äußerst lästig, aber dafür relativ harmlos. Auf die leichte Schulter sollten Sie Infektionen mit Rota- oder Noroviren aber nicht nehmen. Immerhin handelt es sich hier um eine Erkrankung, an der in Entwicklungsländern noch immer Babys und Kinder sterben. Geht es Ihrem Kind richtig schlecht und nimmt es kaum Flüssigkeit zu sich, bzw. bleibt diese nur kurz im Körper, sollten Sie auf jeden Fall zum Kinderarzt gehen. Kinder und ältere Menschen reagieren auf den Flüssigkeitsverlust empfindlich und laufen Gefahr, zu dehydrieren. Bei einer schweren Infektion ist vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern teilweise ein Krankenhausaufenthalt mit Infusionen nötig. 

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Neue Virus-Variante macht das Virus besonders gefährlich

Bereits im Herbst 2016 wurden besonders viele Infektionen mit dem Norovirus registriert, dieser Trend hält an: Anfang 2017 erkrankten doppelt so viele Menschen an dem Virus wie im Vorjahr. Laut dem Robert-Koch-Insitut (RKI) ist der Grund dafür eine neue Virusvariante, die jedoch nicht gefährlicher ist als die bisher bekannten. "Sie wird nur schlechter vom Immunsystem erkannt, daher erkranken mehr Menschen daran", so eine RKI-Spre­che­rin. Dem RKI zufolge ist es normal, dass alle paar Jahre neue Varianten des Virus auftreten.



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