Plazentainsuffizienz: Symptome und Behandlung

Bei jedem Ultraschall wird auch die Plazenta untersucht. Woran man erkennt, dass sie nicht richtig arbeitet und was die Diagnose Plazentainsuffizienz für die Schwangere und das Baby bedeutet.


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Was versteht man unter einer Plazentainsuffizienz?


Die Plazenta versorgt das Baby mit Nährstoffen und Antikörpern und produziert wichtige Schwangerschaftshormone. Zu jedem Ultraschall-Termin innerhalb der Vorsorgeuntersuchungen schaut der Arzt deshalb nach, ob sie auch richtig arbeitet. Dafür untersucht er zum Beispiel die Blutversorgung der Nabelschnur und des Mutterkuchens selbst. Liegt die Blutversorgung unter dem Normalwert, ist der Mutterkuchen zu klein oder gibt es zu wenig Fruchtwasser, spricht man von einer Plazentainsuffizienz. Die Versorgung des Kindes ist dann gefährdet, weil die Leistungsfähigkeit der Plazenta offensichtlich eingeschränkt ist. Das kann zum Beispiel bei zu engen Blutgefäßen der Fall sein. Man unterscheidet dabei zwischen einer akuten und einer chronischen Plazentainsuffizienz (siehe unten).

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Die Plazenta hat wichtige Aufgaben: Sie versorgt den Embryo und erhält die Schwangerschaft. Wir erklären Ihnen, wie sie sich bildet und funktioniert.


➤ Risikofaktoren für eine Plazentainsuffizienz

Eine Plazentainsuffizienz kommt bei ca. zwei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften vor. Ein erhöhtes Risiko für dieses Problem liegt vor bei:

•    Schwangeren mit Diabetes, Bluthochdruck, Blutarmut
•    Schwangeren mit einer versteckten Infektion
•    Raucherinnen
•    Mehrlings-Schwangerschaften
•    Überschreitung des Geburtstermins
•    Konsum von Alkohol, Nikotin oder Drogen während der Schwangerschaft
•    Rhesusunverträglichkeit


Plazentainsuffizienz: Ultraschall


© Thinkstock

Chronische und akute Plazentaschwäche


➤ Akute Plazentainsuffizienz

Eine akute Funktionsschwäche der Plazenta tritt unvermittelt vor oder während der Geburt auf und zeigt sich durch Blutungen und Krämpfe der Mutter. Sie bedeutet immer einen Notfall, denn sie kann eine schwerwiegende Sauerstoffunterversorgung zur Folge haben und damit langfristige Schäden beim ungeborenen Kind anrichten. Der Arzt erkennt die akute Plazentaschwäche zum Beispiel am verlangsamten Herzschlag des Kindes beim CTG. Gründe dafür können eine vorzeitige Plazentaablösung, Blutungen oder Komplikationen der Nabelschnur sein.

Sollte das Kind zu diesem Zeitpunkt schon lebensfähig sein, wird es schnellstmöglich per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Zu einer akuten Insuffizienz kann es auch während der Geburt kommen. Ist dies der Fall, wird die Geburt mit einer Saugglocke oder Zange beschleunigt.

➤ Chronische Plazentainsuffizienz

Eine chronische, also sich langsam entwickelnde Plazentainsuffizienz erkennt der Arzt am verlangsamten Wachstum des Embryos und einer geringen Fruchtwassermenge. Auch Blutungen und Bluthochdruck können auf eine chronische Schwäche der Plazenta hindeuten.

Der Arzt wird der Schwangeren in diesem Fall zur körperlichen Ruhe raten und regelmäßig Ultraschall-Untersuchungen durchführen, um die Entwicklung des Embryos genau im Auge zu behalten. Die Funktion der Plazenta kann aber nicht mit Medikamenten vorsorglich verbessert werden, daher sollten Sie zum Beispiel unbedingt auf Alkohol und das Rauchen während der Schwangerschaft verzichten!

Im Video: So wirken sich Alkohol und das Rauchen in der Schwangerschaft aus





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