Die "Pille danach" rezeptfrei. FAQ zu Wirkung, Nebenwirkungen & Kosten

Nach einem "Verhütungsunfall" ist es für frau jetzt einfacher, die "Pille danach" zu bekommen. Das Medikament zur Notfallverhütung ist seit dem 15. März 2015 auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur "Pille danach" hier im Überblick.


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Wie wirkt die "Pille danach"?


Die "Pille danach" kann bei Verhütungspannen (gerissenes Kondom etc.) eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Durch hochdosierte Hormone wird der Eisprung unterdrückt bzw. verzögert, so dass keine Befruchtung stattfinden kann. Es wird zudem vermutet, dass die "Pille danach" auch die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut verhindert, sollte bereits eine Befruchtung stattgefunden haben.

Wichtig zu wissen: Die "Pille danach" hat nichts mit der Abtreibungspille (Mifegyne®) zu tun. Denn im Gegensatz zu einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, der mit der Mifegyne® bis zur 9. Schwangerschaftswoche möglich ist, wirkt die "Pille danach" ausschließlich vor der Einnistung der Eizelle - und damit VOR der Schwangerschaft.
Wie lange kann die "Pille danach" eingenommen werden?
Derzeit sind zwei Wirkstoffe in Deutschland erhältlich:

➤ Levonorgestrel (Handelsname PiDaNa®) kann bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.
➤ Ulipristalacetat (Handelsname EllaOne®, seit 2009 auf dem Markt) sollte innerhalb der ersten 120 Stunden nach dem Sex eingenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen der "Pille danach"
  • 1 / 5

    Übelkeit und Bauchschmerzen

  • 2 / 5

    Zwischenblutungen und Schmierblutungen

  • 3 / 5

    Brustspannen

  • 4 / 5

    Schwindel und Erbrechen

  • 5 / 5

    Kopfschmerzen


Grundsätzlich gilt: Je eher nach dem Verhütungsunfall die "Pille danach" zum Einsatz kommt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht schwanger werden. In den ersten 24 Stunden wirkt die "Pille danach" an sichersten.
Bekomme ich die "Pille danach" rezeptfrei?


Pille danach rezeptfrei


© Thinkstock
Seit dem 15. März 2015 ist die "Pille danach" auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Aber Achtung: Das gilt nicht für Versandapotheken im Internet. Denn zum einen sollte das Medikament möglichst schnell eingenommen werden, zum anderen ist eine direkte fachmännische Beratung unbedingt notwendig, so der Gesetzgeber. Derzeit bekommen Frauen zudem nur das Präparat EllaOne® ohne Rezept, für PiDaNa® wird voraussichtlich bis Mitte/Ende April 2015 weiterhin eine ärztliche Verschreibung benötigt.
Was kostet die "Pille danach"?
In jedem Fall müssen Fauen die "Pille danach" aus eigener Tasche zahlen. Selbst dann, wenn ein Rezept vorliegt. PiDaNa®und EllaOne® stammen zwar vom selben Hersteller, unterscheiden sich aber beachtlich im Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt für PiDaNa® bei ca. 18 Euro, EllaOne® ist mit ca. 30 Euro fast doppelt so teuer. Bei Frauen unter 20 Jahren erstattet die Krankenkasse die Kosten, Voraussetzung für die Kostenübernahme ist jedoch weiterhin eine ärztliche Verordnung.

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"Pille danach" statt Verhütung?

Durch die hohe Hormonkonzentration sollte die "Pille danach" nur im Notfall eingenommen werden und ist für eine dauerhafte Verhütung absolut nicht geeignet. Neben der hormonellen Belastung ist sie außerdem nicht sicher genug, zu teuer und mit größeren Nebenwirkungen verbunden.
"Pille danach" bei bestehender Schwangerschaft
Hier unterscheiden sich die beiden Präparate: Bei PiDaNa® gilt es als sicher, dass es dem Embryo nicht schadet, wenn frau bereits schwanger ist oder es trotz Notfallverhütung wird, so die Stiftung Warentest. Bei EllaOne® ist noch nicht absolut sicher, da das Medikament erst seit 2009 auf dem Markt ist und noch nicht genügend Daten vorliegen. 

Was sollte noch beachtet werden?
  • 1 / 4
    Zur Sicherheit

    Machen Sie zwei bis vier Wochen nach Einnahme einen Schwangerschaftstest, sollten Sie Ihre Periode bis dahin nicht bekommen haben.

  • 2 / 4
    Wechselwirkungen beachten

    Andere Arzneimittel (Johanniskraut, Antibiotika, Antidepressiva etc.) können die Wirkung der "Pille danach" verringern oder aufheben. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

  • 3 / 4
    Verhütung

    Die Wirkung der normalen Antibabypille kann von der "Pille danach" beeinflusst werden. Verhüten Sie bis zu Ihrer nächsten Periode zusätzlich mit einem Kondom.

  • 4 / 4
    Aus dem Gleichgewicht

    Der Zyklus kann sich durch die hohe Hormonbelastung leicht verschieben, es kann ein bisschen dauern, bis Ihre Periode sich wieder einpendelt.



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