Schlafstörungen bei Kindern

Etwa jedes dritte Kind hat im Laufe seiner Entwicklung Probleme mit dem Schlafen. Die einen können einfach nicht einschlafen, die anderen wachen nachts mehrmals auf, wieder andere schlafwandeln oder werden von Albträumen heimgesucht. Wann man von einer Schlafstörung spricht und was es mit dem Begriff „Schlafhygiene“ auf sich hat.


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Schlaf ist für Kinder immens wichtig. Bekommt ein Kind längerfristig nicht genug Schlaf, drohen Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie psychische und gesundheitliche Schwierigkeiten. Müde Kinder können sich nur schlecht konzentrieren und auch das Gedächtnis leidet unter anhaltendem Schlafmangel. Schulische Probleme sind da vorprogrammiert. Und nicht nur das. Anhaltende Schlafprobleme bei Kindern sind auch eine Belastung für die ganze Familie: Selbst die verständnisvollsten Eltern stoßen bei permanent übermüdeten Kindern und allabendlichem Theater zur Bettgehzeit irgendwann an ihre Grenzen. Und je negativer das Thema Schlaf in der Familie besetzt ist, desto schlimmer werden die Probleme.

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Zum Glück kann man Schlafstörungen gut vorbeugen. Schlafhygiene und Konsequenz sind da wichtige Stichwörter. Wir erklären Ihnen hier, welche Schlafstörungen bei Kindern auftreten können und geben Tipps, damit die Nächte wieder ruhiger werden.

Woran erkenne ich, dass mein Kind nicht genug schläft?


Am leichtesten erkennen Sie das, wenn Ihr Kind unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit leidet, träge, vergesslich und schusselig wird. Doch nicht immer ist es so offensichtlich, dass dem Kind Schlaf fehlt. Häufig sind übermüdete Kinder auch besonders zappelig, reizbar und launisch. Vor allem kleinen Kindern geht das so. Sollte Ihnen dieses Verhalten bei Ihrem Kind auffallen, ohne dass Sie es sich erklären können, sollten Sie nachforschen, ob es vielleicht an einem gestörten Schlafverhalten liegt. Von einer Schlafstörung spricht man übrigens, wenn der Betroffene an drei Nächten pro Woche und mindestens einen Monat lang nicht normal schlafen kann.

Schlafstörungen bei Kindern


© iStock
Wie viele Kinder von Schlafstörungen betroffen sind, ist schwer zu sagen. Verschiedene Studien gehen von 10 bis 25 Prozent der Kinder aus. Andere Experten sprechen davon, dass jedes dritte Kind zumindest kurzzeitig einmal unter Schlafstörungen leidet. Auf jeden Fall zählen Schlafstörungen zu den häufigsten Verhaltensauffälligkeiten im Kinderalter. Insbesondere Klein- und Vorschulkinder sind davon betroffen.
Typische Schlafstörungen im Kindesalter
Im Folgenden stellen wir Ihnen die typischen Schlafstörungen im Kindesalter vor. In den allermeisten Fällen sind sie harmlos und legen sich mit der Zeit von allein. Manchmal können sie aber auch ein Symptom für eine Erkrankung sein. Deshalb gilt: Wenn Sie unsicher sind oder das Verhalten Ihres Kindes plötzlich, regelmäßig und übermäßig stark auftritt, sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an!

➤ Einschlafstörungen
Davon spricht man, wenn das Kind regelmäßig länger als 20 Minuten braucht, um einzuschlafen. Einschlafprobleme haben oft ganz nachvollziehbare Ursachen. So wird beispielsweise das individuelle Schlafbedürfnis der Kleinen von den Eltern häufig falsch eingeschätzt. Ein Kind, das eher im Bett liegt als es müde ist, wird natürlich Probleme beim Einschlafen haben. Und ein Kind, das aufgewühlt von der aufregenden Fernsehserie ist, die es gerade noch gesehen hat, wird auch nicht so schnell zur Ruhe kommen. Gleiches gilt für Kinder, die bis kurz vorm Schlafengehen Videospiele spielen. Oder für gestresste Kinder. Oder für Kinder, die tagsüber nicht ausreichend aktiv waren und einfach viel zu ausgeruht zum Schlafen sind…

Sie merken schon, Einschlafstörungen im Kindesalter haben viel mit dem Verhalten am Tage und Abend zu tun. Und das ist der Grund, warum sie sich in der Regel relativ gut behandeln lassen. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.

➤ Albträume
Auch Albträume gehören zu den typischen Schlafstörungen bei Kindern. Sie treten vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Die Kinder werden munter und fürchten sich. An ein Weiterschlafen ist da erstmal nicht zu denken. Treten Albträume wiederholt auf, fürchten sich Kinder verständlicherweise auch vor dem Einschlafen am Abend. Hatte Ihr Kind einen Albtraum, trösten Sie es liebevoll durch sanftes Streicheln und Zureden. Eine kleine Lichtquelle im Zimmer, die geöffnete Zimmertür oder ein beschützendes Kuscheltier können gegen die nächtliche Furcht helfen.

