Pränatale Diagnostik: invasive Methoden

Invasive Methoden der pränatalen Diagnostik bedeuten immer, dass ein Eingriff vorgenommen werden muss. Das erhöht auch das Risiko einer Fehlgeburt. Dafür können Krankheiten, wie etwa Trisomie 21, sehr sicher diagnostiziert werden.


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Chorionzottenbiopsie


Die Chorionzottenbiopsie kann ab der 11. SSW vorgenommen werden. Dabei führt der Arzt eine dünne Hohlnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren (selten durch die Scheide) ein. Er entnimmt Zellen aus dem Gewebe, das den Embryo umgibt und sich später zur Plazenta entwickelt. Im Labor werden diese Zellen dann auf Chromosomenveränderungen untersucht. Da diese Gewebeprobe das gleiche Erbgut trägt wie der Fötus, können Erbkrankheiten oder genetische Erkrankungen sehr gut diagnostiziert werden. Das Ergebnis liegt nach zwei bis sieben Tagen vor. Wie bei jedem invasiven Eingriff steigt auch bei der Chorionzottenbiopsie das Fehlgeburtsrisiko. Allerding ist die Statistik sehr beruhigend: nur bei etwa ein bis zwei Prozent der Eingriffe kommt es zu einer Fehlgeburt. 

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Die Chorionzottenbiopsie ist die erste Möglichkeit die DNA des Babys zu untersuchen. Wie das geht? Wir klären auf.


Amniozentese

In der Regel wird die Amniozentese erst ab der 14. SSW gemacht. Hierbei wird eine Hohlnadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Fruchtblase eingeführt und es werden 15-20 ml Fruchtwasser mit abgelösten Zellen des Ungeborenen entnommen. Dadurch können Chromosomenveränderungen sowie einige Erb- und Stoffwechselkrankheiten festgestellt werden. Bis zum Testergebnis kann es allerdings drei Wochen dauern, weil vor der Chromosomen-Untersuchung erst Gewebekulturen angesetzt werden müssen. Nach einer Amniozentese können leichte Wehen und Blutungen auftreten. Das Fehlgeburtrisiko liegt aber nur bei 0,5 bis 1 Prozent.

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Was ist eine Amniozentese? Wie läuft die Untersuchung ab? Welche Risiken bestehen. Antworten auf die häufigsten Fragen.


Alternativ können Frauen, die diese lange Wartezeit als zu belastend empfinden, den sogenannten FISH-Schnelltest wählen, bei dem das Ergebnis der Amniozentese schon nach wenigen Tagen vorliegt. Das Ergebnis ist aber unsicherer, und die Kosten müssen von der Schwangeren selbst getragen werden. Je nachdem wie umfassend die Untersuchung sein soll, kostet der Schnelltest zwischen 65 Euro (nur Trisomie 21) und 120 Euro.

Auch die Amniozenthese gehört standardmäßig nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen. Das heißt, auch die Kosten dafür müssen Sie selber tragen. Die Krankenkassen zahlen für diese Untersuchung nur bei einer Risikoschwangerschaft (also Frauen über 35 Jahren), bei bekannten Erbkrankheiten, wenn bei früheren Schwangerschaften Komplikationen auftraten, oder wenn die Vorsorgeuntersuchungen einen auffälligen Befund ergeben haben.

Gleiches gilt für die Chorionzottenbiopsie. Wird vom Arzt eine medizinische Notwendigkeit festgestellt, so wird der Test in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Sonst kann die Chorionzottenbiopsie circa 43 bis 100 Euro kosten.


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