Schwangerschaftsdiabetes: Die richtige Ernährung bei Gestationsdiabetes

Als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet man eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftreten kann. In den meisten Fällen ist eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung ausreichend, um den Schwangerschaftsdiabetes erfolgreich zu bekämpfen.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Schwangerschaftsdiabetes: Kind untersucht Schwangere


© Thinkstock

Zirka ein bis fünf Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Schwangerschaftsdiabetes, auch als Gestationsdiabetes oder Typ-4-Diabetes bezeichnet. Schwangerschaftsdiabetes ist die am häufigsten auftretende Erkrankung während der Schwangerschaft. Auch wenn Gestationsdiabetes nach der Schwangerschaft meist wieder von selbst abklingt, so birgt die Erkrankung während der Schwangerschaft nicht zu unterschätzende Risiken für Mutter und Kind.

Wer ist betroffen?


Grundsätzlich kann jede Frau an Schwangerschaftsdiabetes erkranken. Als stärker gefährdet gelten jedoch: Frauen mit Übergewicht, einer erblichen Vorbelastung mit Diabetes mellitus und ab einem Alter von über 30 Jahren, also bei einer Risikoschwangerschaft. Auch wiederholte Fehlgeburten sind Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes.
Ursachen für Schwangerschaftsdiabetes
Für den Schwangerschaftsdiabetes gibt es mehrere Auslöser. Zum einen produziert Ihr Körper während der Schwangerschaft mehr Glukose, um den erhöhten Energiebedarf zu decken. Und damit die Glukose auch da ankommt, wo sie hingehört, nämlich in den Zellen, braucht der Körper Insulin. Bei manchen Frauen kann er aber nicht genug Insulin produzieren, so dass die Glukose nicht in den Zellen ankommt, sondern im Blut bleibt. Dadurch steigt dann der Blutzuckerspiegel.


Frau mit Gemüsekorb

Ausgewogene Ernährung senkt das Risiko für Gestationsdiabetes.


© Thinkstock
Eine andere Ursache für Schwangerschaftsdiabetes ist die Ausschüttung bestimmter Hormone in der Schwangerschaft. Diese, unter anderem das hCG, sorgen zunächst dafür, dass der Körper sensibler auf Insulin reagiert. Im Verlauf der Schwangerschaft entwickelt er aber eine zunehmende Resistenz gegen das Insulin. So kann der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt werden, obwohl eigentlich genug Insulin verfügbar wäre – ein Schwangerschaftsdiabetes entsteht.

Auch falsche Ernährung kann ein Auslöser für Schwangerschaftsdiabetes sein. Kalorienreiche Ernährung, eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und fehlende Bewegung steigern das Risiko für Gestationsdiabetes.

Wie wirkt sich Schwangerschaftsdiabetes aus?
Schwangerschaftsdiabetes bleibt oft unbemerkt, da die Betroffenen keine Beschwerden verspüren. Mögliche Anzeichen sind Entzündungen der Harnwege und Nieren, sowie gesteigerter Durst. Auch Schwankungen der Fruchtwassermenge können auf einen Schwangerschaftsdiabetes hinweisen. Das Baby reagiert mit einer erhöhten Produktion von Insulin auf die Erhöhung des mütterlichen Blutzuckerspiegels. Dadurch sondert es mehr Urin ab und die Menge des Fruchtwassers nimmt zu. Eine starke Gewichtszunahme, sowie eine Erhöhung des Blutdrucks der Schwangeren können ebenfalls auf einen Gestationsdiabetes hinweisen.
Risiken für Mutter und Kind bei Schwangerschaftsdiabetes
Die Auswirkungen eines Schwangerschaftsdiabetes betreffen hauptsächlich die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Die gesteigerte Insulinproduktion führt zu Fetteinlagerungen im Körper des Fötus. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann deshalb zu abnormalem Wachstum des Kindes führen, es wird größer und dicker. Bei Frauen mit Gestationsdiabetes wird daher häufiger ein Kaiser- oder Dammschnitt, beziehungsweise eine Entbindung mit einer Saugglocke durchgeführt.

 Das könnte Sie interessieren: Vom Embryo zum Baby

In nur vierzig Wochen entwickelt sich der Embryo zum "geburtsfertigen" Baby. Die Entwicklungsschritte im Überblick.


Darüber hinaus kann das gesteigerte Größenwachstum des Kindes zu Entwicklungsverzögerungen, wie zum Beispiel einer Störung der Lungenreifung, führen. Durch die Erhöhung der Fruchtwassermenge steigt außerdem das Risiko für eine Frühgeburt. Für die Mutter kann die Erkrankung bedeuten, nach der Geburt einen Diabetes-Typ-2 zu bekommen. Dies passiert bei etwa neun Prozent der Schwangeren.
Das hilft gegen Schwangerschaftsdiabetes
Wenn Schwangerschaftsdiabetes erkannt wird, ist sie gut zu behandeln. In den meisten Fällen sind eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung ausreichend. Konkret bedeutet das: achten Sie besser darauf, wie viele und welche Kohlehydrate Sie essen. Zu den „schlechten“ Kohlehydraten, die sie vermeiden sollten gehören neben Zucker auch Weißmehlprodukte wie Weißbrot, helle Nudeln oder Parboiledreis. Essen Sie stattdessen lieber die Vollkornvarianten. Sie beeinflussen Ihren Blutzuckerspiegel nicht so stark. Ebenso zu empfehlen sind allgemein Vollkornprodukte, fettarme Nahrungsmittel und natürlich viel Obst und Gemüse.

Sollten diese Maßnahmen zu keiner Verbesserung führen, hilft eine Insulintherapie. Diese muss jedoch in Absprache mit Ihrem Arzt gemacht werden und ist wirklich nur für den „Notfall“. Ernähren Sie sich schon vor der Schwangerschaft gesund achten weiterhin auf eine bewusste Ernährung in der Schwangerschaft können sie dem Gestationsdiabetes gut vorbeugen.
So kann Schwangerschaftsdiabetes nachgewiesen werden
Damit die Erkrankung nicht unentdeckt bleibt, werden Sie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auf Zucker im Urin untersucht. Das reicht zwar noch nicht aus, um Schwangerschaftsdiabetes sicher nachzuweisen, ist aber ein guter Indiz dafür. Dann können Sie sich gezielt darauf untersuchen lassen. Ab der 25. SSW wird dazu geraten diesen standardisierten Screeningtests zu machen. Schwangere, die zur Risikogruppe für Schwangerschaftsdiabetes gehören, können einen genaueren oralen Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) in Anspruch nehmen.

Mehr Informationen zum Thema Schwangerschaftsdiabetes erhalten Sie bei Ihrem Frauenarzt.




mehr zum Thema
Schwangerschaftsuntersuchungen Schwangerschaftswochen Schwangerschaftsbeschwerden Ernährung Schwangerschaft
Artikel kommentieren
Login