Pseudokrupp: Wenn Kinder in der Nacht bellend husten

Wenn Babys und kleine Kinder trocken und bellend husten und dabei schlecht Luft bekommen, leiden sie wahrscheinlich an Pseudokrupp. Die Hustenanfälle klingen beunruhigend, sind aber nur selten wirklich gefährlich. Wichtig ist, dass Sie als Eltern die Ruhe bewahren. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Hustenanfälle wissen sollten. Plus: Erste Hilfe-Maßnamen bei Pseudokrupp


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Bellender Husten in der Nacht: Pseudokrupp?


Unter Pseudokrupp-Anfällen leiden hauptsächlich Säuglinge und Kinder bis fünf Jahren. "Hauptsaison" für Pseudokrupp ist die kalte Jahreszeit, in der auch andere Atemwegserkrankungen auftreten. Die extremen Hustenanfälle treten meist plötzlich und häufig in den Abendstunden auf. Tagsüber sind die Patienten vielfach munter und ohne größere Beschwerden. In vielen Fällen tritt Pseudokrupp nach einer gewöhnlichen Atemwegsinfektion auf.

Pseudokrupp bei Kindern

Wichtigste Erste Hilfe-Maßnahme: Frische Luft!


© iStock
Was tun bei einem Pseudokrupp-Anfall?

Pseudokrupp-Anfälle (Laryngitis subglottica) gibt es in vielen Variationen. Allermeist klingen die Hustenanfälle dramatischer als sie sind und die Erkrankung klingt ohne Komplikationen wieder ab. Teilweise kommt es aber auch zu schweren Pseudokrupp-Anfällen mit Atemnot und Erstickungsanfällen. In diesem Fall sollten Sie den Notarzt (112) rufen. Hat Ihr Kind einen heftigen Pseudokrupp-Anfall mit Erstickungsangst, ist es wichtig, dass Sie selbst Ruhe bewahren und Ihr Kind beruhigen! Panik kann den Anfall noch weiter verschlimmern.

➤ Damit Ihr Kind möglichst frei atmen kann, sollten Sie es in eine aufrechte Position bringen.

Kühle, feuchte Luft hilft beim Atmen: Lassen Sie im Badezimmer in der Dusche oder in der Badewanne kaltes (!) Wasser laufen und setzen Sie sich mit Ihrem Kind direkt daneben. Jetzt tief ein- und ausatmen und Ihrem Kind beruhigend zureden. Meist hilft das schon, um den Hustenanfall zu stoppen. Öffnen Sie die Fenster in der Wohnung, um auch nach dem Abklingen des Hustenanfalls für genug Sauerstoff zu sorgen. Übrigens: Feuchtwarme Luft als Sofortmaßnahme gilt inzwischen als überholt.

➤ Alternativ können Sie natürlich auch mit Ihrem Kind direkt raus an die frische Luft gehen oder sich zusammen vor die geöffnete Kühlschranktür setzen. Warm anziehen dabei nicht vergessen!

➤ Auch Inhalieren mit Kochsalz ist hilfreich.

Kortison-Zäpfchen lassen die Schleimhaut schnell abschwellen, bei Erstickungsanfällen können sie lebensrettend sein. Wenn Ihr Kind schon mal einen Pseudokrupp-Anfall hatte, werfen Sie die eventuell übrig gebliebenen Zäpfchen nicht weg, sondern heben Sie sie als Notfallmedikament auf. In der Hoffnung, dass sie nie zum Einsatz kommen. 


© vision net ag
Woran erkennt man einen Pseudokrupp-Anfall?

Bei Pseudokrupp husten die Kinder trocken (d.h. ohne Schleimbildung) und bellend und haben eine heisere Stimme. Leichtes Fieber kann begleitend auftreten, muss aber nicht. Häufig haben die Kinder Atemnot und ziehen die Luft deshalb mit einem Pfeifgeräusch ein.
Bei Pseudokrupp ist die Schleimhaut im Bereich der Stimmbänder und des Kehlkopfes entzündet und angeschwollen. Die Atemwege sind dadurch verengt. Das kann zu Atemnot führen. Ältere Kinder und Erwachsene leiden kaum unter Pseudokrupp, bei ihnen sind die Atemwege nicht mehr so eng, so dass Atemnot unwahrscheinlicher ist.

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Inhalieren ist eine wunderbare Methode, die Nase frei zu bekommen und den lästigen Husten loszuwerden. Auch kleine Kinder können schon inhalieren.


Auslöser für Pseudokrupp-Anfälle

● Virusinfektion der oberen Atemwege (in den meisten Fällen), häufig durch Parainfluenza-Viren
● Bakterielle Infektion (selten)
● Allergische Reaktion (selten)
● Rauch / hohe Schadstoffbelastung
 
Häufig entstehen Pseudokrupp-Anfälle nach einer gewöhnlichen Erkältung mit Husten und Schnupfen, in seltenen Fällen können sie auch in Zusammenhang mit einer Masern- oder Windpocken-Infektion entstehen. Die Pseudokrupp-Anfälle selbst sind nicht ansteckend, die eigentliche Atemwegsinfektion aber schon.
Pseudokrupp: Wann zum Arzt?
Da bei Pseudokrupp Erstickungsgefahr besteht, sollten Sie bei einem schweren Anfall sofort den Notarzt anrufen. Aber auch bei leichteren Anfällen ist es besser, den Kinderarzt zu Rate zu ziehen. Ein Pseudokrupp ist für den Kinderarzt durch die typischen Symptome leicht zu diagnostizieren. In den meisten Fällen wird er Ihrem Kind Kortison-Zäpfchen verschreiben. Um schlimme Atemnot zu lindern, kann der Arzt das Kind auch Adrenalin inhalieren lassen. Es wirkt wie Kortison abschwellend und sorgt dafür, dass die Atemwege schnell wieder frei werden.

➤ Wichtig zu wissen:
Pseudokrupp-Anfälle sind, auch wenn sie furchterregend klingen , meist harmlos – im Unterschied zum echten Krupphusten (Diphterie) und einer Kehldeckelentzündung, die beide eine lebensgefährliche Erkrankung darstellen. Da die meisten Kinder gegen Diphterie geimpft sind, kommt der echte Krupphusten heute kaum noch vor. Auch eine Kehldeckelentzündung ist selten – nichtsdestotrotz ist es wichtig ärztlich abzuklären, um welches Krankheitsbild es sich handelt.

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Vorbeugung von Pseudokrupp-Anfällen

Wenn Ihr Kind schon häufiger einen Pseudokrupp-Anfall hatte: Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung nicht zu niedrig ist. Hat Ihr Kind eine beginnende Erkältung können Sie mit ein paar leicht umsetzbaren Maßnahmen gegensteuern: Hängen Sie im Schlafzimmer des Kindes feuchte Tücher auf, achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur beim Schlafen kühl ist und lassen Sie Ihr Kind regelmäßig inhalieren.
Wenn in der Wohnung geraucht wird, steigt das Pseudokrupp-Risiko für Kinder. Deshalb: Bitte nicht in der Anwesenheit von Kindern rauchen!

In unserem Video erklärt ein Kinderarzt Ihnen nochmals ausführlich, welche Erste Hilfe-Maßnahmen Sie kennen sollten:

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