Röteln: Symptome, Behandlung und Impfung

Röteln (Rubella) sind eine typische Kinderkrankheit, an der in erster Linie Kinder bis zum fünften Lebensjahr erkranken. Für Kinder sind Röteln meist ungefährlich – bei Schwangeren kann die Virusinfektion aber dem ungeborenen Kind schaden.


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So erkennen Sie Röteln!


Röteln verlaufen oft ohne die typischen Krankheitsanzeichen wie rote Flecken und geschwollene Lymphknoten – das macht die Krankheit schwer erkennbar. Nur bei etwa der Hälfte der erkrankten Kinder zeigt sich der typische Ausschlag überhaupt. Die andere Hälfte klagt allenfalls über leichte Kopf- und Gliederschmerzen. Eventuell treten ein leichter Husten und rote Augen (Bindehautentzündung) als Begleiterscheinung auf - damit ähneln die Röteln oft nur einer leichten Erkältung. Bei der anderen Hälfte der erkrankten Kinder zeigt sich der für Röteln typische Ausschlag: Er beginnt mit einer Rötung der Haut hinter den Ohren und der Gesichtshaut und breitet sich dann über den ganzen Körper aus.

Röteln - So sieht der Ausschlag aus

Kleine, rote Flecken sind typisch für Röteln


© CDC via Wikimedia Commons
Andere Symptome für Röteln können sein:

• Geschwollene Lymphknoten
• Leichtes Fieber
• Kopfschmerzen
• Gliederschmerzen
• Bindehautentzündung
• Husten

Der Röteln-Ausschlag zeigt sich in Form von kleinen, hellroten Flecken, die oft nur schwach zu erkennen sind. Sie sind kleiner als der Ausschlag bei Masern, die einzelnen Flecken verschmelzen nicht miteinander. Mit Röteln infizierte Kinder haben meistens gar keinen, wenn überhaupt dann einen sehr leichten Juckreiz. Nach zwei bis drei Tagen sind die Flecken häufig schon wieder verschwunden.
Für den Laien ist die Krankheit nicht leicht zu diagnostizieren, Ihr Kinderarzt wird den Ausschlag aber nicht mit anderen Krankheiten wie zum Beispiel Scharlach oder Masern verwechseln.
Ansteckung mit Röteln

Röteln bei Kindern

Röteln: Der Ausschlag ist kein Muss!


© CDC via Wikimedia Commons
Röteln sind hochansteckend, da die Rubella-Viren durch klassische Tröpfcheninfektion übertragen werden, d.h. durch Niesen, Husten oder Sprechen. Die Viren setzen sich auf den Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum fest, sie gelangen dann von dort in die Blutbahn und breiten sich so im gesamten Körper aus.
Die Inkubationszeit (= Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) ist lang: Erst zwei bis drei Wochen nach der Infektion mit dem Virus treten die ersten Krankheitsanzeichen auf. Ansteckend ist die Krankheit allerdings auch schon eine Woche, bevor der Ausschlag aufblüht. Und auch wenn die Flecken bereits wieder verschwunden sind und das Kind wieder völlig gesund wirkt, sind Röteln noch einige Tage ansteckend.

Die Infektion dauert ungefähr eine Woche, danach ist man lebenslänglich immun gegen die Rötel-Viren. Auch wenn die Krankheit ohne Symptome verläuft, besitzen die Erkrankten danach einen lebenslangen Schutz vor Röteln.

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Für Kinder meist harmlos, für Schwangere gefährlich

Bei Kindern verlaufen Röteln allermeist völlig komplikationslos ab, oft wird die Erkrankung nicht mal bemerkt. Je älter die Erkrankten aber sind, umso unangenehmer ist die Infektion: Bei Jugendlichen und Erwachsenen können Kopfschmerzen und geschwollene Lymphknoten in anderen Körperregionen auftreten. Die Rötelinfektion kann auch zu Herzproblemen, einer Lungen- oder sogar einer Hirnentzündung führen. Bei Mädchen ab Beginn der Pubertät und bei Frauen kann die Infektion Gelenkschmerzen und -entzündungen mit sich bringen.

Besonders Schwangere sind gefährdet: Eine Rötel-Infektion kann über den Mutterkuchen an das ungeborene Kind weitergegeben werden und zu schweren Fehlbildungen und Herzschäden, bis hin zu Fehlgeburten führen. Zu Beginn der Schwangerschaft wird der Frauenarzt über den sogenannten Röteln-Titer ermitteln, ob eine Immunität gegen Röteln vorliegt. Falls Sie als Schwangere Kontakt zu einer infizierten Person hatten, kann der Arzt eine passive Immunisierung durchführen. Am besten lassen Sie schon bei Kinderwunsch testen, ob Sie gegen Röteln immun sind. ➤ Weitere Informationen zu Röteln in der Schwangerschaft erhalten Sie hier:

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Was hilft bei Röteln?

Da die meisten Kinder sich gar nicht richtig krank fühlen, ist die Behandlung der Röteln unproblematisch. Wie bei anderen Viren, können auch bei den Rötelnviren nur die Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Husten oder Fieber behandelt werden. Fieber und Schmerzen können Sie mit Ibuprofen oder Paracetamol lindern, Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) sind für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet, es kann zum lebensbedrohlichen Reye-Syndrom führen.
Da eine Ansteckung während der Schwangerschaft lebensbedrohliche Folgen für das Ungeborene haben kann, sollte Ihr Kind während der Erkrankung den Kontakt mit anderen Menschen und vor allem Schwangeren meiden.
Schutz vor Röteln
Der sicherste Schutz vor Röteln ist eine Impfung. Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (Stiko) empfiehlt die Schutzimpfung allen Kindern, allen voran Mädchen. Die erste Kombi-Impfung, die zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat stattfinden sollte, schützt außerdem vor Mumps und Masern. Neuerdings gibt es die Impfung auch als Vierfach-Impfung mit einem zusätzlichen Schutz vor Windpocken. Nach einer Auffrischung (frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens um den 2. Geburtstag) besteht lebenslanger Schutz. Die Impfung kann bei ungeimpften Erwachsenen jederzeit nachgeholt werden. Wenn Sie Ihr Kind gegen Röteln impfen lassen, können Sie mithelfen, dass Schwangere und ihre ungeborenen Babys nicht gefährdet werden.

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