Reisekrankheit: Was tun, wenn Kindern im Auto übel wird?

„Mama, mir ist schlecht!“ Kaum geht es auf große Urlaubsfahrt, wird vielen Kindern übel und schwindlig. Eine Belastung für die ganze Familie, denn so wird die Fahrt in den Urlaub oder zum Ausflugsziel schnell zur Tortur. Hier erfahren Sie, was gegen die Reisekrankheit hilft.


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Was tun gegen Reisekrankheit und Übelkeit?


© iStock
Schaukeln, Karussell fahren, Achterbahn – für Kinder alles kein Problem. Aber beim Autofahren oder auf dem Schiff wird den kleinen Reisegästen übel, kaum dass man losgefahren ist. Unangenehm und lästig! Denn so macht die Fahrt in den Urlaub keinen Spaß! Aber es gibt Tipps & Tricks, die helfen, dass die Übelkeit möglichst erst gar nicht auftritt. Und es gibt Sofortmaßnahmen, die die Reiseübelkeit bekämpfen.

Reiseübelkeit – das sollten Sie wissen


Meist beginnt die Reisekrankheit erst im Alter von zwei Jahren, wenn der Gleichgewichtssinn vollständig entwickelt ist. Babys sind allermeist „immun“ gegen Reiseübelkeit. Auch wenn die Übelkeit auf Reisen als „Krankheit“ bezeichnet wird, ist sie keine wirkliche Krankheit, sondern eine Reaktion auf widersprüchliche Bewegungsreize, die das Gehirn überfordern. So melden die Augen dem Gehirn beim Autofahren „wir bewegen uns schnell“, aber das Gleichgewichtszentrum im Ohr argumentiert dagegen, da der Körper ruhig und bewegungslos sitzt. Dieser Widerspruch kann die Reisekrankheit auslösen. Neben Übelkeit und Erbrechen gehören Kreislaufprobleme, starke Müdigkeit und kalter Schweiß zu den Symptomen der Kinetose, wie die Übelkeit auf Reisen korrekt heißt. Ein kleiner Trost: Ab zwölf Jahren verbessert sich die Reisekrankheit deutlich – und verwächst sich oft bis zum Erwachsenenalter.
Tipps, um der Reisekrankheit vorzubeugen
Im Stau leiden Kinder durch das ständige Anfahren und Abbremsen besonders stark unter der Reiseübelkeit. Wählen Sie im Zweifel also eine Alternativroute, die zwar vielleicht etwas länger aber staufrei ist.

Tipps, um der Reisekrankheit vorzubeugen
  • 1 / 11

    Vor der Fahrt nur eine kleine Mahlzeit einnehmen, die nicht zu viel Fett enthält.

  • 2 / 11

    Nicht lesen, in Büchern blättern oder auf dem Handy spielen.

  • 3 / 11

    Hörspiele oder Musik lenken ab.

  • 4 / 11

    Für den Fahrer gilt: Möglichst in gleichmäßigem Tempo fahren und kurvige Strecken meiden.

  • 5 / 11

    Schlafen ist die beste Prohylaxe, denn dann ist der Gleichgewichtssinn ausgeschaltet.

  • 6 / 11

    Regelmäßig eine Pause einlegen, das Auto lüften und für Bewegung sorgen.

  • 7 / 11

    Für kühle Temperatur im Wageninneren sorgen.

  • 8 / 11

    Hilfreich: Ein Sonnenschutz am Fenster schützt vor Sonne und erleichtert es Ihrem Kind, vorne raus zu schauen.

  • 9 / 11

    Im Auto nicht rauchen.

  • 10 / 11

    Bonbons lutschen, z.B. mit Pfefferminzgeschmack, gut gegen Übelkeit.

  • 11 / 11

    Wenn die Fahrten mit Ihrem reisekranken Kind ganz schlimm sind, überlegen Sie doch mal, ob Sie Ihre Fahrt nicht auf die Nacht verlegen können.


Wenn Ihr Kind ständig gähnt, anfängt zu schwitzen oder über Kopfschmerzen klagt, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass die Reisekrankheit langsam beginnt. Animieren Sie Ihr Kind, vorne aus dem Frontfenster raus zu schauen. Zeigen Sie ihm, was es draußen alles zu entdecken gibt, suchen Sie mit ihm nach gelben Autos oder Autos mit Wohnanhänger oder denken Sie sich zu den Buchstaben in den Autokennzeichen lustige Sätze aus (z.B. M – AU = Münchner auf Urlaubsfahrt). In den Wolken, die durchs Frontfenster zu sehen sind, lassen sich von Haien bis Gespenstern viele spannende Dinge erkennen.
Wenn Ihr Kind schon groß genug ist, um auf dem Beifahrersitz zu sitzen: Hier wird ihm am wenigsten schlecht.

Ansonsten hilft:

● Tief durch die den Mund atmen!
● Kühles Wasser und salzige Snacks (Cracker oder Salzstangen)
● Lüften!
● Eine längere Pause einlegen.
● Und für den Fall der Fälle: Plastiktüten bereit halten…
Die besten Plätze in Autos, Bus, Schiff und Flugzeug
Auto: Der Beifahrersitz ist der beste Platz für Kindern, denen leicht übel wird.
Bus: In Fahrtrichtung sitzen, am besten am Fenster. Die besten Plätze sind in der Mitte des Buses (da sind die Pendelbewegungen am geringsten) oder  ganz vorne (da kann Ihr Kind am besten rausschauen).
Zug: In Fahrtrichtung sitzen, am besten am Fenster.
Schiff: An Deck, in der Mitte des Schiffs
Flugzeug: Auf Höhe der Tragflächen
Medikamente gegen Reisekrankheit
Für Kinder, die sehr anfällig für die Reisekrankheit sind, sind Reisezäpfchen das Mittel der Wahl. Sie helfen sowohl der Übelkeit vorzubeugen als auch die Beschwerden zu lindern und sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Bester Zeitpunkt für die Einnahme ist 30 Minuten vor Reiseantritt. Zur Verfügung stehen zwei Wirkstoffe, die bei Reisekrankheit helfen: Diphenhydramin und Dimenhydrinat. Laut Stiftung Warentest sind Medikamente mit Diphenhydramin besser geeignet.

Wichtig zu wissen:
Die Zäpfchen und Tabletten sind generell gut verträglich, beide Wirkstoffe machen allerdings müde. Was aber bei der Anwendung bei Kindern eher von Vorteil ist. Denn wer schläft, dem ist nicht mehr übel. 
Alternative Heilmittel gegen Reiseübelkeit

Ingwer
hilft! Man kann in roh kauen – oder auch als Pulver oder in Tablettenform einnehmen. Tipp: Schon am Vortag der Reise mit der Medikation beginnen.

Globuli Cocculus D12
: Für die Akutbehandlung drei Mal fünf Globuli alle 15 Minuten einnehmen. Vorbeugend: Drei Tage vor der Reise jeweils drei Mal täglich drei Globuli einnehmen.

Unser letzter Tipp für Sie mag paradox klingen: Viel hilft viel. In diesem Fall heißt das: Häufiges Reisen ist das beste Mittel gegen Reiseübelkeit. Denn mit der Zeit nimmt die Übelkeit ab. Und die wunderschöne Zeit zwischen Hinfahrt und Rückfahrt ist es hoffentlich allemal Wert, die anstrengende Fahrt auf sich zu nehmen. In diesem Sinne: Gute Fahrt!



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