Was tun bei einem auffälligen Befund?

Die Tests der pränatalen Diagnostik haben einen auffälligen Befund ergeben. Ein Schockmoment für alle Eltern. Doch zunächst einmal gilt: Ein Befund ist noch keine sichere Diagnose. Außerdem kann es in manchen Fällen das Leben des Kindes retten, wenn Krankheiten oder Fehlbildungen früh erkannt wurden. Die Vor und Nachteile.


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Pränatale Diagnostik: auffälliger Befund?


Wer sich für pränatale Diagnostik entscheidet, tut dies natürlich in der Hoffnung, dass dabei nichts Besorgniserregendes entdeckt wird. Deshalb ist es immer wieder ein Schock für die Eltern, wenn Ihnen der Arzt die erhoffte Entwarnung nicht geben kann.

So schwer es in diesem Moment auch fällt, versuchen Sie nach dem Befund einen klaren Kopf zu behalten. Lassen Sie sich das Laborergebnis genau erklären. Vieles ist für Laien nicht sofort verständlich. Und so muss ein auffälliges Untersuchungsergebnis noch nicht bedeuten, dass das Kind wirklich krank oder behindert ist. Vor allem bei den nicht-invasiven Untersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es immer wieder zu falschen Ergebnissen: beim Ersttrimester-Screening in etwa vier Prozent der Fälle.

Ein weiteres Problem: Bei allen Untersuchungen wird nur eine Wahrscheinlichkeit berechnet.
Es kann noch gar keine eindeutige Diagnose gestellt werden. Dabei gilt aus medizinischer Sicht schon eine Wahrscheinlichkeit von nur 0,25 Prozent als „auffällig“. Versuchen Sie also zunächst positiv zu bleiben. Erst wenn sich in weiteren Tests der Verdacht auf eine Fehlbildung oder Krankheit erhärtet,  stehen die wichtigen Entscheidungen an. Doch - und das sollten Sie sich immer bewusst machen  - Sie werden nach der Diagnose nicht alleine gelassen. Ihr Arzt wird Sie über die nächsten Schritte beraten und Ihnen wichtige neue Ansprechpartner vermitteln: zum Beispiel auch psychosoziale Beratung.
Vorteile der pränatalen Diagnostik

Vor einer so weitreichenden Entscheidung zu stehen, ist eine enorme Belastung für Eltern. Allerdings haben sie jetzt viel Zeit, sich auf das was kommt vorzubereiten: was es bedeuten würde, ein krankes oder behindertes Kind großzuziehen und welche andern Anforderungen sie als Eltern erwarten würden. Und natürlich ob sie dafür überhaupt die Kraft und den Willen haben.

In manchen Fällen kann eine frühe Diagnose sogar das Leben Ihres Kindes retten. Bei bestimmten Fehlbildungen oder Krankheiten besteht die Möglichkeit, sie bereits im Mutterleib zu behandeln, wenn sie schon während der Schwangerschaft entdeckt werden. Kinder mit Herzfehler können nach der Geburt ohne Zeitverlust sofort operiert werden, was ihre Überlebenschancen deutlich erhöht.

Manche Frauen, die vom Alter oder von der Disposition (z.B. für Mukoviszidose) her zu einer Risikogruppe gehören, sehen die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik durchaus als Segen an. Mit den Untersuchungen haben sie im Idealfall die Gewissheit, dass ihr Kind gesund ist. Dass nimmt ihre Ängste und ermutigen sie zur Mutterschaft.
Nachteile der pränatalen Diagnostik
Eine 100-prozentige Gewissheit ob das Baby gesund auf die Welt kommt gibt es dennoch nicht. Kein Test der pränatalen Diagnostik kann das leisten, egal wie ausgefeilt die Methoden auch sein mögen. Deshalb erleben betroffene Frauen ihre Schwangerschaft „Schwangerschaft auf Probe“, die mit jedem Test neu infrage gestellt wird. Das belastet ungemein, auch wenn der Arzt am Ende Entwarnung geben kann.

Natürlich stehen bei dem Thema pränatale Diagnostik auch ethische und religiöse Fragen im Raum. Darf überhaupt jemand entscheiden, wann ein Leben lebenswert ist oder nicht? Letztlich sind das sind jedoch Fragen, die jede Schwangere für sich selber entscheiden muss.

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