Östrogene: Weibliche Geschlechtshormone

Östrogene sind wahre Zauberhormone: Sie steuern den weiblichen Monatszyklus und sind beim schwanger werden und während der Schwangerschaft wichtige Akteure. Östrogene regeln äußerst komplexe Zusammenhänge im Körper, ohne sie gäbe es das Wunder eines neuen Lebens nicht. Grund, sich die Geschlechtshormone mal näher anzusehen!


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Östrogene machen uns zur Frau


Östrogene sind DIE weiblichen Hormone schlechthin. Sie begleiten Frauen durch alle Stadien der Entwicklung – von der Kindheit bis zur älteren Frau. Ihre Hauptaufgabe: Zusammen mit den Gestagenen steuern sie den weiblichen Zyklus und die Schwangerschaft. Zur Gruppe der Östrogene zählen Östron, Östradiol und Östriol.

Ohne Östrogene gäbe es das Wunder des Lebens nicht.


© iStock
Die Östrogene – auch Follikelhormone genannt - werden hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet, zu einem kleinen Teil auch in der Nebennierenrinde. Während der Schwangerschaft wird Östrogen auch in der Plazenta gebildet.

Wie wirken Östrogene?


Östrogene (auch Estrogene) sind verantwortlich für viele Vorgänge im weiblichen Körper:

➤ Sie steuern den weiblichen Zyklus.

➤ Sie sind verantwortlich für das Heranreifen der unbefruchteten Eizelle im Eierstock.

➤ Sie sind verantwortlich für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Monatsblutung. Nistet sich jetzt eine befruchtete Eizelle ein, findet sie optimale Bedingungen und ausreichend Nährstoffe vor.

➤ Sie sorgen dafür, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals eine durchlässige Konsistenz annimmt (Zervixschleim) und die Spermien passieren lässt.

➤ Sie signalisieren die Reife der Eizelle und lösen damit sozusagen den Eisprung aus.

➤ Sie lösen in der Pubertät das Brustwachstum aus.

➤ Sie stimulieren den Geschlechtstrieb.

➤ Sie unterstützen den Knochenaufbau.

➤ Sie steigern die Durchblutung.

Östrogene sind auch Männersache! In den Hoden werden geringe Mengen Estrogene produziert, die von großer Bedeutung sind: Sie wirken sich positiv auf die Blutgefäße, die Knochendichte und den Fett- und Gehirnstoffwechsel aus.
Veränderung des Östrogenspiegels
Schwankungen im Östrogenspiegel sind völlig normal – ja, sogar notwendig für einen funktionierenden Menstruationszyklus. In der ersten Zyklushälfte steigt der Östrogenspiegel an, besonders rasant direkt vor dem Eisprung. Das signalisiert dem Körper, das luteinisierende Hormon (LH Hormon) auszuschütten. Der Eisprung wird ausgelöst und die reife Eizelle in Richtung Eileiter ausgestoßen.

Szenario 1: Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, sinkt der Östrogenspiegel wieder ab, die dicke und nährstoffreiche Gebärmutterschleimhaut wird abgelöst und mit der Menstruationsblutung ausgestoßen.

Szenario 2: Wenn die Eizelle allerdings befruchtet wurde, bleibt der Östrogenspiegel auf einem höheren Niveau. Nach einiger Zeit beginnt dann auch die Plazenta Östrogene zu produzieren, die für den Erhalt der Schwangerschaft wichtig sind.
Östrogene in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist die Östrogenproduktion besonders hoch, jetzt werden die Hormone hauptsächlich in der Plazenta produziert. Die Hormone sorgen dafür, dass die Gebärmutter wächst und gut durchblutet ist und der Embryo ideale Bedingungen für sein Wachstum hat.
Und das Östrogen kann noch mehr: Es fördert in der Schwangerschaft die Durchblutung der Haut, Schwangere dürfen sich häufig über einen strahlenden Teint und glänzende Haare freuen. Zudem sorgen das Östrogen dafür, dass die Brust jetzt größer wird und sich auf die Milchbildung vorbereitet.
Wie Östrogene die Geburt steuern
Der Fötus schüttet gegen Ende der Schwangerschaft vermehrt Hormone aus. Bei der Mutter führt das zu einem höheren Östrogenspiegel – und zur Produktion des Wehenhormons Oxytocin. Und: Östrogen aktiviert die Produktion von Prostaglandinen. Diese verstärken die Wehen.
Östrogen nach der Geburt
Nach der Geburt findet eine gravierende Hormonumstellung statt. Bislang hat die Plazenta große Mengen an Hormonen produziert, sie fehlt jetzt – und damit sinkt der Hormonspiegel stark ab. So ist beispielsweise der Östrogenstatus bei einer Schwangeren 100 mal höher als bei einer nicht schwangeren Frau. Kein Wunder, dass dieser Hormonverlust Frauen zusetzt und erstmal verkraftet werden muss! Viele Neu-Mamas leiden unter Stimmungsschwankungen und unter einer Traurigkeit (Babyblues), die bis zu einer Wochenbett-Depression gehen kann.

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Mit dem fallenden Östrogenspiegel fällt leider auch die glänzende Haarpracht, die während der Schwangerschaft für große Freude gesorgt hat. Das Östrogen hat dazu geführt, dass mehr Haare in der Wachstumsphase gehalten wurden, nach der Geburt werden diese Haare in die ungefähr dreimonatige Ruhephase geschickt. Und an deren Ende fallen sie aus, das ist zwar nicht schön - aber völlig normal.
Östrogene in den Wechseljahren
In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke nach und nach die Östrogenproduktion ein, der Östrogenspiegel sinkt. Damit nimmt ab diesem Zeitpunkt auch die Knochendichte von Frauen ab, Stichwort Osteoporose.

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