Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Die meisten Schwangeren leiden unter Rückenschmerzen. Kein Wunder, denn in der Schwangerschaft tragen Mütter einige Kilo mehr mit sich herum. Das belastet Muskulatur und Gelenke. Wie Sie Rückenschmerzen vorbeugen können und was dagegen hilft.


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Ursache für Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sind meistens sich überdehnende Bänder, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Knochen zusammenzuhalten. Das Vertrackte: Man kann nichts gegen die körperlichen Ursachen tun, denn die Lockerung von Bändern und Gewebe wird durch verschiedene Hormone in der Schwangerschaft eingeleitet. Schließlich haben sie die Aufgabe, den Körper und insbesondere den Geburtskanal auf die Geburt vorzubereiten. Denn damit ein Kind den Weg ans Licht der Welt findet, muss sich das Becken seiner Mutter flexibel weiten können. Durch die Gewebsauflockerungen lässt aber leider auch die Festigkeit der Gelenke nach.

Hilfe bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Hilfe bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft


© Thinkstock
Dazu belastet das zunehmende Gewicht des wachsenden Kindes, von Fruchtwasser, Plazenta und schweren Brüsten die Muskulatur. Und weil sich das Gewicht überwiegend in der Bauchregion ansammelt, verlagert sich während der Schwangerschaft auch der Körperschwerpunkt. Schwangere  werden gewissermaßen in eine „unnatürliche“ Haltung gezwungen. Die Folge sind ein Hohlkreuz - und damit Verspannungen und Rückenschmerzen.

Gymnastik bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft


Empfehlenswert in der Schwangerschaft: Gymnastik und Yoga speziell für Schwangere. In diesen Kursen werden gezielt die Muskeln gestärkt, die durch das zusätzliche Baby-Gewicht besonders beansprucht werden. Übungen, die Rücken und Gelenke entlasten lernen Sie auch im Geburtsvorbereitungskurs. Diese zielen aber vorwiegend darauf ab, die Beschwerden gegen Ende der Schwangerschaft zu lindern. Treiben Sie in der gesamten Schwangerschaft Sport und machen regelmäßig Rückengymnastik, unterstützen Sie Ihren Körper damit viel besser bei der Schwangerschaft. Gegen Ende ist vor allem jegliche Bewegung im Wasser angenehm. Die Auftriebskraft des Wassers bringt die Wirbelsäule in eine waagerecht Haltung, vor allem, wenn Sie sich dabei rücklings treiben lassen. Das ist eine wahre Wohltat und das beste Training für den Rücken. Entspannen können Sie aber natürlich auch in der eigenen Badewanne. Die Wärme unterstützt die Muskellockerung zusätzlich.
Fünf Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
Wärme: Wie auch bei vielen anderen Muskelbeschwerden, hilft Wärme sehr gut gegen Rückenschmerzen. Dabei gilt: Alles was die Muskulatur warm hält ist gut. Egal ob Wärmflaschen, Heizkissen, Nierenwärmer, Kirsch- oder Dinkelkissen. Besonders wohltuend sind warme Vollbäder. Die Schwerelosigkeit im Wasser entspannt die Muskulatur zusätzlich.

• Massagen: Eine sanfte Rückenmassage regt die Blutzirkulation an, die Zellen werden mit Sauerstoff versorgt, und auch der Nährstoffaustausch in der Plazenta wird verbessert. Am besten lassen Sie sich von Ihrer Hebamme geeignete Techniken zeigen Doch Vorsicht: Nur der mittleren und oberen Rücken sollte möglichst ohne Druck massiert werden.Kreuzbeinbereich und Wirbelsäule aussparen.

• Entspannungsübungen: Entspannung ist das beste Rezept, um Muskeln während der Schwangerschaft locker und geschmeidig zu halten. Eine beliebte Übung ist  die „Stufenbettlagerung“. Legen Sie sich dazu oder bequem auf den Rücken, platzieren die Beine im 90-Grad-Winkel auf einen Stuhl und entspannen Sie ein paar Minuten. Ebenfalls helfen kann der „Katzenbuckel“.

• Bewegung
: Auch wenn durch den Babybauch jede Bewegung lästig ist. Regelmäßig eine Viertelstunde Fußmarsch genügt schon. Und für die Couch gilt: auch wenn Sie abends vor dem Fernseher eine schmerzfreie Position gefunden haben, wechseln Sie öfter die Position.

• Achtsam im Alltag: Ohne es zu wissen, machen wir auch im Alltag Fehler, die die Rückenschmerzen verschlimmern können. Achten Sie zum Beispiel beim Zähneputzen darauf, sich nicht zu lange zu tief über das Waschbecken zu beugen. Auch beim Aufstehen können Sie Ihren Rücken entlasten: lieber auf die Seite rollen Beide auf den Boden setzen und erst dann aufrichten. Tragen und heben Sie keien schweren Dinge. Versuchen Sie dabei in die Knie zu gehen und den Rücken gerade zu lassen.

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Wenn sich der Ischiasnerv meldet

Schmerzen in Lendenbereich und Gesäß, die bis in Bein oder Fuß strahlen, sind Zeichen, dass das Baby auf den Ischiasnerv drückt. Das kann gegen Ende der Schwangerschaft häufig passieren da das Baby inzwischen so groß ist, dass es die komplette Gebärmutter ausfüllt. Bei leichten bis mittleren Beschwerden hilft Wärme. Zum Beispiel ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche. Entlastung schafft auch die Seitenlage: Legen Sie sich dabei auf die Seite, die nicht schmerzt und klemmen Sie sich ein Kissen zwischen die Knie.

Bewirken diese „Hausmittel“ keine Linderung Ihrer Rückenschmerzen, vesuchen Sie es mit Chiropraktik beim Spezialisten. Bei dieser Therapieform wird durch fein abgestimmten Druck das Gewebe zur Entspannung angeregt.
Besser schlafen in der Schwangerschaft
Besonders lästig sind Rückenschmerzen, wenn Sie eigentlich endlich einschlafen wollen. Plötzlich ist jede Position unbequem und Sie kommen einfach nicht zur Ruhe. Ein Stillkissen zwischen den Knien und im Rücken kann oft schon helfen. Die Kissen stabilisieren Ihre Position und entlastet die Lendenwirbelsäule. Tipp: entspannende Yoga-Übungen vor dem Schlafen. Wenn die Schmerzen trotzdem regelmäßig im Bett auftreten, dann kann das auch an einer falschen Matratze liegen. Am besten schlafen Schwangere auf einer etwas härteren Matratze.

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