Albträume werden häufig durch aufregende oder gruselige Medieninhalte begünstigt. Daher der Tipp: Mindestens eine, besser zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollten Kinder kein Fernsehen mehr schauen und keine Videospiele spielen. Bei häufig auftretenden Albträumen hat sich eine Mal-Therapie bewährt: Lassen Sie Ihr Kind den Albtraum Tags darauf aufmalen und – ganz wichtig – auch eine Lösung für die furchteinflößenden Situation. So hat Ihr Kind im Falle eines erneuten Albtraums eine Idee, wie es dem Bösen „entkommen“ kann.

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Nachtschreck (Pavor nocturnus)
Dieses Ereignis tritt vor allem bei jungen Kindern von vier bis sechs Jahren auf. Hierbei schreien, keuchen oder wimmern die Kleinen plötzlich und/oder schlagen panisch um sich. Im Unterschied zum Albtraum erwachen die Kinder beim Nachtschreck nur unvollständig und können sich am nächsten Tag an nichts davon erinnern. Der Nachtschreck wird zum Beispiel durch emotionalen Stress oder Schlafmangel ausgelöst. Achten Sie deshalb auf eine gesunde Schlafhygiene und sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind während des Anfalls nicht verletzen kann. Versuchen Sie nicht, Ihr Kind währenddessen durch Zureden oder Berührungen zu beruhigen, das wird im Zweifel ein noch panischeres Verhalten provozieren. Am besten ist es, wenn Sie einfach abwarten, bis der Spuk nach zehn bis 15 Minuten vorbei ist.

➤ Schlafwandeln
Gerade bei jüngeren Kindern ist auch das Schlafwandeln gar nicht so unüblich. Vor allem in den ersten ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen tritt es auf. Die betroffenen Kinder führen dann im Schlaf komplexe Bewegungen aus, schauen umher, wedeln mit den Armen oder steigen gar aus dem Bett und laufen durch die Wohnung. Schlafwandler lassen sich nur schwer wecken und sind dann oft verstört oder reagieren aggressiv. Besser ist es, Ihr Kind sanft wieder ins Bett zurückzuführen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr kleiner Schlafwandler nicht verletzen kann und sichern Sie Türen und Fenster. Ansonsten ist Schlafwandeln relativ harmlos. Es tritt beispielsweise als Folge von Schlafmangel oder Infekten auf. Bis zur Pubertät sind die nächtlichen Wanderungen meist beendet.

➤ Rhythmische Bewegungen
Kommt bei Vorschulkindern auch vor: rhythmisches Schaukeln des Kopfes oder der Extremitäten in der Einschlafphase (Jaktationen). Zeigt Ihr Kind sonst kein auffälliges Verhalten, dienen diese unbewussten Bewegungen allermeist der Selbstberuhigung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind tagsüber genug Möglichkeiten hat, sich zu bewegen und zu toben. Und sichern Sie die Schlafumgebung so, dass es sich nicht verletzen kann.

➤ Schnarchen und Schlafapnoe
Viele Kinder schnarchen, das ist entwicklungsbedingt vollkommen normal. Als Ursache kommen Übergewicht, Kiefer-Fehlbildungen, vor allem aber vergrößerte Mandeln und Polypen in Frage. Kritisch wird es, wenn das Schnarchen von Atemaussetzern (Apnoe) begleitet wird. Dann ist an erholsamen Schlaf nicht mehr zu denken. Alle Informationen dazu lesen hier:

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➤ Bettnässen
Auch das nächtliche Bettnässen zählt zu den typischen Schlafstörungen im Kindesalter. Nässt das Kind mit fünf Jahren immer noch mindestens zwei Mal pro Monat ein, spricht man von Enuresis nocturna. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel: Enuresis  - Bettnässen bei Kindern

➤ Narkolepsie
Kinder, die an Narkolepsie bzw. der „Schlaf-Krankheit“ leiden, können aus dem Stand plötzlich einschlafen, während des Essens oder beim Sprechen, für Sekunden, manchmal gar für eine halbe Stunde. Außerdem kann es sein, dass sie während des Einschlafens visuelle und akustische Halluzinationen haben. Es ist wichtig, Narkolepsie, auch wenn sie sehr selten ist, früh zu erkennen. Zum Beispiel an einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit oder daran, dass das Kind morgens sehr große Problem damit hat, aus dem Bett zu kommen.


Lesen Sie weiter: Wie Sie Schlafstörungen mit einer gesunden Schlafhygiene vorbeugen können und was zu tun ist, wenn Ihr Kind schlecht schläft. 

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